Leiten mit System

Effizient produzieren? Das ist das Ziel eines jeden Fertigungsbetriebes. Natürlich. Prägend sind dabei immer kleiner werdende Losgrößen und damit eine notwendig hohe Flexibilität in der Produktion. Wie kann ein Betrieb hier wettbewerbsfähig bleiben? Verkettung lautet die folgerichtige, nicht ganz neue Antwort, die bis heute jedoch vielfältiger Klärung bedarf.

 

Denn eine konsequente materialflusstechnische Verkettung verlangt neben der maschinen- und handhabungstechnischen Seite eben auch die Datenverknüpfung über die komplette Prozesskette hinweg. Welche Konsequenzen das für moderne Fertigungsleitsysteme hat, und welche Baustellen es hier gibt, zeigt ein Beitrag von Klaus Krämer, Professor an der Hochschule Rosenheim, in der vorliegenden Ausgabe. Das Spannungsfeld, in dem sich solche Systeme befinden, belegen zudem moderne ERP-Systeme, die ebenfalls Thema der aktuellen HOB sind.


Formal-inhaltlich stellen Fertigungsleitsysteme die Verbindung zwischen einer frei wählbaren ERP-Software sowie den Fertigungsmitteln und Mitarbeitern eines Betriebes dar. Während eine ERP-Lösung – die von der Excel-Anwendung bis zum vollintegrierten ERP-System reichen kann – administrative Prozesse wie die Finanzbuchhaltung, Disposition, Auftragserfassung und Rechnungsstellung abbildet, übernimmt das Fertigungsleitsystem die Fertigungsfeinplanung und zeitnahe Kontrolle der Kapazitätsressourcen sowie die Maschinenanbindung und Informationsverarbeitung für die einzelnen Prozessschritte. Bis heute sind die Ausprägungen derartiger Leitsysteme vielfältig, arbeiten sie doch mit oder ohne Softwareunterstützung, mit konventionellen Mitteln oder digitalem Abbild der Prozesse. Heterogenität und Individualität sind der Stand der Dinge. Und so sind die Daten, die zwischen dem Leitsystem und den Maschinen einerseits und dem ERP-System andererseits strömen, bislang genauso wenig standardisiert wie die Leitsysteme selbst. „Die benötigte Vernetzung der Maschinen kann aber nur gelingen, wenn ... (die) Maschinen auch eigenständig und damit in Grenzen intelligent arbeiten sowie die notwendig zu übertragenden Daten beziehungsweise Nachrichten standardisiert, also leittechnisch ertüchtigt sind. Hier liegt im Sektor Holz als mittelständisch geprägtem Bereich ... noch einiges vor uns“, analysiert Krämer. Freilich belässt er es nicht bei dieser Analyse, sondern nennt konkrete Punkte, die bei der Entwicklung leistungsfähiger Leitsysteme umzusetzen sind. Mit deren Verwirklichung sollen dann die Softwareanpassung und Vernetzung von Maschinen vorgenommen, eine Datenbank und Bedienoberfläche entworfen und mitunter auch die Produktionsweise reorganisiert werden. Und der Anwender? Er muss aufhören, in Bauteilen zu denken. Denn neben seiner Problemlösungskompetenz sind Daten und Prozesse das A und O. Um hier Struktur und Ordnung zu schaffen, können Partner von außen oft viel bewirken. Liegt dann Klarheit vor, kann die definierte Fertigungsstrategie schrittweise in ein Fertigungsleitsystem umgesetzt werden. Mit Konsequenzen bei der Effizienz.

 

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Michael Hobohm

 

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