Wenn es im Rücken sticht

Einen Kaminholzofen zu betreiben, ist hip, deutschlandweit, nicht nur in Bayern. Auch ich fröne dieser Tätigkeit schon mehrere Jahre, kann mir damit in Schlechtwetterperioden eine Wohlfühlatmosphäre in mein Wohnzimmer zaubern und natürlich auch meinen Gasverbrauch auf der Heizungsseite optimieren.

Vor dem Wohlfühlen steht aber erstmal eine gehörige Portion Arbeit, denn was man dazu benötigt, ist nun mal Holz. Gut 25 Millionen Kubikmeter reinen Scheitholzes werden in ganz Deutschland pro Jahr verheizt, vorwiegend von privaten Haushalten, so der Bundesverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion. Da machen sich meine zehn Raummeter im Jahr zwar bescheiden aus, aber auch diese wollen gesägt und gescheitelt werden.

Erst jüngst widmete ich mich in einer schweißtreibenden Aufbereitungskampagne diesem Thema, denn meine technische Ausrüstung ist unspektakulär. Ich greife auf Kippsäge und diverse händische Spalteinrichtungen zurück. Für das gesamte Handling setzte ich auf meine ureigene Muskelkraft. Nun, ich kam gut voran, bis ein plötzlich auftretender, stechender und anhaltender Schmerz im Lendenwirbelbereich ein vorzeitiges Ende dieser Beschäftigung einläutete – Hexenschuss. Nach dem Zurückgreifen auf ein Hausmittel und einer kurzen Internetrecherche über eventuelle Folgen stellte sich zwar etwas Entspannung ein. Nichtsdestotrotz, der Schreck saß tief. Erst kürzlich hatte ich in einer Untersuchung der Barmer GEK aus dem letzten Jahr gelesen, dass die durchschnittliche Dauer einer Erkrankung des Muskel- Skelett-Systems im Jahr 2012 stolze 21,4 Tage betrug. Mehr noch, nach dem Gesundheitsreport dieser Krankenkasse entfielen von allen krankheitsbedingten Fehltagen 23,1 Prozent auf diese Erkrankungen. Welcher Schreiner, welcher Betrieb kann sich einen Ausfall wegen eines solchen Vorfalles schon leisten?


Umso wichtiger ist es, noch präventiver dagegen vorzugehen. Technische und ergonomische Möglichkeiten gibt es bereits viele. Wer hier auf der Suche ist, kann auf der 33. Motek – Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung vom 6. bis 9. Oktober 2014 in Stuttgart fündig werden. Viele der rund 1 000 Aussteller widmen sich zum Beispiel der kollaborativen Kooperation von Mensch und Automation, ausgehend von der Mensch-Roboter-Kollaboration, die sich nach zaghaften Versuchen immer mehr als eine pragmatische Form der „nicht vollautomatisierten Produktions- und Montageprozesse“ durchsetzt.

Da sich diese Veranstaltung von Messemacher P.E. Schall als strikt an Anwendungen orientierte Fachmesse versteht, ist hier natürlich nicht die Service-Robotik als Helfer im privaten Alltag im Fokus, sondern die industrielle Auslegung für den Menschen im Berufsleben. Komplementär werden zudem alle für die Produktions- und Montageautomatisierung relevanten Handhabungs- und Materialfluss- Einrichtungen präsentiert. Vorbeischauen lohnt sich, zumal über 100 Aussteller der parallel stattfindenden Bondexpo, internationale Fachmesse für Klebtechnologie, alles rund um die Prozesskette Fügen/Verbinden durch Kleben, Vergießen, Dichten und Schäumen verschiedenster Materialien offerieren.

 

Gerd Fahry

Redakteur der HOB und
Chefredakteur der dima im AGT Verlag 

 

Editorial aus:


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