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Universell einsetzbar mit komfortabler Bedienung

Das hochwertige Schleifen einer breiten Palette von Furnier- und Lackoberflächen war die Kernforderung, welche die Tischlerei Voltmann an ihre neue Breitbandschleifmaschine stellte. Zusätzlich sollte das Kalibrieren von Holzwerkstoffen möglich sein. Entschieden hat man sich am Ende für eine Bütfering, die mit universeller Einsetzbarkeit und neuer komfortabler Bedienung per Powertouch-Steuerung auch prompt überzeugte.

MICHAEL HOBOHM


Es war ein schöner Auftrag, den Michael Voltmann erst kürzlich wieder in seiner 15-Mann-Tischlerei erfüllen konnte: ein Waschtisch für einen Privatkunden, der mit einer Ablagefläche in Betonoptik und weiß lackierten Fronten auszustatten war. Schön deshalb, weil er damit einmal mehr die Stärken seiner neuen Bütfering ausspielen konnte. Dabei musste der in Spachteltechnik gearbeitete Ablagebereich erst besonders plan geschliffen, dann mit einer speziellen Betonstruktur versehen und schließlich zweimal mit Klarlack beschichtet werden. Die gefüllerten Fronten wiederum wurden per Vorschliff- und abschließendem Lackzwischenschliff bearbeitet.

 

Vielfältige Materialien, Formate und Oberflächen verarbeitet


Seit April ist die Bütfering SWT 325 QX Teil des modernen Maschinenparks in Rheda-Wiedenbrück. Ein automatisches Lager TLF 210 und eine Korpuspresse MPH 450, eine liegende Säge HPP 300, eine Kantenanleimmaschine KDF 860 und ein Dübelautomat ABD 050 sowie drei Bearbeitungszentren (profiline BHC 260, Venture 114 und eine BHX 200) belegen die Affinität des Tischlereiinhabers zur Maschinentechnik aus der Homag Group. Vernetzt sind die Maschinen über die Teileetikettierung auf der Plattensäge, wobei neben der Bauteilbeschreibung auch die Bearbeitungsparameter für einen Großteil der Standardanwendungen auf den nachgeschalteten Maschinen hinterlegt werden. Komplettiert wird der Maschinenpark schließlich durch eine Kurztaktpresse für das Furnieren und die HPL-Beschichtung sowie einen Handlackierplatz.


Voltmann hat diese moderne Fertigung in nur neun Jahren aufgebaut. Nachdem er 2007 erst mit dem Trockenbau gestartet war, wechselte er schnell auch in den Möbelbau, wo bis heute für private und gewerbliche Kunden das ganze Spektrum hergestellt wird – vom Standard- bis hin zum hochglanzlackierten Schrank. Inzwischen ist die Tischlerei zudem im Ladenbau sowie in der Lohnfertigung tätig, wo beispielsweise Türen gefertigt und zugeliefert werden. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch den Messebau und die Sonderfertigung, die beide aber für die Tischlerei eher kleine Sparten darstellen. Verbunden ist mit der Gesamtheit der Anwendungsfelder freilich eine große Vielfalt an verarbeiteten Materialien, Formaten und Oberflächen. Zugleich reichen die Losgrößen vom Einzelstück bei der Möbelfertigung über 100 Teile in der Modulherstellung für den Ladenbau bis zu 1000 Elemente im Bereich der Zulieferteile.

 

Klar definierte Anforderungen


Dass die Bütfering dieses Anwendungsspektrum vollumfänglich bewältigen soll, war eine Hauptforderung, die Voltmann an seine neue Breitbandschleifmaschine stellte. Das größte Manko seiner alten Maschine war bis dahin, dass sich mit ihr kein Lackschliff ausführen ließ. Und auch beim Furnierschliff war die Qualität nicht selten grenzwertig. Nicht zuletzt war die Teilebreite auf 1100 mm begrenzt, sodass sich etwa Multiplexplatten, von denen viele im Haus kalibriert werden müssen, nicht im vollen Umfang bearbeiten ließen. Bestimmte Aufträge konnte man so entweder gar nicht erst annehmen oder musste sie zum Schleifen außer Haus geben, was mit einem vermehrten Logistikaufwand, geringerer Flexibilität und höheren Kosten verbunden war. Außer dem Beherrschen von Lack- und Furnierschliff sowie Kalibrieren, war Voltmann bei seiner Bütfering aber noch eines sehr wichtig: die Durchgängigkeit der Steuerung zu den anderen Maschinen.


Mit gezielten Vorstellungen zur Maschinenkonfiguration wandte sich der Inhaber Anfang des Jahres dann an die Homag Group. Schnell konnte man sich im Competencecenter bei Weeke in Herzebrock-Clarholz eine entsprechend konfigurierte Maschine ansehen und Schleifversuche durchführen. „Dabei waren wir sehr erstaunt, was alles geht“, bekennt Voltmann. „So hatten wir zum Beispiel das Rahmenschleifen gar nicht im Fokus. Das haben wir dann gleich mitgekauft.“ Überzeugt haben Voltmann auch die Vorteile eines innenlaufenden Lamellenbandes am Breitbandaggregat, das beim Furnierschliff Oszillationsspuren im Schleifbild ausschließt und mit dem sich im Bereich des Lackzwischenschliffs Schleifbänder bis Körnung P1000 einsetzen lassen. Nur zwei Wochen nach dem Besuch bei Weeke hat er dann die Maschine gekauft, die Ende April schließlich ins Haus kam. Nachdem sie hier von einem Anwendungstechniker aus der Homag Group angeschlossen und eingefahren worden war, erfolgte bereits am ersten Tag eine Einweisung für Standardbediener. Drei weitere Mitarbeiter mit vertieften Kenntnissen wurden am nächsten Tag geschult. Seither erfüllt die SWT 325 QX zuverlässig ihre Aufgaben: in großer Bandbreite, mit universellem Ansatz.

 

Der breiten Anwendung gemäß konfiguriert


Ausgestattet ist die Maschine dafür mit einem Quer- und einem Längsband, die sich jeweils stufenlos in ihrer Schnittgeschwindigkeit regeln lassen. Außerdem ist die SWT 325 QX mit dem MPS-System ausgerüstet, das als elektronisch gesteuertes, segmentiertes Druckbalkensystem für eine effiziente, konstante Schleifkraft sorgt. „Im vorliegenden Fall war es notwendig, das Magnetsystem mit seiner 12,5 mm feinen Werkstückerkennung einzusetzen, weil sich so die Schleifkraft stufenlos an allen Werkstückkanten regeln lässt“, betont Thomas Vennewald, Gebietsverkaufsleiter der Homag Group. „Außerdem ist die Wiederholgenauigkeit deutlich höher als bei einem pneumatischen System. Dass die Maschine zudem mit einem Funkdickenmessgerät ausgestattet wurde, ist dem wechselnden Teilespektrum in Rheda-Wiedenbrück geschuldet, das so komfortabler erfasst und bearbeitet werden kann. Zugleich lassen sich mit der automatischen Datenübertragung Fehler vermeiden. „Was bei einer Maschine, die für das Lackschleifen eingesetzt wird, außerdem sehr wichtig ist, ist eine effektive Schleifbandreinigung“, betont Vennewald. „Am Breitband setzen wir daher ein Ausblassystem ein, das sich programmgesteuert in fünf Stufen regeln lässt.“ Während mit dieser Konfiguration der Hauptfokus bei der SWT 325 QX auf der universellen Einsetzbarkeit lag, stand das Fertigschleifen aller Teile in einem Durchgang nicht im Vordergrund. Vielmehr akzeptiert man in Rheda-Wiedenbrück aufgrund der geringeren Durchsatzmengen gegenüber einer Maschine mit mehr als zwei Schleifaggregaten auch zwei oder drei Durchläufe.

 

Leistungsspektrum verbreitert und Qualität erhöht


Die Erfahrungen, die das Team um Voltmann mit der SWT 325 QX inzwischen gesammelt hat, sind ausschließlich positiv. „Der Lackschliff ist perfekt. Sowohl in der Fläche als auch im Randbereich“, berichtet Stefan Heimeier, Tischlermeister bei Voltmann. „Dabei schleifen wir die Kanten heute vor und bearbeiten dann alle Flächen. Das ist sehr effektiv. Früher haben wir viel Handschliff gemacht. Und die Flächen, die von der Maschine kamen, waren zum Teil ungleichmäßig und durchgeschliffen.“ Dass die Qualität heute stimmt, ist laut Vennewald vor allem auf das Magnetsystem zurückzuführen, mit dem sich die Schleifkraft stufenlos regeln lässt. „Deutlich homogener ist auch der Furnierschliff geworden, wo wir früher die Randbereiche aufgrund der 35er Teilung gar nicht ausgeschliffen haben“, so Heimeier weiter. „Während wir in der Vergangenheit immer vor- und manuell nachschleifen mussten, machen wir heute nur noch den Schliff der Werkstückkanten von Hand. Das bringt eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.“


Dabei sind die Teile durch die Rotorenabblasung inzwischen auch viel sauberer. Hier wird der Lackstaub erst deionisiert, um dann von den Rotoren abgeblasen zu werden. Neben dem Lackschliff zahlt sich diese Reinigung auch bei der Furnierbearbeitung aus. „Die Teile kommen von vornherein sauberer in den Spritzraum“, weiß Heimeier. Dass heute auch kleine Teile geschliffen werden können, ermöglicht der Vakuumtisch der SWT 325 QX, der solche Werkstücke sicher fixiert. Weil kleine Teile früher ebenso wenig auf der Maschine bearbeitet werden konnten wie Werkstücke bis 1350 mm Breite, ist das Spektrum, das Voltmann heute schleifen kann, deutlich breiter geworden. Mittlerweile werden Teile auch nicht mehr nach außen vergeben, was den logistischen Aufwand reduziert, die Beschädigungen von Teilen abgestellt und die Kosten verringert hat.

 

Übersichtlich, intuitiv, leicht bedienbar


Entscheidend für die Effizienz der SWT 325 QX ist aber vor allem auch die Maschinenbedienung Powertouch, mit der heute alle Maschinen der Homag Gruppe ausgestattet werden. „Die Durchgängigkeit der Bedienung war für uns ein sehr wichtiger Aspekt beim Kauf der Schleifmaschine. Egal ob Brandt, Holzma oder eben Bütfering – von der Menüführung bis zum Aufrufen bestimmter Funktionen findet man sich auf den Maschinen schnell wieder“, so Voltmann. Weil jeder Mitarbeiter im Prinzip jede Maschine bedient, ist diese Durchgängigkeit sehr effizient. Zusammen mit der neuen Bediensoftware bietet Powertouch eine komfortable graphische Bedienoberfläche, die als selbsterklärend gilt und mit der zentral alle Einstellungen der Prozessparameter mit Touch-, Wisch- oder weiterer Gestensteuerung intuitiv vorgenommen werden können. So einfach wie der Umgang in Apps auf dem Smartphone. „Die einfache Bedienbarkeit der Maschine gewährleistet eine kurze Einarbeitungszeit und baut Berührungsängste ab. So ist das Vertrauen zur Maschine schnell hergestellt“, sagt Voltmann. Unterstützt wird die neue komfortable Bediensoftware dabei von Assistenzsystemen wie dem Toolmanager, mit dem sich die Schleifwerkzeuge einfach verwalten lassen. Ein weiteres Feature, das in Rheda-Wiedenbrück genutzt wird, weist den Mitarbeitern unterschiedliche Berechtigungsebenen bei der Bedienung zu. „Das ist für uns ganz wichtig, weil manche die Maschine nur auf Anweisung bedienen sollen, andere aber auch Programme schreiben, die Wartung vornehmen und tiefer in die Steuerung eingreifen“, berichtet Voltmann.


Das Potenzial der Steuerung ist es auch, mit dem der Inhaber die Arbeit an der Bütfering weiter optimieren will. „Künftig wollen wir die Maschinendaten einschließlich Produktions-, Stand- und Rüstzeiten erfassen, um zu wissen, wie lange wir zum Beispiel für den Grund- oder Zwischenschliff brauchen“, konkretisiert er. Mit diesen Daten, die übrigens auf der Bütfering schon anliegen, will er sicherer kalkulieren und im nächsten Schritt die Fertigung optimieren.

www.buetfering.de  
www.tischlerei-voltmann.de

  

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