Gut, anspruchsvoll, zukunftsorientiert  

Dr.-Ing. Olaf Plümer

Geschäftsführung Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen e. V. 

 

 

CNC-Bearbeitungszentren, früher eine Domäne der Industrie, sind inzwischen bei vielen Betriebsgrößen und Einsatzbereichen kein ungewöhnlicher Anblick mehr.

Dank der automatisierten Bearbeitung plus einer inzwischen breiten Palette hochwertiger Peripheriegeräte haben sich die Prozesszeiten in den letzten Jahren immer weiter verkürzt, der Anteil aufwendiger manueller Arbeit hat sich verringert und die Präzision der Teilefertigung ist auf ein sehr hohes Niveau gewachsen.


CN-gesteuerte Fertigungszentren und Einzelaggregate haben bei unbestritten vielen Vorteilen natürlich auch ihren Preis. Seitens des Maschinenbauers ist dieser durchaus angemessen kalkuliert, auch wenn in der Spitze ein sechsstelliges Investitionsvolumen auf der Kundenseite nicht mehr die Ausnahme ist. Moderne Anlagen erlauben mit Bohren, Fräsen, Kantenanfahren und vielem mehr, mit einer wachsenden Anzahl von Arbeitsachsen bzw. Spindeln, mit kurzen Werkzeugwechselzeiten immer kürzere Ausbringzeiten und immer komplexere Bauteile mit komplizierteren Geometrien.


Leistung darf „Geld kosten“. Doch nicht jeder kann, will oder muss Porsche oder Bentley fahren. Abgesehen von denjenigen Unternehmen der Holzbearbeitung und Möbelindustrie, die durchgängig vollautomatisiert in Serie und mit drei oder mehr Schichten rentabel arbeiten, sucht eine breite Zahl potenzieller Kunden nach Lösungen, die eine hohe Stückleistung bei der Bearbeitung anspruchsvoller Einzelteile mit relativ geringen oder zumindest sinkenden Vorbereitungs- und Entwurfszeiten verbinden.


Denn letztlich entscheidet der reale Maschinenstundensatz – unabhängig davon, wie „wirklichkeitsnah“ er in betriebliche Kalkulationen einfließt – über die Amortisation bzw. den ROI eines CN-gesteuerten BAZ oder anderen Aggregats. Final also über den unternehmerischen Erfolg. Den Zwiespalt zwischen den offensichtlichen Vorteilen von CNC einerseits und einer (noch) überschaubaren Stückleistung zu schließen, ist vordringliche Aufgabe der Maschinenentwickler.


Die Wege dazu sind vielfältig, wie das HOB special zeigt. Es gibt den Weg, zusätzliche Komponenten flexibel in CNC-Bearbeitungszentren zu integrieren. Ein anderer Ansatz ist die permanente Optimierung der Arbeitsvorbereitung – sei es durch CAD, sei es durch perfektionierte Kommunikation zwischen Planungs-, Generierungs- und (BAZ-)Steuerungsprogrammen. Zudem kommt der kostenintensive Umbau betrieblicher Fertigungsprozesse in Richtung DNC (Distributed Numerical Control) in Betracht, was die Produktivität tiefgreifend zu erhöhen hilft.


Last but not least müssen die Hersteller der Aggregatetechnik enger eingebunden werden. Bei diesen liegt ein Know-how, das vom Maschinenbauer als auch vom Bearbeiter vielleicht unterschätzt wird. Ein Wissen um Material, Werkzeug und Prozess, welches oftmals über Jahrzehnte lückenlos fortgeschrieben wurde und sich immer weiter entwickelt. Und um hier auf die Stückleistung zurückzukommen: Ohne perfekte Werkzeuge nützt auch eine noch so ambitionierte Steuerung nichts.


Unsere Branche – von der Möbelfertigung bis hin zum Innenausbau – ist ohne CNC-gesteuerte Technik heute nicht mehr vorstellbar, ein Bestehen im Wettbewerb undenkbar. Dennoch stehen wir bestenfalls im ersten Drittel eines spannenden Weges, an dessen Ende(?) die numerisch gesteuerte „Wohnfabrik“ stehen könnte. Spezialisierung und Flexibilisierung von CNC-Maschinen und BAZ sowie die exponentiell wachsende Vernetzung aller CN-gesteuerten Aggregate – offline wie online – haben die Zukunft eingeläutet.

Dr.-Ing. Olaf Plümer

 

    

 

Editorial  aus:

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