Entstaubte Norm

Der Staub vieler Harthölzer ist europaweit als krebserzeugend eingestuft. Und auch in Deutschland werden Holzstäube allgemein als Gefahrstoffe klassifiziert. Für alle Tätigkeiten bei der Be- und Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen sowie für Arbeiten im Gefahrenbereich von Holzstäuben gelten daher besondere Vorschriften.

So sind etwa die gefahrstoffrechtlichen Grundlagen zum sicheren Umgang mit Holzstäuben in der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 553 enthalten. Grundsätzlich ist bei allen spanabhebenden Bearbeitungsverfahren an Holzbearbeitungsmaschinen oder Handschleifarbeitsplätzen eine Absaugung erforderlich. Aber auch Handmaschinen müssen über eine wirksame integrierte Absaugeinrichtung verfügen oder mit externer Absaugung durch einen geeigneten Industriestaubsauger oder Entstauber betrieben werden.


An die Beschaffenheit von Filteranlagen, Entstaubern und Industriestaubsaugern zum Absaugen von Holzstaub und -spänen werden dabei besondere Anforderungen hinsichtlich des Brand- und Explosionsschutzes sowie des Reststaubgehaltes in der Reinluft gestellt. Zugleich war der Volumenstrom für im Arbeitsbereich aufgestellte Entstauber in der Vergangenheit von der DIN 8416 auf 6 000 m³/h begrenzt. Die Basis für eine Leistungssteigerung wurde unlängst durch die neue Europäische Norm prEN 16770 geschaffen, mit der auch die allein in Deutschland gültige Industrienorm abgelöst wurde. Entstauber dürfen jetzt mit einem Nennvolumenstrom bis 8 000 m³/h direkt im Arbeitsraum aufgestellt und betrieben werden. Eine Festlegung, die den Anwendungsbereich für Absauganlagen mit Entstaubern deutlich erweitert. Denn die Leistungssteigerung ermöglicht den Einsatz von Entstaubern nun auch in größeren Tischlereien und Schreinereien, wobei die anlagentechnischen Lösungen erhebliche Vorteile gegenüber stationären, außen aufgestellten Filteranlagen aufweisen können. Aus der möglichen Aufstellung von Entstaubern direkt im Arbeitsraum resultieren demnach nicht nur kurze Rohrleitungswege, die die Investitions- und Betriebskosten verringern. Auch aufwendige Rückluftkanalsysteme werden überflüssig, und die direkte Luftrückführung gestattet eine hochgradige Wärmerückgewinnung. Außerdem lassen sich mobile Anlagen dank der flexiblen Einsatzmöglichkeiten und zahlreichen individuellen Ausstattungsvarianten praktisch überall dort verwenden, wo der Einsatz einer Großfilteranlage unrentabel ist oder wo kleinere Lösungen den Leistungsanforderungen gewachsen sind. Mit der Europanorm prEN 16770 und der Leistungsanhebung auf 8 000 m³/h im Hintergrund ist in jüngster Zeit eine neue Klasse leistungsstarker, effektiver und leiser Entstaubungszentralen für Holzbearbeitungsanlagen entstanden. Denn die Hersteller von Entstaubersystemen haben pünktlich auf die normative Entwicklung reagiert. So haben verschiedene Häuser zum Beispiel auf der Ligna neue Entstauber-Generationen vorgestellt.

Vertreter dieser Gattung finden Sie auch in der vorliegenden HOB, die sich schwerpunktmäßig der Absaug- und Filtertechnik widmet. Die Informationen liegen also in der Luft.

Eine nutzbringende Lektüre wünscht Ihnen

 

 

Ihr

Michael Hobohm

Ich freue mich auf Ihre Reaktionen.
Rufen Sie an oder mailen Sie mir.

Dr.-Ing. Michael Hobohm
Tel. 08053 / 7983090
Mobil: 01781461065
hobohm@agt-verlag.de

 

Editorial aus:

15_7_TITEL_188.jpg   

Gerne können Sie HOB 7/8.2015 mit weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de        
oder:     Kontaktformular

AGT Verlag Thum GmbH
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

 

spacer
Online Werbung @ HOB