Gott des Waldes

In der finnischen Mythologie ist Tapio der Gott des Waldes und der Jagd. Die Männer rufen ihn an, bevor sie auf die Jagd gehen. Seit Kurzem hört auf den Namen auch eine IoT-Plattform speziell für die Holzbranche, welche die Homag Group auf der Ligna 2017 vorgestellt hat.

 

Die Plattform, mit der sich Hersteller von Fertigungstechnik, holzbe- und -verarbeitende Betriebe sowie Partnerunternehmen via Cloud vernetzen können, soll die effizientere, schnellere, zuverlässigere Gestaltung von Geschäftsprozessen ermöglichen. Dafür ist sie offen ausgelegt. „Mit tapio wollen wir den gesamten Markt sicher in die digitale Zukunft führen“, so Pekka Paasivaara, Vorstandsvorsitzender der Homag Group, im Umfeld der Ligna. „Die IoT-Plattform deckt alle Wertschöpfungsschritte der Holzbearbeitung ab und soll sich als Industriestandard etablieren, von dem möglichst viele Unternehmen profitieren.“


Für zahlreiche Betriebe ist die Digitalisierung derzeit eines der wichtigsten Vorhaben. Helfen werden bei dieser Transformation IoT-Plattformen. Denn beide, Digitalisierung und das Internet der Dinge, sind eng verwoben. Weil das IoT den digitalen Umbau gar befeuert, sind Plattformen ein wichtiger Schritt auf dem Weg. Ihre Hauptaufgabe ist nun mal der Zusammenschluss unterschiedlichster Geräte und Dienste im Sinne des IoT. Indem Dinge zu einem homogenen System verbunden werden, wird eine strukturierte Basis für die weitere Sammlung und Verarbeitung der von ihnen generierten Daten geschaffen. Diese Daten können dann von weiteren externen Systemen genutzt oder innerhalb der Plattform verarbeitet oder visualisiert werden. Neben dem Aufbau neuer Systeme bietet auch die Integration einer IoT-Plattform in bestehende Einheiten enorme Vorteile: Weil sich Geräte und Dienste direkt an die Plattform anbinden lassen, müssen die Daten nicht mehr aus heterogenen Quellen zusammengeführt, sondern können zentral und vereinheitlicht zur Verfügung gestellt werden. Am Ende lassen sich so weiterführende Analysen vornehmen, die mit isolierten Systemen bis dahin nicht möglich waren, sowie neue digitale Prozesse entwickeln. Damit können Maschinendaten genutzt werden, die bisher nur für systeminterne Steuerungseinheiten Einsatz fanden, oder auch Funktionalitäten wie Machine Learning, Condition Monitoring oder Predictive Maintenance angebunden werden. Möglich sind auch Echtzeitbenachrichtigungen von Technikern oder die Prozessautomatisierung mit Regelmechanismen.


Die Bereitstellung einer IoT-Plattform für die holzbe- und -verarbeitende Branche ist ein notwendiger Schritt. Weil dies zugleich ein Aufbruch in Neuland ist – vielleicht ein bisschen wie in einen Wald hinein – bleibt abzuwarten, wie die Branche tapio annimmt. Die Kriterien, nach denen Unternehmen die Eignung der Plattform für ihre Geschäftsprozesse zu bewerten haben, sind bekannt: Datenschutz und IT-Sicherheit, unterstützte Geräteimplementierungen bis hin zur Cloud Connectivity. Wie auch immer sich die Entwicklung der Plattform zum Industriestandard gestaltet, der Schritt ist – formal, aber auch in seiner konkreten Ausprägung – sehr wichtig.

Ihr

Michael Hobohm

 

 

Editorial aus HOB 6.2017:

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