5-Achs-Bearbeitungszentrum Universal mit Ansicht von unten (Foto: Siemac)
CNC-Bearbeitungszentren kundenspezifisch lieferbar

Holz-Handwerk Halle 11–305 

 

Seit zwei Jahren ist es nun auf dem Markt – das 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum Universal des Auenwalder Spezialmaschinen Vetriebs Siemac. Ein Gespräch mit dessen Geschäftsführer Erhard Siegle über den Erfolg und die Weiterentwicklungen des Bearbeitungszentrums in dieser Zeit. 

 

 

Große Maschinenbauunternehmen dominieren seit einigen Jahren den Markt für CNC-Bearbeitungszentren. Von diesen wird auch maßgeblich das 5-Achs-Segment besetzt. Wie heben Sie sich in diesem Wettbewerb ab, worin liegen Ihre Lösungsansätze und Alleinstellungsmerkmale?


Erhard Siegle: Unser Lieferant Uniteam, ein kleinerer Maschinenbauer, hat bereits im Jahr 1998 als erste Firma überhaupt eine 5-Achs-CNC-Maschine in Ausleger-Bauform an einen italienischen Kunden geliefert.


Wir hingegen haben eine solche Maschine im Jahr 2001 bei einem Treppenbauer in den neuen Bundesländern in Betrieb genommen. Unser Hauptaugenmerk speziell bei diesen Auslegermaschinen ist die äußerst stabile und schwere Basis mit versetzt angeordneten Linear-Elementen in Achse X, um die „Neigung“ des Auslegers bei voll in Achse Y ausgefahrenem Bearbeitungsaggregat absolut in geringsten Grenzen zu halten. Dies bedeutet höchste Präzision bei Horizontal-Bearbeitungen in Achse Z.

 

Vor zwei Jahren feierten Sie auf der Holz-Handwerk mit der Universal Premiere. Hier ist der Name Programm und bezogen auf das Preis-Leistungsverhältnis wurde für 5-Achs-CNCZentren ein Durchbruch erzielt. Ein anderer Weg zielt in Richtung kundenspezifischer, individueller Aggregate-Lösungen. Wie erfolgreich sind diese beiden Ansätze heute, in Zukunft und vor allem – bleiben sie auch bezahlbar?


Selbstverständlich bieten wir auch personifizierte Lösungen bei der Ausstattung unserer Automaten an, welche sowohl mit 5-Achs-Technik oder auch ohne diese ausgestattet sind. Hier haben wir schon Automaten mit reinen Sägeaggregaten und A-Achse 0-360° mit starken Antrieben, automatische Metallhülsen-Einpressaggregate, automatische Schraub-Einheiten, elektronisch verstellbare Doppelzerspaner, wie man sie vom Doppelendprofiler her kennt, verwirklicht. Auch flüssigkeitsgekühlte Bohrgetriebe sind für die über Stunden und Tage laufenden Bohrarbeiten an Schalldämm-Decken und -Wänden keine Seltenheit.


Natürlich haben solche Spezialmaschinen ihren Preis, welcher aber aufgrund des Kosten-Nutzeffekts von unseren Kunden akzeptiert wird.

 

Schnelligkeit, Genauigkeit, Winkelvielfalt, Reproduzierbarkeit und die rentable Kleinstserienfertigung bis hin zu Losgröße 1 sind einige der Argumente, wenn es um die Investition in ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum geht. Sie bieten mehrere Lösungen an, zugeschnitten auf den jeweiligen Kundenbedarf. Was spricht aus Ihrer Sicht für den Kauf eines Ihrer 5-Achs-Zentren?


Die 3- oder 4-Achs-Maschine hat selbst beim Schreiner und Innenausbauer unseres Erachtens „ausgedient“. Ausnahmen bilden natürlich auch hier die Regel. Wer nur vertikal 90° zur Werkstück-Oberfläche arbeiten muss, kommt mit einem 3-Achs-Automaten aus; selbst Schrägschnitte, immer 90° zur Werkstück-Oberfläche, können mit einer interpolierenden Fräs- Operation X+Y+Z ausgeführt werden.


Zukunft hat unseres Erachtens nur die Maschine mit 5-Achs- Robot-Aggregat. Nur hier ist es möglich, alle Bearbeitungen ohne sogenannte Adapter- oder Winkelaggregate mit deren bekannten Einschränkungen auszuführen. Der Vorteil des Direktantriebs der Robot-Spindel und der immer zur Bearbeitung angepasst programmierbaren Drehzahl ist unübersehbar. Selbst wenn die 5. Achse (BAchse) nur als Stellachse benutzt wird, ist der Vorteil für den Kunden nicht zu übersehen; er muss keine manuellen Neige-Einstellungen an den Adapter- bzw. Winkelaggregaten mehr vornehmen.


Kommen wir auf den Kostenfaktor zurück. Eine 4-Achs-Maschine mit entsprechenden Adapter- bzw. Winkelaggregaten ausgerüstet, hat vor einigen Jahren noch wesentlich mehr gekostet, als heute ein gut ausgestatteter Universal 5-Achs-Automat. Hier ist schon ein voll mitfahrender 10-fach-Wechsler und ein Bohrgetriebe enthalten, wobei das Robot-Aggregat und auch das Bohrgetriebe jeweils über eine eigene Z-Achse verfügen (Werkzeugwechsel am Robot-Aggregat während des Bohrens).


Je nach Kundenanforderung bieten wir größere 5-Achs-Automaten Modell Professional (Auslegermaschine mit 400 mm Bearbeitungshöhe), Idea und Extra (Fahrportalmaschinen in allen Bearbeitungsgrößen) und auch Standportalmaschinen vom Typ Major an.


Im Segment der Großflächen-5-Achs-CNC-Automaten nimmt Uniteam eine führende Rolle ein. Dies zeigen auch unsere Verkäufe bei bekannten Freizeit-Fahrzeugherstellern in Deutschland. Im Bereich der Bearbeitung von X-LAM-Brettsperrholzplatten hat Uniteam Zeichen gesetzt. Es wurden zwei große Hersteller in Italien bedient, wobei auch der osteuropäische Markt, hier besonders Russland, einen erheblichen Zuwachs für diese Automaten aufzeigt.


Siemac hat vor Kurzem an einen der großen X-LAM-Brettsperrholz- Hersteller in Deutschland eine Großflächen-5-Achs-Maschine mit einer Bearbeitungsgröße von 18 500 x 3 500 x 400 mm, mit einigen Sonderaggregaten ausgestattet, geliefert. Zudem wurde zusammen mit einer Uniteam-5-Achs-CNC-Maschine Extra, einer Platten-Bearbeitungsmaschine, welche in dieser Sonderausführung bisher sicherlich noch nie so gebaut wurde, auch die gesamten Automations- Anlagen hierzu geplant und geliefert.


Ein weiteres Segment von Uniteam sind die sogenannten 5-Achs- Balken-Abbundmaschinen. Hier war man einer der ersten Maschinenbauer, welcher die 5. Achse für die Balkenbearbeitung propagierte und dies mit einer Vielzahl von Maschinen zur Auswahl. Mit einer solchen Großanlage Modell Ultra konnten wir in Deutschland ein führendes Holzwerk bedienen.

 

Ein „Geheimnis“ der Universal sind die vielfältigen, modularen Erweiterungsmöglichkeiten. In welchem Umfang wurden die vergangenen Jahre seit Markteinführung genutzt, was hat sich bewährt, was wurde weiterentwickelt, was ist an Zusatzmodulen neu an der Universal hinzugekommen?


Anfangs wurde die Universal nur in der Bearbeitungslänge von 3 200 mm angeboten.


Heute kann der Kunde zusätzlich zwischen 4 200, 5 200 und 6 200 mm wählen. Zudem bieten wir zum voll mitfahrenden 10- fach Wechsler einen am Ausleger mitfahrenden 15-fach Wechsler mit einem darüber angeordneten Sägeblatt-Magazin für einen Blattdurchmesser von 350 mm an. Somit gehen auf keinem der Werkzeugwechsler Nebenplätze durch das Sägeblatt verloren. Die Werkstück-Auflagekonsolen mit den Grundkörpern für Vakuum und (mechanisch-pneumatische) Spanneinrichtungen können jetzt auch auf der Universal, wie früher schon bei allen über diesem Modell liegenden Typen, automatisch kollisionsfrei über das Programm albVentose positioniert werden. Zudem ist jetzt auch der Aufbau eines größeren Bohrgetriebes mit je 11 + 11 vertikalen Bohrspindeln in Achse X+Y mit entsprechenden Horizontalspindeln möglich.

 

Pluspunkte der Universal sind die Flexibilität der Spanneinrichtungen auf den Werkstückauflagen, ein schneller Wechsel dank Bajonettverschluss und die Drehbarkeit aller Spanneinheiten. Bleibt dieses breite Ausstattungsspektrum der Universal auch künftig erhalten? Wird es an anderen Typreihen – also von der Sprint bis zur Major – ebenfalls umgesetzt?


Diese Flexibilität bezüglich der Spanneinrichtungen finden unsere Kunden schon seit geraumer Zeit auf allen Uniteam-Maschinen. Nur auf der 3-Achs-Einsteigermaschine Modell Easy sind noch die früheren Systeme verbaut.

 

Die Vorteile der kardanischen Lagerung bei 5-Achs-Bearbeitungsaggregaten gegenüber der Winkellagerung sind inzwischen anerkannt. Eine begrenzte Bearbeitungshöhe – wie von 220 mm bei der Universal – schränkt diese Vorzüge bei Freiformen nun etwas ein. Was ist hier geplant, wie reagieren Sie auf spezielle oder gar Marktbedürfnisse? Und vielleicht noch tiefergehend: Wie steht Ihr Haus zur 6-Achs- Technologie?


Wie schon eingangs erwähnt, sehen wir den Automaten Universal schon wegen der von Ihnen angesprochenen begrenzten Bearbeitungshöhe nicht unbedingt in der Bearbeitung über alle 5 Achsen interpolierend, sondern mehr 4-Achs interpolierend mit der 5. Achse als sogenannte Stellachse. Gleichwohl gibt es Bearbeitungen über alle 5 Achsen interpolierend, bei welchen die vorgegebene Bearbeitungshöhe absolut ausreicht. Einige unserer Kunden ziehen, sofern hier die Höhe nicht ausreicht, einfach die Grundkörper von den Auflagekonsolen ab und gewinnen somit die entsprechend erforderliche Bearbeitungshöhe.


Alle anderen 5-Achs-Automaten, über der Universal angesiedelt, haben Bearbeitungshöhen ab 400 bis 1 200 mm. Auch in der Bearbeitung interpolierend über 6 Achsen sind wir zu Hause. Hier wurden schon größere Automaten wie die Major z. B. für Gewehrschäfte gebaut.

 

Für Ihre Bearbeitungszentren wird eine SPS-Steuerung mitgeliefert. Gerade im deutschen Markt sind aber hochqualifizierte Spezialisten mit Programmpaketen und Lösungen erfolgreich, die alle notwendigen Fertigungsunterlagen und CNC-Programme zur Verfügung stellen. Wie ist hierzu Ihre Position bzw. welchen Freiheitsgrad hat Ihr Kunde in dieser Entscheidung?


Alle unsere 5-Achs-SPS-Steuerungen sind je nach Kundenwunsch wählbar. Wir bauen normalerweise die Steuerung Albatros Edi 32 von TPA, Mailand, ein, wobei die Schnittstellen für alle CAD/CAM-Programme über Postprozessoren zugänglich sind. Weitere SPS-Steuerungen im ISO-Format stehen von OSAI, Siemens oder sogar Heidenhain zur Verfügung. Auch hier ist die Anbindung an alle CAD/CAM-Systeme möglich.

Herr Siegle, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. 

www.siemac.de 

 

 

Diesen Beitrag und weitere interessante Beiträge finden Sie in HOB 3.2014:

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