IMA Novimat
Laserkanten auf Hochglanz

Es spricht sich herum: Laser Edging bedeutet nicht nur „Nullfuge“ – damit lassen sich auch Einsparungen erzielen.

Der Küchenhersteller Bau-for-mat in Löhne stellt derzeit von Hochglanzlack auf gelaserte und danach polierte ABS-Kanten an hochglanzbeschichteten Spanplatten um. Diese Technik bietet eine gleichwertige Optik zur Lackoberfläche. Für den Bereich Eigenfertigung bedient sich Bau-for-mat seit Kurzem einer Kantenbearbeitungsmaschine Typ Novimat von IMA Klessmann aus Lübbecke.

Die nicht mehr sichtbaren Fugen des IMA Laser Edgings zeigen eine neue Entwicklungslinie auf: Hochglanzbeschichtete Spanplatten sind dabei das Ausgangsprodukt. Mit geeigneten Einrichtungen lassen sich die profilgefrästen Kantenmaterialien auf Hochglanz polieren. Dieser Glanz ist identisch mit dem der gesamten Fläche. Keine sichtbare Fuge unterbricht den perfekten Eindruck, ganz so, wie bei komplett hochglanzlackierten Bauteilen.


Derart hochwertige Fronten bezieht Bau-for-mat von einem Zulieferer, der kommissionsweise anliefert. Deren perfekte Optik soll sich nach dem Willen der Bau-for-mat- Designer im gesamten Blickfeld des Küchenkäufers widerspiegeln. Durch die Vielzahl der dafür infrage kommenden Ergänzungselemente wie zum Beispiel Stollen, Abschlussseiten und Passleisten kommt ein Outsourcing aber nicht infrage; man wollte diese bisher herkömmlich bekanteten Bauteile weiterhin im eigenen Hause fertigen. Damit hat der Küchenhersteller auch die Möglichkeit, selbst fehlende Hochglanzfronten kurzfristig anzufertigen.


Für Torsten Grziwa, den Technischen Leiter der Bau-for-mat Küchen GmbH & Co. KG, war der Einstieg in die Eigenfertigung von Werkstücken mit Laserbekantung und Hochglanz mit bestimmten Forderungen verbunden: Die Werkstücke sind kommisionsweise zu fertigen, deshalb muss die Anlage für Losgröße 1 ausgelegt sein. Eine zukunftsorientierte Kapazitätsberechnung ergab, dass die geforderten Laufmeter und die Anzahl der Kanten mit einer einseitig arbeitenden Kantenmaschine mit Werkstückumlauf und Handbeschickung zu erreichen sind. Maschinenfallend mussten die Bauteile einbaufertig sein, Nachoptimierungen waren nicht erwünscht.

 

Einfach und wartungsfreundlich


Aus dem Spektrum der angebotenen Systeme kristallisierte sich das Novimat-System der IMA Klessmann GmbH heraus. Hier fand Torstern Grziwa seine Vorstellungen optimal umgesetzt. Das für die Aktivierung der Funktionsschicht auf den ABS-Kanten eingesetzte IMA Laser Edging bestach durch seine Einfachheit und Wartungsfreundlichkeit. Mit nur einem Parameter wird eine Optik verändert, die den Laserstrahl der Kantenhöhe anpasst. Beim IMA Laser Edging wird mittels einer Zoom-Optik der Laserstrahl auf einen großen Wärmefleck ausgeweitet. Durch den materialschonenden Wärmeübergang wird eine sehr gleichmäßige und wiederholgenaue Durchwärmung der Funktionsschicht erreicht. Verfahren, die den originalen Laserstrahl mittels eines Schwingspiegels über die Breite des Kantenbandes oszillieren lassen, erreichen einen eher ungleichmäßigen Wärmeeintrag. Die hohen, punktuellen Temperaturen führen zu enormem Stress in der Funktionsschicht. Zudem unterliegt die Schwingspiegelapparatur mechanischen Belastungen, die zusätzlichen Verschleiß verursachen und die Lebensdauer begrenzen. Dagegen wird im IMA-System die Zoomoptik nur dann aktiv, wenn die Höhe des Wärmeflecks an andere Kantenabmessungen angepasst werden muss.

 

Zahlreiche Möglichkeiten


Der Wärmebedarf ist von der Art der Funktionsschicht und besonders von der Farbe des Kantenbandes abhängig. Von Schwarz bis zum klaren Weiß steigt der Energiebedarf um fast 100 Prozent. Der spezifische Energiebedarf jeden Kantenbandes ist in der Kantendokumentation angegeben. Mit diesem Wert errechnet die IMA-Maschinensteuerung unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Lasers dessen Einstellung und die maximale Geschwindigkeit des Fügeprozesses. Das IMA Laser Edging sieht an der Maschine nur die Mündung des Lichtleitfaserkabels mit der rechtwinkligen Umlenkung und der Zoom-Optik vor. Nur diese relativ unempfindliche Komponente liegt im Einflussbereich der Maschine und ist Vibrationen und Staub ausgesetzt. Die gesamte übrige Diodenlasertechnik befindet sich in einer Unit, die sowohl neben der Maschine als Einheit mit der Kühlung platziert werden kann als auch bis zu 100 m entfernt sein darf. Diese Eigenschaft bietet zusätzliche Möglichkeiten, wenn ein Betrieb in Zukunft mehrere Lasermaschinen im Betrieb hat. IMA verwendet sowohl für die Kantenmaschinen als auch bei den BIMA-Zentren den gleichen Lasertyp. Zwei Maschinen können über eine Strahlweiche von einem Lasergenerator wechselweise mit Energie versorgt werden. Bei einem Maschinenpulk sind kostensparende Kombinationen denkbar. Erfordert jede Maschine ihre eigene Laserquelle, kann die Redundanz durch ein Reservegerät die stete Betriebsbereitschaft sicherstellen. Wartungs- und Reparaturmaßnahmen an der Lasereinheit finden außerhalb der Maschine statt, die mit anderen Aufgaben weiter betrieben werden könnte. Für neue Entwicklungen sind die Verantwortlichen bei Bau-for-mat gut gewappnet, ein Upgrade beeinflusst nicht die Maschine.


Die Diodenlaserquelle ist so aufgebaut, dass Ausfälle innerhalb der Diodenbarren vom Stapelmanagement erkannt und die betroffenen Diodenstapel abgeschaltet werden. Dies führt nicht zur Gesamtabschaltung. Durch die Kompensationsmöglichkeit werden weiterhin 80 bis 90 Prozent der Leistung bereitgestellt.


Bis auf den Zuführschacht für die Kanten ist der Laserbereich sicher abgeschirmt. Trotzdem ist der Zugriff bei Kantenstörungen einfach und schnell möglich. Die Funktionsschicht emittiert bei der Erwärmung schädliche Gase, die vorschriftsmäßig abgesaugt und in einem Filtersystem unschädlich gemacht werden. Die Absaugluft wird danach direkt und energiesparend der Halle wieder zugeführt.

 

Auf Flexibilität und Qualität gesetzt


Der Austausch gegen ein herkömmliches Klebersystem lässt sich in kurzer Zeit vornehmen. Das hat Torsten Grziwa bewogen, auf Flexibilität zu setzen und diese Einrichtung zu ordern: „Wir wollen im Moment nur helle Farben lasern, alle anderen Sorten erreichen auch mit dem IMA-Verleimsystem eine – im Vergleich zum Laser Edging – gute Fuge. So gehen wir sicher, dass die neue Maschine auch Kanten ohne Lasereignung verarbeiten kann.“


Ein weiterer Pluspunkt war für Torsten Grziwa die Sicherheit, mit dem IMA Kopierfräsaggregat KFA das wohl beste Ergebnis bei der Bearbeitung der Konturen zu erzielen. Gerade in Verbindung mit der anspruchsvollen Lasertechnik und dem Hochglanzeffekt kommt der vollendeten Qualität der Werkstückecken besondere Bedeutung zu. An diesen Ecken kann – und muss – nach der Maschine manuell keine Qualitätsverbesserung mehr vorgenommen werden.


IMA hat mit den Laser Edging Anlagen den optimalen Weg für die Nullfuge und die Hochglanzkante aufgezeigt. Der bekannten Stabilität der IMA Kantenbearbeitungsmaschine Novimat kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Bei der dünnen Schmelzschicht, die nur zu gut einem Zehntel aufgeschmolzen wird und sich in der Spanplattenstruktur verankert, ist jede Abweichung vom rechten Winkel kritisch. Die exzellente Struktur der gefrästen – nicht gesägten – Schmalfläche, die auch noch von losem Staub saubergeblasen wird, ist die unabdingbare Basis für die haftfeste Verbindung der Kunststoffkante mit der Spanfläche.


Im weiteren Verlauf ist die optimierte Anwendung von chemisch und physikalisch wirkenden Flüssigkeiten für den Hochglanzeffekt ein weiteres Muss. Düsen ermöglichen einen sparsamen Auftrag vor den entsprechenden Bearbeitungsaggregaten. Die Mittel sorgen für Schmierung und vermeiden damit Roll- und Gleitspuren, kühlen das vom Laser erwärmte Kantenband und reinigen im letzten Arbeitsgang von allen verbliebenen Resten. Ihre teilweise antistatische Wirkung verstärkt die Effizienz der Absaugung.


Eine besondere Bedeutung hat die Kombination Profilziehklinge und Polieraggregat. Die speziell optimierte Duo-Ziehklinge erzeugt eine weißbruchfreie Radiusfläche. Diese Oberfläche ist bereits glatt und hervorragend für das nachfolgende Polieren geeignet. Dafür kommen Polierscheiben mit einem standfesten Tuchbesatz zum Einsatz. Damit sie ihre Aufgabe effektiv ausführen, nehmen sie in regelmäßigen Abständen Polierpaste auf. Diese sehr feste Masse besteht aus einem speziellen Wachs und einer sehr fein gemahlenen Gesteinsart. Sie ist zu einem Riegel verpresst, der von einer Zustelleinrichtung für eine einstellbare Zeit zur Tuchscheibe gedrückt wird.


Wenn die nun hochglänzenden Werkstücke die nachfolgende Reinigungseinrichtung passiert haben, sind sie von rundum lackierten Bauteilen kaum zu unterscheiden. Komplettiert wird die einseitig arbeitende IMA Novimat mit einer Rückführeinrichtung für die Werkstücke. Derzeit übernimmt das Handling ein Bediener, bei steigender Anforderung können Automatisierungen eine Entlastung bringen. Eine jetzt schon wirksame Entlastung ist in der betriebseigenen Lackierabteilung zu spüren. Neben der eigentlichen Lackierung fallen auch die vielfältigen Vorbereitungsarbeiten weg. Mit der IMA Novimat mit Laser Edging und den Hochglanzkomponenten fertigt Bau-for-mat aber nicht nur Möbelteile, die so aussehen wie lackiert, bei der richtigen Materialwahl können auch Rohlinge hergestellt werden, die danach tatsächlich noch lackiert werden können. Die „Laserfuge“ ist nach dem Lackieren nicht mehr wahrzunehmen, Schleif- und Füllerarbeiten entfallen ganz.

www.ima.de  
www.bauformat.de

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