Auf dem Holzweg 

Sie erobern die Haushalte, spielen Geige, rollen über weit entfernte Himmelskörper und richten sich in Operationssälen häuslich ein. Bis Mitte unseres Jahrhunderts wollen sie gar als Mannschaft den dann amtierenden Fußballweltmeister schlagen: Roboter auf dem Vormarsch.

 

Auch in der Holzindustrie sind sie längst in zahlreichen Einsatzvarianten unterwegs: Egal, ob beim Handhaben, Bearbeiten, Montieren, Greifen oder Beschicken – Roboter nehmen vielfältige Aufgaben wahr, falls nötig, auch rund um die Uhr. Dabei ist das Teilehandling noch immer ihre Domäne. So werden automatische Systeme für das Palettieren und die Verknüpfung von Fertigungssystemen ebenso eingesetzt wie für die Maschinenbeschickung. Anders als manch herkömmliche Automatisierung, lassen sich die produkt- oder bauteilunabhängigen Arbeitsmaschinen dabei für sehr unterschiedliche Aufgaben zum Einsatz bringen.


Da ist es kaum überraschend, dass Roboter auch bei der Bauteilbearbeitung immer mehr in den Fokus rücken. Trotz gewisser Einschränkungen in der Genauigkeit lassen sie sich auch hier auf verschiedenste Aufgaben abstimmen und stellen eine vergleichsweise preisgünstige Lösung dar. Vor dem Hintergrund der geringeren Eigensteifigkeit gegenüber Werkzeugmaschinen wird diese Entwicklung durch die verhältnismäßig niedrigen Zerspankräfte befördert, die bei der Holzbearbeitung auftreten. So gab es bereits vor Jahren erste Fräszellen mit 6-Achs-Roboter, mit denen sich gute Bauteilqualitäten darstellen ließen. Während ihr Einsatz in der Möbelindustrie bislang jedoch ausblieb, weil die schwingungsanfälligere Gelenkarmkinematik hier das Erreichen der hohen Oberflächen- und Kantengüten verhindert, ist das 3D-Roboterfräsen vor allem dort interessant, wo großvolumige Modelle hergestellt werden. Vielversprechend ist die Situation demzufolge auch im Holz- und Elementebau, wo geringere Ansprüche an die Genauigkeit und Oberflächengüte ein geeignetes Umfeld für Roboter bieten – oft in Kombination mit Lineareinheiten oder montiert auf Portalen und Brücken. Dort wie in der Serienfertigung liegt das Hauptaugenmerk seit jeher auf einer möglichst hohen Auslastung der Bearbeitungssysteme. Neu ist, dass die gewünschte Effizienzsteigerung in der Produktion über Roboter erreicht werden kann, die zum Beispiel mehrere Bearbeitungszentren flexibel mit Material versorgen und so die Leerlaufzeiten verkürzen. Die mögliche Eingliederung der Roboter in die direkte Wertschöpfung ist ein weiterer Aspekt der flexiblen Einsetzbarkeit. Indem sie in die Lage versetzt werden, hier parallel zum Hauptprozess zusätzliche Arbeiten zu erledigen, lassen sich gleich mehrere Prozesse optimieren. Eine erhöhte Produktivität ist die Folge.


Während Roboter also auf dem Weg in die Holzindustrie sind, spielte ein Kollege, ein Schießroboter, bereits bei der Fußball-WM im letzten Jahr eine entscheidende Rolle: Noch nicht auf dem Platz, aber immerhin schon bei der akribischen Analyse des Flugverhaltens vom WM-Ball Brazuca ...

 

Ihr

Michael Hobohm

 

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Editorial aus:

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