Mehr Holz mit weniger Energie

Wie sich Energiekosten trotz oder wegen steigender Stromkosten verringern lassen, dafür gab es bis vor Kurzem noch allerlei Tricks. Industriebetriebe mit hohem Stromverbrauch konnten sich, um fit für den internationalen Wettbewerb zu bleiben, von der Ökostrom-Umlage befreien lassen.

Mit pfiffigen Ideen gelang das aber auch Milchbetrieben, Schlachthöfen, Kartoffelverarbeitern, Mineralwasser-Abfüllern und Brötchenbäckern. Auch Hersteller von Brennmaterial für Holzpellet-Heizungen waren hier mit von der Partie.


Gut, der Zug ist abgefahren – die Gesetzeslücken sind weitestgehend gestopft. Mir sind zumindest keine weiteren finanziell interessanten mehr bekannt – sonst würde ich sie für unsere Leser gerne recherchieren.


Wir müssen also wieder drüber nachdenken, wie sich Holz mit weniger Energie bearbeiten lässt. Ressourceneffizienz ist wieder wirtschaftlicher Vorsprung.


Wer also nachhaltig und verantwortungsvoll mit Rohstoffen wie Holz umgeht, kann mit weniger Mitteln mehr leisten. Die Rechnung klingt schlicht: „Innovative Produkte und Verfahren sowie durchdachte Strategien machen Ihr Unternehmen in Zeiten knapp werdender Rohstoffe und schwankender Materialpreise zukunftsfähig“, heißt es auf den eigens eingerichteten Ressourcen-Seiten des Bundesumweltministeriums und des VDI (www.das-zahlt-sich-aus.de und www.ressource-deutschland.de ).


Zurück zur Energiewende, deren Einstieg bisher alles andere als geglückt ist: Energieeffizienz zählt dabei zu den am wenigsten umstrittenen Themen. Vor dem Hintergrund, dass Unternehmen in Deutschland 42 Prozent des gesamten Stroms verbrauchen, hängt der Erfolg der Energiewende maßgeblich von einer Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie ab. Würden die in der deutschen Industrie, im Gewerbe und in öffentlichen Einrichtungen teilweise bereits seit Jahrzehnten laufenden Altantriebe durch moderne Antriebssysteme ersetzt, ließen sich pro Jahr Energieeinsparungen in Höhe von 38 Milliarden Kilowattstunden erzielen.


Wir müssen rechnen. Eine neue elektrische Bohrmaschine wird nur selten wegen der besseren Energieeffizienz angeschafft. Für ein CNC-Bearbeitungszentrum, das rund um die Uhr läuft, ändert sich die Rechnung dramatisch.


Für Bearbeitungsmaschinen der mechanischen Holzbearbeitung erreichen Standardmotoren im Leistungsbereich unter 20 kW nicht den bestmöglichen Wirkungsgrad. Hier bieten Motoren mit IE3 = Premium Wirkungsgrad sicher Besseres. Ab 1. Januar 2015 bringt sich auch der Gesetzgeber ins Spiel. Dann müssen alle „neu in den Verkehr“ gebrachten Motoren mit einer Nennausgangsleistung von 7,5 bis 375 kW mindestens die Wirkungsgradklasse IE3 erreichen oder der Klasse IE2 entsprechen, allerdings mit geregelter Drehzahl.


Ob sich eine Neuanschaffung lohnt, zeigt ein Blick auf die Investitionskosten, die Betriebsdauer pro Jahr und die mögliche Energiekostenersparnis. Nicht zu vergessen in dieser Rechnung sind eine mögliche alternative Technik und die Prozessoptimierung. Ein Beispiel sind solargestützte Trocknungsanlagen in der thermischen Holzbearbeitung. Energieeffizienz ist ein Haus mit vielen Fenstern – durch alle kann man nach draußen schauen.

Viel Spaß beim Lesen unserer HOB, die unter dem Thema Ressourceneffizienz steht.

 

Ihr

Peter Schäfer

 

Editorial aus:

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