Bild: ITM Unitec
HOB im Gespräch mit ...

Volker Gensberger (li.),

Geschäftsführer 


und Thomas Rützler (re.),

Produktmanager bei ITM Unitec 

 

 

 

 

 

„Der Markt braucht dringend einen alternativen Anbieter“

Als Lieferant hochwertiger Maschinenkomponenten ist ITM Unitec seit Mitte 2015 offizieller Vertreter des italienischen Spindelherstellers Hiteco im deutschsprachigen Raum. Über aktuelle Entwicklungen im Backnanger Unternehmen sprach die HOB mit Geschäftsführer Volker Gensberger und Produktmanager Thomas Rützler. 

 

ITM Unitec ist sicherlich manch einem unserer Leser noch nicht im Detail bekannt. Können Sie Ihr Unternehmen daher bitte kurz vorstellen?


Volker Gensberger: ITM Unitec gibt es namentlich seit 2010. Seither ist das 1983 gegründete Unternehmen, das 2007 von der italienischen Mondial-Gruppe übernommen wurde, unter diesem Namen im deutschsprachigen Raum aktiv. Ein weiteres Unternehmen der Mondial- Gruppe, die sich vor allem mit dem Vertrieb von rotativen und linearen Antriebskomponenten beschäftigt, ist das italienische Unternehmen Unitec, das seit Anfang der 70er Jahre Präzisions-Zylinderrollenlager produziert und dessen Produkte wir in den unterschiedlichsten Industrien vertreiben.

 

Welche Produkte gehören darüber hinaus zu Ihrem Spektrum?


Gensberger: In erster Linie beschäftigen wir uns mit Nischenprodukten. Das entspricht auch unseren Kapazitäten mit aktuell acht Mitarbeitern. Zu unserem Spektrum gehören neben Zeichnungslagern, radialen Flachkäfigen, geteilten Nadelkränzen, Lineartechnik sowie klassische Dünnringlager und seit neuestem auch Hochfrequenzspindeln für die Holz-, Aluminium-, Kunststoff- und Composite- Bearbeitung. Teilweise konstruieren und montieren wir Lager selbst, wobei die zugehörigen Teile von ausgesuchten Partnern gefertigt werden. Bei der Entwicklung und Herstellung kundenspezifischer Produkte überzeugen wir durch hohe Flexibilität und schnelle Umsetzung für unsere Kunden.

 

ITM ist also nicht der klassische Händler, sondern bietet dem Kunden die spezifische Lösung.


Gensberger: Richtig, wir verkaufen primär technische Lösungen, die wir gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten und projektbezogen umsetzen. In der Regel handelt es sich um Sonderlösungen, die unsere Mitarbeiter während der gesamten Projektphase betreuen. 75 Prozent unseres Geschäfts macht dabei die Erstausrüstung aus, der Rest geht in den Handel und in die Instandhaltung.

 

In welchen Branchen und Märkten finden diese Lösungen Einsatz?


Gensberger: Unser Kundenkreis ist sehr breit gefächert. Er reicht vom Werkzeugmaschinenbau, wo unsere Produkte in Fräsköpfen und Rundschalttischen eingesetzt werden, über den allgemeinen und den Textilmaschinenbau bis hin zu Getriebeherstellern. Des Weiteren sind wir auch im Automotivbereich und in der Wellpappe-Herstellung aktiv. Dabei gilt stets: Wir stellen dem Kunden ein einbaufertiges Produkt mit hoher Wertschöpfung zur Verfügung, das am Markt als Standardprodukt so nicht erhältlich ist.

 

Gibt es aktuelle Bestrebungen, die Präsenz auf neue Märkte auszuweiten?


Gensberger: Grundsätzlich segmentieren wir die Märkte nach Produkten. Forciert werden die Aktivitäten dann nach entsprechenden Produktgruppen. Aufgrund unseres breit gefächerten Produktspektrums haben wir vielfältige Möglichkeiten, in nahezu alle Industriezweige zu liefern. In der Stahlverarbeitung versuchen wir derzeit intensiv unsere Präzisionsstützrollen in neuen Anwendungsbereichen zu etablieren. In der Holz verarbeitenden Industrie gehen unsere Aktivitäten momentan stark in Richtung Hochfrequenzspindeln, Fräsköpfe und Aggregate. Bis vor Kurzem waren wir hier ausschließlich mit unserer Lineartechnik vertreten. Mit dem Produkt Hochfrequenzspindel wollen wir künftig in neue Anwendungsbereiche vorstoßen.

 

Basis dieser Aktivitäten ist die Zusammenarbeit mit dem italienischen Spindelbauer Hiteco, dessen offizieller Vertreter im deutschsprachigen Raum ITM seit dem letzten Jahr ist. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?


Gensberger: Ganz einfach: Wir haben Produkte in unserem bestehenden Portfolio, die für den Bau von Spindeln verwendet werden, zum Beispiel Spindellager. Dass es zu einer Zusammenarbeit kam, hängt aber auch mit der jahrelangen Erfahrung und zahlreichen Kontakten zusammen, die Herr Rützler in der Spindel- Branche gesammelt hat. Offiziell haben wir zum 1. Juli 2015 die Vertretung von Hiteco übernommen. Seither sind wir im Projektgeschäft, worum es bei diesen Produkten hauptsächlich geht, sehr aktiv. Die ersten Testspindeln laufen bereits erfolgreich in Feldtests und werden in diesem Jahr auch in die Produktion gehen.

 

Hiteco stellt neben Spindeln auch noch andere Produkte her. Welche davon vertreiben sie im deutschsprachigen Raum?


Thomas Rützler: Grundsätzlich können wir das ganze Programm von Hiteco liefern. Das sind Hochfrequenzspindeln, luft- und wassergekühlt von 4 bis 30 Kilowatt, kardanische und kartesische 2-Achs-Fräsköpfe und die dazugehörigen Einheiten, ebenso wie CNC-Bohrköpfe, Aggregate, Saugnapfebenen und Zubehör. Dabei ist der deutschsprachige Markt zwar unser Kerngebiet, wir liefern aber auch in andere europäische Länder.

 

In der Holzbearbeitung ist die Spindel ein preissensibles Produkt, für das es wenige Anbieter gibt. Welche Chancen sehen Sie, sich in diesem Markt zu etablieren?


Rützler: In der Vergangenheit hat sich der Wettbewerb Marktanteile von 70 bis 80 Prozent gesichert. Aus unserer Sicht ist das hochgefährlich, sodass der Markt dringend einen alternativen Anbieter braucht. Dies ist Herausforderung und Chance zugleich. Von der Qualität und vom Preis sehen wir die Hiteco Spindeln als absolut wettbewerbsfähig an. Hiteco hat in den 30 Jahren, in denen das Unternehmen Spindeln fertigt, mehrere Innovationen in den Spindelbereich eingeführt. In der Holzbearbeitung gehört dazu die erste Hochfrequenzspindel wie auch das HSK-Spannsystem. Die aktuellen Produkte sind standardmäßig mit einer ISO30 oder mit einer optimierten HSK-Aufnahme ausgerüstet, die ein optimales Abblasen der Planfläche gewährleistet.

 

Welche Vorteile erwarten ITM und Hiteco langfristig von der Zusammenarbeit?


Rützler: Indem wir unsere jeweiligen Kernkompetenzen in die Zusammenarbeit einbringen, wollen wir über die Erweiterung der Produktpalette noch tiefer in die Märkte eindringen. So ist es für die ITM wünschenswert, über die Spindel einen Marktzugang zu den Holzbearbeitungsmaschinenherstellern aufzubauen, den wir für die tiefere Implementierung unserer Produkte nutzen können. Dabei möchten wir den Märkten, die teilweise stark gekapselt sind, ein Stück weit helfen, indem wir vorhandene Technologien in neue Märkte einbringen. Wir wollen nicht da aufhören, wo unsere Produkte zu Ende sind, sondern weitergehen und neue Konzepte erarbeiten und unseren Kunden näherbringen. Dabei ist es oft hilfreich, dass wir das Know-how von einer Industrie in die andere mitnehmen.

 

Mittelfristig planen Sie auch, einen Spindel- Service aufzubauen. Was sind die Inhalte?


Rützler: Momentan haben wir ein dreistufiges Service-Konzept, mit dem wir Kunden flexibel und kurzfristig helfen können. Die erste Stufe besteht darin, Spindeln von Hiteco im Werk kurzfristig reparieren zu lassen. Außerdem können wir dem Kunden revisionierte, in Italien vorrätige Standardspindeln innerhalb von drei Tagen zur Verfügung stellen. Das geschieht zu einem festen Tauschpreis. In der dritten Stufe übernimmt eine Partnerfirma, die über eine langjährige Erfahrung im Spindelbereich verfügt, anstehende Reparaturen. Künftig werden wir am Standort auch einen eigenen Service-Stützpunkt aufbauen. Ab Mitte 2017 sollen dann hier Spindeln demontiert, repariert und wieder montiert werden.

 

Was sind die nächsten Schritte der Zusammenarbeit von ITM und Hiteco?


Gensberger: Mit Unterstützung von Hiteco werden wir die bereits begonnene Schulung unserer Mitarbeiter intensivieren. Außerdem wird es gemeinsame Messeauftritte und Marketingaktionen geben. In dieser Etablierungsphase sind wir vor allem darauf bedacht, Hiteco als Firma bekannt zu machen.

www.itm-unitec.com  

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Diesen Beitrag und weitere interessante Beiträge finden Sie in HOB 3.2016:


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