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HOB im Gespräch mit ...

Markus Hüllmann (li.)
geschäftsführender Gesellschafter

Andreas Wapelhorst (re.)
technischer Leiter

bei G. Kraft Maschinenbau GmbH

 

 

 


Das Richtige für den Anwender

Die G. Kraft Maschinenbau GmbH feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Firmenjubiläum. Anlass genug, um über die aktuellen Entwicklungen im Unternehmen zu berichten. Markus Hüllmann, seit dem 1. Januar geschäftsführender Gesellschafter von Kraft, sowie Andreas Wapelhorst, technischer Leiter, stellen diese im Gespräch mit der HOB vor.


Herr Hüllmann, seit Anfang des Jahres hat die G. Kraft Maschinenbau GmbH mit Ihnen eine neue Führung. Sie haben damit den Staffelstab von Ferdinand Kraft übernommen, der das Unternehmen in sechster Generation führte.


Hüllmann: Das ist richtig, zum 1. Januar habe ich die G. Kraft Maschinenbau GmbH mehrheitlich erworben. Seither bin ich Geschäftsführer neben dem langjährigen geschäftsführenden Gesellschafter Ferdinand Kraft. Eine Lösung, mit der wir zu einer geordneten Nachfolgeregelung gefunden haben. Gekommen bin ich zu Kraft mit den Erfahrungen einer über zwanzigjährigen Tätigkeit im Maschinen- und Anlagenbau. So war ich beispielsweise zuletzt Vorstand bei der GEA Group AG in Düsseldorf.

 

Wie stellt sich Ihnen Kraft als Unternehmen heute dar?


Hüllmann: Kraft ist aus meiner Sicht ein Unternehmen mit enormem Potenzial, das in den letzten Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen hat. So haben wir uns zu einem Lösungsanbieter entwickelt, der nicht mehr nur die einzelne Maschine, sondern die komplette verfahrenstechnische Lösung im Angebot hat. Viel getan haben wir in den letzten Jahren auch auf der Steuerungs- und Automatisierungsseite mit dem Aufbau eigener Kompetenzen, sodass der Kunde heute Lösungen aus einer Hand erhält. Die Marktdurchdringung, die damit verbunden ist, eröffnet uns Wachstumschancen in unterschiedlichsten Segmenten, die wir intensiv ausschöpfen wollen.

 

Mit welchen strategischen Maßnahmen wollen Sie diese Chancen umsetzen?


Hüllmann: Die weitere stringente Ausrichtung als Komplettanbieter – alles aus einer Hand – bietet ausgezeichnete Geschäftsmöglichkeiten, die wir konsequent verfolgen. Besonders im Hinblick auf die Internationalisierung unserer Geschäfte und den Service sehen wir Möglichkeiten, unser Leistungsspektrum nachhaltig zu stärken und auszuweiten. Dafür liefert Kraft schon heute Technologien, die sich vom Transport über die Bearbeitung bis hin zur Verpackung anspruchsvoller Produkte in unterschiedlichsten Industriebereichen erstrecken. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der immer wichtigeren Automatisierungskompetenz, die wir konsequent weiterentwickeln, um unseren Kunden den bestmöglichen Nutzen zu bieten.

 

Werden diese Ausrichtungen mit Änderungen beziehungsweise Schärfungen im Produktspektrum verbunden sein?


Wapelhorst: In der Vergangenheit ist Kraft als Sondermaschinenbauer am Markt aufgetreten, der sprichwörtlich alles umsetzt. Schon in den letzten Jahren hat es jedoch eine Fokussierung auf ausgesuchte Produktbereiche gegeben. Heute steht Kraft für Lösungs-Know-how in den Bereichen Türen und Zargen, Fußboden, Dämmstoffe und Bauelemente, Verpackung, Lager- und Materialflusssysteme sowie Sonderentwicklungen, in denen wir die Zukunft sehen und der Kunde individuelle Lösungen bekommt. Zugleich wollen wir die Sonderlösungen, für die wir stehen, zunehmend aus Komponenten erstellen, die wir in großen Teilen schon begreifen. Das heißt, die Sonderlösungen, die wir bieten, sollen immer besser in das Umfeld bereits erstellter Lösungen passen. Hier werden wir uns künftig weiter fokussieren und die angefragten Entwicklungen dezidiert auswählen.

 

Sie haben das Geschäftsfeld Lager- und Materialflusssysteme erwähnt, ein Bereich, wo Kraft in der Vergangenheit weniger wahrgenommen wurde.


Wapelhorst: Sie haben recht, diese Systeme wurden von uns in der Vergangenheit nicht ausreichend vermarktet, sodass sie zu wenig bekannt waren. Aber das ändern wir gerade. Lagersysteme von Kraft, die vom Kompaktlager auf kleinem Raum und bis zur High-End-Variante reichen, umfassen intelligente Lagertechnik, maßgeschneiderte Transporttechnik und leistungsfähige Softwareapplikationen für ein großes Teilespektrum. Indem die Softwareapplikationen kundenspezifisch angepasst werden, ermöglichen sie dem Anwender eine hohe Funktionalität und ein Optimum an Leistung. Eine einfach zu bedienende Steuerung erleichtert dabei die tägliche Arbeit.


Hüllmann: Lager- und Materialflusssysteme sind für uns ein Riesenmarkt. Die Erfahrungen, die wir hier über die Jahre gesammelt haben, wollen wir künftig auf neue Marktsegmente wie etwa Holzhändler adaptieren. Dafür haben wir sehr gute Lösungen, was wir nun verstärkt kommunizieren werden.

 

Ein weiterer Bereich in Bewegung sind die Verpackungsmaschinen. Hier hat Kraft auf der diesjährigen Logimat den Kartonschneideautomaten VPS 100 vorgestellt.


Wapelhorst: Die Präsentation des neuen VPS100 zeigt den Stellenwert, den die Verpackungstechnik in unseren Unternehmen inzwischen hat. Auch hier haben wir in der Vergangenheit zwar viel getan, es hat sich aber in der Vermarktung nicht adäquat niedergeschlagen. Vor diesem Hintergrund haben wir beschlossen, den Verpackungsbereich komplett neu aufzubauen. Die aktuellen Produkte geben dieser Strategie recht. So gibt es nach unserer Kenntnis nur Anbieter am Markt, die entweder Pappe oder Folie anbieten. Wir können jedoch beides. Das zeigt der VPS100, den wir auf der Logimat mit Wechsler präsentiert haben. Hier sind wir nicht nur in Design und Haptik neue Wege gegangen, sondern auch bei der Maschinendynamik. Indem wir rein elektrische Antriebe verwenden, sind unsere Verpackungsmaschinen viel dynamischer als vergleichbare Wettbewerbsprodukte. Außerdem wird das Schneidbild mit dieser Technologie hochgradig reproduzierbar. Wir haben also gegenüber den marktgängigen Lösungen Alleinstellungsmerkmale gefunden, die dem Kunden deutliche Vorteile bringen. Das belegt auch die neue Schneideinheit des Kartonschneideautomaten, mit der Anwender alternativ rillen, schneiden, perforieren und ritzen sowie damit die Flexibilität und Effizienz der Bearbeitung erhöhen können.


Hüllmann: Ähnliche Fortschritte können wir im Bereich Folie vorweisen, wo wir einen Folienleger mit Schrumpftunnel entwickelt haben. Wir haben hier nicht nur die Energieeffizienz erhöht, wir haben auch das Transportsystem komplett geändert. Dabei bietet der Schrumpftunnel, der mit einem flächigen Band arbeitet, je nach Anwenderbedürfnissen unterschiedlich gestufte Durchlässe. All das demonstriert: Wir sehen im Bereich Verpackungsmaschinen großes Potenzial für Kraft, sei es als Einzelmaschine oder verkettete Gesamtanlage.

 

Bei Ihren Ausführungen zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens haben Sie betont, dass sich Kraft stringent als Komplettanbieter aufstellt, der alles aus einer Hand liefert. Welche Folgen hat das für den Kunden?


Hüllmann: Neben Komplettanlagen entwickeln wir immer wieder Maschinen, die der Automatisierung von Produktionsabläufen dienen. Für den Kunden sollen daraus eine höhere Effizienz und deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit resultieren. Außerdem übernimmt Kraft auf Wunsch die Aufgabe als Generalunternehmer für komplette Entstehungsprozesse. Die Ideen- und Konzeptfindung, Projektierung, Konstruktion und Entwicklung gehören hier ebenso dazu wie die Fertigung, Montage und Inbetriebnahme bis hin zur Schulung und zum After-Sales-Service. Von großem Nutzen für den Kunden ist bei diesen Gesamtkonzeptionen, dass wir das Problem der Schnittstellen beherrschen und das Projektmanagement ohne externe Zulieferer komplett im Haus haben.

 

Großes Potenzial für die Entwicklung von Kraft sehen Sie zudem im Service.


Hüllmann: Ja, das habe ich hervorgehoben. Kraft bietet unseren Kunden ein professionelles Service-Konzept – individuell abgestimmt auf die jeweiligen Produktionseinrichtungen. Zu diesem Konzept gehören sehr unterschiedliche Komponenten. Stichworte sind unter anderem die Instandhaltung, die Optimierung vorhandener Anlagen oder die Bereitstellung von Ersatzteilen. So reparieren wir etwa jede von uns gelieferte Komponente ausschließlich mit Originalersatzteilen. Die Ausführung erfolgt durch unser Service-Team. Im Bedarfsfall helfen wir bei Fremdanlagen.


Wapelhorst: Außerdem berät unser Ersatzteilteam die Anwender umfassend zu Ersatzteilen und beliefert sie schnell und termingerecht. Prozesssicherheit und die Vermeidung unnötiger Ausfallkosten sind die Folge. Weil das Ziel des Anwenders in der Regel ist, stets auf dem neuesten Stand zu sein, bieten wir ihm zudem die Optimierung seiner Maschinen und Anlagen. Die Steigerung der Leistung und Verfügbarkeit können dabei ebenso Ziele sein wie der Einbau energiesparender Antriebskonzepte, das Ermitteln von Potenzialen im Druckluftnetz oder die Umsetzung von Retro-Fit-Konzepten.

 

Eine letzte Frage: Leistungssteigerungen werden nicht zuletzt durch Steuerungs- und Automatisierungskonzepte erreicht. Was hat Kraft hier aktuell vorzuweisen?


Wapelhorst: Bei der Automatisierung haben wir uns auf Anwendungen spezialisiert, bei denen Industrieroboter eingesetzt werden. Auch hier sind wir weltweit für die verschiedensten Branchen tätig. Außerdem verfügen wir mit KCS über ein eigenes Steuerungssystem, mit dem Anlagen mit Beckhoff-Steuerungen automatisiert werden. Angefangen bei SPS über CNC bis hin zu Robotertechnik werden damit verschiedenste Technologien abgedeckt. Aus Kundensicht sprechen dabei drei wesentliche Argumente für derartige Steuerungssysteme: die weitreichenden Visualisierungsmöglichkeiten, der hohe Flexibilitätsgrad sowie die Geschwindigkeit des Datentransfers und der reagierenden Maschine. Dabei setzen wir über der Maschinensteuerung unsere eigene Fertigungsleittechnik ein. Die meisten Maschinenbauer haben dies nicht im eigenen Hause.

www.kraft-maschinenbau.de

 

 

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