Bild: Pilz
Mit Hochdruck sicher pressen

Ob Dekore und moderne Oberflächen für die Möbelindustrie oder Paneele für Fassaden- und Wandverkleidungen – das Portfolio von Fundermax umfasst unterschiedlichste Schichtstoff-Dekorplatten für den Innen- und Außenbereich. Um dem kontinuierlichen Wachstum gerecht zu werden, investiert das österreichische Unternehmen regelmäßig in die Modernisierung seiner Fertigungsanlagen.

Für das Retrofit seiner Hochdruckpressen setzte es dabei auf das Automatisierungssystem PSS 4000 von Pilz, mit dem sich alle Sicherheitsfunktionen einfach nachrüsten ließen.

 

Als Teil der international agierenden, in österreichischem Privatbesitz stehenden Constantia Industries AG hat sich Fundermax auf die Herstellung von Holzwerkstoffen und dekorativen Laminaten spezialisiert. Das Unternehmen fertigt in Österreich an insgesamt fünf Produktionsstandorten, an denen Dünnschichtlaminate mit Stärken von 0,8 bis 1,2 Millimeter beispielsweise für Tür- und Wandverkleidungen sowie Dickschichtlaminate für den Außen- und Innenbereich gefertigt werden. Qualität, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der Produkte stehen für Fundermax dabei im Vordergrund, und auch verhältnismäßig kleine Losgrößen sollen wirtschaftlich angeboten werden können.

 

Laminatherstellung unter Hochdruck


HPL-Schichtstoffe sind ein Verbund aus mehreren Papierschichten sowie Phenol- und Melaminharzen. Bei Fundermax werden für die Herstellung zwei verschiedene Papiersorten verwendet, wobei mehrere Schichten des sogenannten Kraftpapiers, das sich ähnlich einem Löschblatt verhält und das eingebrachte Phenolharz quasi aufsaugt, den Kern bilden. An den Oberflächen kommen im Anschluss individuell bedruckte Dekorpapiere zum Einsatz, die mit Melaminharz getränkt werden. Unter hohem Druck von bis zu 80 Kilogramm pro Quadratmeter und Temperaturen im Bereich von 165 bis 180 Grad Celsius erfolgt in mannshohen Pressen die Homogenisierung der Papier-Harz-Pakete zu Laminatplatten. Ein solcher Pressvorgang dauert rund 20 Minuten. Nach der kontrollierten Abkühlung werden die Platten an ihren Längs- und Querseiten beschnitten und der Qualitätskontrolle unterzogen. Wenn alles passt, gelangen die fertigen Laminate schließlich in den Versand. Diese Herstellung der Schichtstoffe garantiert eine hohe Widerstandsfestigkeit gegen Abrieb, Stoß, Verkratzen und Temperaturschwankungen.


In den kommenden Jahren rechnet Fundermax mit einer starken Ausweitung der HPL-Produktion. Um diesem Kapazitätsanstieg entgegnen zu können, mussten die Fertigungsanlagen sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht, sprich einem Retrofit unterzogen werden. Für das anstehende Retrofit holte man sich mit dem Automatisierungsunternehmen Pilz erstmals einen externen Sicherheitsexperten ins Boot, der mit seinem umfassenden Dienstleistungsangebot alle Anforderungen abdeckte und als Generalunternehmer für das gesamte Projekt fungierte: von der Risikobeurteilung über das Engineering und den Umbau bis hin zur Inbetriebnahme und abschließenden Validierung.

 

Dienstleistung aus einer Hand


Bei Bestands- wie auch Neuanlagen wird Sicherheit bei Fundermax großgeschrieben. Oberste Priorität hat dabei die Sicherheit der Mitarbeiter. Deshalb hat sich das österreichische Unternehmen zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren sukzessive alle bestehenden, bewährten Anlagen sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand zu bringen. Mit dem erfolgreich abgeschlossenen Retrofit der Hochdruckpresse 3 für die Produktion von Schichtstoff-Platten wurde dieses Vorhaben erfolgreich gestartet. „Dabei handelt es sich um eine unserer ältesten Anlagen, die schon in den 1960er Jahren eingerichtet wurde“, berichtet Martin Paynik, Projektingenieur Maschinenbau bei Fundermax. Mechanisch funktioniert die Presse einwandfrei, auch aktuelle Produktionstechniken lassen sich damit sehr gut umsetzen. Anders jedoch die Elektro- und Steuerungstechnik, die technisch nicht mehr aktuellen Standards entsprach. Deshalb war die Investition in eine Modernisierung der Automatisierungs- und Sicherheitstechnik notwendig.


„Wir kannten Pilz schon lange – allerdings als Hersteller von Sicherheitsprodukten. Auf das umfassende Dienstleistungsangebot und die Engineering-Kompetenz wurden wir erst im Zuge eines Pilz-Sicherheitsseminars aufmerksam“, erinnert sich Paynik. Die Experten aus Ostfildern erfassten zunächst den Status Quo der Presse und erstellten eine Risikobeurteilung. Auf dieser Basis erarbeiteten sie dann gemeinsam mit Fundermax das passende Sicherheitskonzept. Dabei berät der Automatisierungsspezialist produktunabhängig, der Einsatz von Pilz-Komponenten ist fakultativ, im Vordergrund steht die kundenspezifische Beratung.

 

Risikobeurteilung muss der erste Schritt sein


Anhand des gemeinsam erstellten Sicherheitskonzepts und der resultierenden Vorgaben für die Modernisierung der Sicherheits- und Standardautomatisierung übernahm Pilz das komplette Engineering für die Umrüstung. Alte Schütze und Relais wurden ebenso ersetzt wie zahlreiche elektrische Leitungen, verschiedene Sensoren und Aktoren sowie die Pneumatik. „So konnten wir nicht nur einige neue Funktionen realisieren, die Presse ist heute auch sicher ausgeführt und einfacher zu bedienen. Dank der modernen Technik sank zudem der Energieverbrauch“, bringt Paynik die Vorteile auf den Punkt.


Als sicherheitstechnisches Herzstück fungiert im neuen Schaltschrank das Automatisierungssystem PSS 4000 von Pilz, das sämtliche Sicherheits-Steuerungsaufgaben übernimmt. Das Sicherheitskonzept beinhaltet unter anderem Schutztürsysteme Psensgate, Lichtgitter Psenopt, Zustimmtaster Pitenable, Befehlsgeber Pitjog für die Zweihandbedienung sowie den Drehgeber Psenenco für die Überwachung sicherer Geschwindigkeiten. Möglich ist heute auch der sichere Handbetrieb, die der zentrale Betriebsartenwahlschalter Pitmode am neuen Bedienpult zulässt. Außerdem sorgt das Bedienterminal Pmivisu mit Touchscreen über ein zentrales Display für eine hervorragende Visualisierung.


Der eigentliche Umbau erfolgte in nur wenigen Wochen. Vor der Wiederinbetriebnahme führte Pilz eine umfassende Validierung der Anlage aus, bei der alle in der Risikobeurteilung definierten, sicherheitsrelevanten Schutzmaßnahmen nochmals überprüft wurden.


Die Anlage entspricht nach dem umfassenden Retrofit sicherheitstechnisch dem modernsten Stand der Technik. Der österreichische Holzwerkstoffhersteller ist mit dem Service und der eingesetzten Automatisierungslösung PSS 4000 hundertprozentig zufrieden: „Es gibt sehr nützliche Details, in denen sich das System von anderen am Markt verfügbaren Produkten unterscheidet und die sich in der Praxis positiv bemerkbar machen“, fasst Paynik zusammen.

www.pilz.com

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