Alle Wetter 

Das alte Jahr hat begonnen, uns ins Besinnliche zu entlassen. Und der Alltag bereitet sich langsam darauf vor, eine kleine Pause einzulegen. Da sei an dieser Stelle ein erster Rückblick auf die vergangenen Monate erlaubt. Schließlich gehört die Rückschau zu einem verblassenden Jahr wie der Glühwein zum glitzernden Christkindlmarkt.


Launisch wie das Wetter war die Geschäftslage mitunter in 2015 – auch wenn der Jahrhundertsommer eine andere Geschichte erzählt. Allemal war es jedoch ein solides Jahr. Das zeigt etwa die deutsche Holzindustrie, die im ersten Halbjahr ein leichtes Umsatzwachstum gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 verzeichnen konnte. Starken Anteil daran hatten die Umsätze der Möbelindustrie, die von Januar bis September um 5,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum stiegen. Nachdem die Möbelbranche im August noch einmal ein dickes Hoch bei den Umsätzen hinlegen konnte, äußerte sie sich im Oktober dann eher verhalten zu den Geschäftserwartungen der nächsten sechs Monate. Von Beginn an im Minus bewegten sich die Umsätze des Holzgewerbes, einer weiteren Säule der Holzindustrie: Von Januar bis September sanken sie um 1,5 Prozent gegenüber dem Vergleichsabschnitt in 2014. So wurden die Erwartungen der gesamten Holzindustrie für die zweite Jahreshälfte nur knapp über null angesetzt, wodurch die Branche für das Gesamtjahr von einem Umsatzwachstum von weniger als einem Prozent ausgeht.


Eine Steigerung der deutschen Maschinenproduktion um zwei Prozent hatte der VDMA noch Anfang des Jahres erwartet. Dafür sprachen die deutsche Wirtschaft und der gesunkene Euro, dagegen die weltwirtschaftliche Konjunktur sowie internationale Konfliktherde. Für die deutsche Holzbearbeitungsmaschinen-Industrie hatte der Fachverband eine Nachfragebelebung um drei Prozent angesetzt, die gleichermaßen aus dem In- wie dem Ausland kommen sollte. Die anfänglich hohe Ordertätigkeit stimmte prompt optimistisch für das anlaufende Jahr. Frischen Wind brachte auch die Ligna im Mai. Dann aber machte das schwächelnde weltwirtschaftliche Umfeld den Fachzweigen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus zu schaffen. Das Jahr verlief durchwachsen. So legte etwa der Auftragseingang im Oktober preisbereinigt um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, während die Schlüsselindustrie vom September gerade noch ein Orderminus von frostigen 13 Prozent verdauen musste. Der VDMA hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seine Zwei-Prozent-Prognose für 2015 kassiert. Nach zehn Monaten war schließlich ein insgesamt stagnierender Auftragseingang für das laufende Jahr zu konstatieren. Allem Wetter zum Trotz erweist sich die deutsche Wirtschaft jedoch als robust, was das erst kürzlich angekündigte konjunkturelle Wachstum von 1,8 Prozent zeigt. Ein Trend, der sich 2016 ebenso fortsetzen soll wie die zunehmende Erholung und Stabilisierung des Euroraums. Allerdings prognostizieren Experten für den weltweiten Umsatz im Maschinenbau gerade mal ein Zulegen um einen Prozentpunkt. Gegenwind für den deutschen Maschinenbau also. Da bleibt abzuwarten, für welche Hochs jedes Unternehmen selbst sorgen wird.

 

 

Ihr

Michael Hobohm

 

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