Bild: Flaig
Innovation und Kreativität als Erfolgsrezept

 

 

Die Schreinerei Flaig in Hardt feiert mittlerweile ihr 108-jähriges Bestehen und kann neben viel Erfahrung und Know-how vor allem innovative Ideen und kreatives Design vorweisen.

Getragen wird das Leistungsspektrum des Innenausbauers wesentlich auch durch das CAD/CAM-System von imos.

FRANZISKA STÄCKER 

 

 

Es ist wie beim Kochen eines leckeren Gerichts: Die passenden Zutaten müssen hinzugefügt und zubereitet werden. Eine simple Kochanleitung reicht dabei jedoch nicht. Vielmehr sind Aus- und Weiterbildung der erste Schritt zu einem gelungenen Menü. Wenn dann auch noch Großbestellungen reinkommen, braucht es ein Team, auf das man sich verlassen kann. Und es braucht Ausrüstung – im Fall Flaig ist das ein moderner Maschinenpark samt Technologie.


Die Firmengeschichte von Flaig begann 1907 mit der Gründung durch Karl Flaig senior und einer Handvoll Mitarbeiter. Rund 100 Jahre später kümmern sich 60 Mitarbeiter – fast 75 Prozent davon in der Fertigung – um die individuellen Bedürfnisse der Kunden. Geschäftsführer Hubert Flaig beschreibt den Menschen mit seinen handwerklichen Qualitäten als wichtigste Ressource und entscheidenden Faktor für den langfristigen Erfolg. “Wir legen großen Wert auf die Ausbildung unserer Mitarbeiter. Die Marke Flaig steht für Qualität und den Einsatz moderner Technologie. Das wird bei uns gelebt, denn Schreiner zu sein, ist mehr als ein Job. Wer etwas gern macht, macht es gut. Und wenn er es gut macht, macht er es gern. Ein Händchen für Holz, ein Faible für Technik und Spaß am handwerklichen Arbeiten sind die Voraussetzungen.“

 

Serienfertigung und Zuschnitt nach Maß


Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat Flaig nach etwa einjähriger Bauzeit im Gewerbegebiet Hardt kürzlich das Werk II eingeweiht. Der ansprechend gestaltete Dreistöcker beinhaltet auf 4730 m2 neue Produktions- und Lagermöglichkeiten, sodass industrielle Serien für die Möbelindustrie ebenso gefertigt werden können wie Zulieferteile. Außerdem findet sich hier Platz für die Massivholzbearbeitung und die Einlagerung von Messebauobjekten. Mit Werk II hat Flaig die bisher größte Investition des Unternehmens getätigt. Weil Design im Möbel- und Objektbau eine Kernkompetenz der Schreinerei ist, war es nur logisch, dass sich dieser Anspruch auch in der Architektur des Gebäudes widerspiegelt. Ein reiner Zweckbau wurde von vornherein ausgeschlossen. In einem kreativen Prozess zwischen Bauherrn und Architekten wurde schließlich eine optisch und funktionell anspruchsvolle Lösung geschaffen. Neben der Serienfertigung stand vor allem die Entlastung von Werk I im Mittelpunkt der Überlegungen. Die fehlenden Fertigungs- und Lagerflächen machten hier einen effizienten Fertigungsprozess zum immer größeren Balanceakt. Durch die Integration frei werdender Areale können diese Flächen nun in den kommenden Monaten neu gestaltet und optimiert werden. Im Werk I wird man sich zukünftig auf die individuelle Möbelfertigung und den Objektbereich konzentrieren. Viel Platz beansprucht hier zum Beispiel der Oberflächenbereich, da eine hochwertige Möbeloberfläche mehr denn je ein entscheidendes Qualitätsmerkmal ist.

 

Dritte Säule ausgebaut


Zusätzlich zu den angestammten Unternehmensbereichen Möbel- und Objektbau sowie Bau und Ausbau wurde die Serienfertigung als dritte Säule erst vor circa 15 Jahren verstärkt ins Visier genommen. Durch das schnelle Wachstum in diesem Produktsegment mussten in kürzester Zeit zusätzliche Produktionsflächen in Betrieb genommen werden. Die bisherigen fünf Produktions- und Lagerstätten der Serienfertigung sind heute am neuen Standort konzentriert. „Neben einer motivierten Belegschaft hängt die Wettbewerbsfähigkeit in diesem Segment ganz massiv von aktueller Maschinentechnologie und einer optimierten innerbetrieblichen Logistik ab“, so Firmenchef Flaig. Und Gerhard Aberle, Produktionsleiter im Werk II, ergänzt: „Der Trend in der Möbelindustrie geht schon seit Jahren in Richtung Individualisierung. Wo früher zehn Farb- und Oberflächenvarianten üblich waren, sind es heute hundert oder mehr. Die Herausforderung besteht vor allem darin, die ganze Sortimentsbreite schnell und flexibel im Zugriff zu haben.“ Zugleich käme es bei der Fertigung kleiner wie auch großer Serien auf hundertprozentige Termin- und Qualitätstreue an. Dank gezielter Investitionen in modernste Fertigungstechnologien und einem durchgängigen Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein sei Flaig in der Lage, Einzelteile, kleinere und größere Serien termingerecht zu fertigen. „Flexibel, absolut zuverlässig und in gleichbleibender Qualität“, so Aberle. Mit dem Softwarehersteller imos hat Flaig einen Technologiepartner gefunden, der diesen Anspruch unterstützt.

 

Durchgängig konzipierter Prozess


Die imos AG entwickelt und vertreibt weltweit Software für den Möbel- und Innenausbau. Die CAD/CAM-Software verbindet die Konstruktion von Möbeln und Inneneinrichtungen inklusive Beschläge der Möbelzulieferer zu einem durchgängigen Prozess von der internetbasierten Raumplanung und Auftragserfassung über Kalkulation bis hin zur Steuerung aktueller CNC-Maschinen. Das Herforder Softwarehaus gibt Möbelherstellern Werkzeuge an die Hand, mit denen sie Aufträge durchgängig und verlässlich abwickeln können. Aktuell sind in Hardt fünf imos-Arbeitsplätze installiert, an denen Möbel individuell entwickelt und für die Produktion vorbereitet werden. Der Prozess ist dabei durchgängig konzipiert: Von der kreativen Idee bis zur Anbindung an die Maschinen kann mit der Software alles abgebildet und veranschaulicht werden.


Von der Planungs- und Konstruktionssoftware imos werden die Einzelbauteile samt angehängter Informationen automatisiert an die Schnittoptimierungs-Software Ardis geleitet. Nach der Optimierung wird der Schnittplan auf einer Holzma-Säge abgearbeitet, wobei die Bauteile per Etikett mit allen Fertigungs- und Kundeninformationen ausgestattet werden, die zur Weiterverarbeitung notwendig sind. „In der modernen Fertigungsplanung kennen alle das Problem, dass die einzelnen Arbeitsschritte zwar optimiert sind, die Schwachpunkte aber in der Informationsübergabe und den Schnittstellen liegen“, sagt Flaig. „Mit imos haben wir seit vielen Jahren eine ganzheitliche Umsetzung aller Fertigungsprozesse von der Maus bis an die Spindel. Das spart viel Nerven und Diskussionen. In der Kombination von imos- Modulen und Autocad-Zeichnungen können wir unseren Kunden schon in der ersten Entwurfsplanung ganzheitliche Entwicklungslösungen vorlegen. Die Verwendung von imos gibt dabei den Möbeloberflächen ein natürliches Aussehen. Natürlich braucht es bei einer solch komplexen Materie einen selbstständigen Mitarbeiter, der verantwortlich die CAD-Systemlandschaft leitet und laufend weiter ausbaut.“

 

Möbel- und Objektbau im Fokus


Liegen einmal mehrere konstruktive Aufträge einer Art vor, lassen sie sich gruppieren und in einem Betriebsauftrag zusammenfassen. Die Erstellung und Verwaltung entsprechender Zeichnungs- und Auftragsunterlagen sowie Mengenermittlungen werden von speziellen Funktionen unterstützt. Eine weitere strategische Investition in Hardt war die Anschaffung eines 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrums, auf dem sich im Prinzip alle Serienteile bearbeiten lassen. Auch hier fühlt sich Flaig für die Zukunft gut aufgestellt, da den Kunden nun eine erweiterte Produktionspalette angeboten werden kann. Insbesondere lassen sich mit der 5-Achs-Technik individuelle Möbel fertigen, wobei die Prozesse mit der CAD/ CAM-Software optimiert werden können.


Das CAD/CAM-System von imos, das Flaig seit 2004 verwendet, wird kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. Aktuell wird in Hardt die Version 11.0 eingesetzt. Die Durchgängigkeit dieser Software-Lösung unterstützt die CAD-Konstruktion, sodass sich individuelle Privat- und Objektkundenaufträge effizient realisieren lassen. Zusätzlich ist bei Flaig das Datenpaket des Datenzuliefererportals ifurn in Betrieb. Sämtliche Planungen werden mit imos Plan umgesetzt.

 

Blick in die Zukunft


Das Rezept für die Erfolgsgeschichte von Flaig liegt im Hinzufügen ausgewählter Qualitätswaren, dem umfassenden Know-how des Teams und moderner Ausrüstung. Zugleich achtet man im Unternehmen auf schnelle Reaktionszeiten vom Angebot über die Herstellung bis zur Lieferung, die flexible Umsetzung der Kundenwünsche und die Erarbeitung kreativer Einrichtungskonzepte, mit denen man solche Kaufwünsche weckt. Indem diese Dinge beherzigt werden, ist die Schreinerei Flaig in der Lage, flexibel auf Trends und Veränderungen des Marktes einzugehen. Mit seiner Weiterentwicklung zeigt das moderne Unternehmen zugleich, wie man heute an der Schnittstelle zwischen Tradition und Innovation am Markt agieren muss.

www.imos3d.com  
www.flaig-schreinerei.de


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