Luft, Staub und Normen

Luft, Staub & Normen

Ein Thema, so trocken, dass es zwischen den Zähnen knirscht: Staub und Normen. Gleichwohl ein weitreichendes. Denn seit Anfang des Jahres gelten für die Einhaltung der Lufthygiene neue Prüf- und Klassifizierungsverfahren, die an den Standards der WHO ausgerichtet sind. Seither ersetzt die ISO 16890 den bisherigen EU-Standard EN 779, auf dem die Patina der letzten Jahre lag. Nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten wird die weltweit geltende Norm dann in Deutschland bindend sein.

Erstellt wurde mit der ISO 16890 ein Normenwerk, dessen Augenmerk auf Feinstaub liegt und das detaillierte Verfahren zur Filterprüfung und -klassifizierung enthält. Ein Novum, das sich auf die Einteilung in Energieklassen ebenso auswirken wird wie auf die Auslegung von Lüftungsanlagen. Erfolgte die Klassifizierung von Filtern in der Vergangenheit ausschließlich bei Partikelgröße 0,4 µm, wird der Feinstaub nun in die Fraktionen PM1, PM2,5 und PM10 eingeteilt, denen Gemische der Größen 0,3 bis 1 µm, 0,3 bis 2,5 µm und 0,3 bis 10 µm zugeordnet sind. Ein Filter wird dabei einer Fraktion zugewiesen, wenn er im Test mindestens 50 Prozent des jeweiligen Staubgemisches abscheidet. Nach dem Wirkungsgrad bei der Fraktionierung erfolgt so eine Einteilung in Gruppen, die sich auf die Abscheideleistung neuer, unbestaubter und entladener Filtermedien beziehen. Dass die Filterklassifizierung zudem um eine absolute Prozentangabe zur Abscheideleistung ergänzt wird, führt zu mehr Transparenz bei der Beurteilung der Filtermedien und gestattet eine differenziertere Auswahl der Produkte. Dabei wird die fundierte Auswahl für eine Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen durch neue, realitätsnahe Prüfverfahren ermöglicht. Ob mit ihnen auch eine höhere Filterqualität über die gesamte Nutzungsdauer erreicht wird, bleibt freilich abzuwarten.


Weil Filter mit hohen Wirkungsgraden mehr Energie verbrauchen als solche mit geringer Abscheideleistung, steht die Klassifizierung in direktem Zusammenhang mit der Einstufung der Energieeffizienz, die neben der Abscheideleistung und dem Anschaffungspreis das entscheidende Kaufkriterium für den Anwender ist. Zuständig für die Einordnung von Luftfiltern in Energieeffizienzklassen ist der Dachverband Eurovent, der als einzige Stelle die bekannten Energielabels A+ bis E vergeben darf. Im Vergleich zur abgelösten Norm ist die Berechnung der Energieklassifizierung auf Grundlage der ISO 16890 als praxisrelevanter und objektiver einzuschätzen. Zumal für die Ermittlung des durchschnittlichen Energieverbrauchs auch mit Teststaub befüllte Filter Verwendung finden, die Aussagen zum Druckverlust über die Betriebszeit ermöglichen. Dies wiederum gestattet eine genaue Ermittlung des Energieverbrauchs von Filtern über die Lebensdauer hinweg. Für Kunden eine wichtige Entscheidungshilfe beim Kauf von Filtern für die eingesetzte Klima- und Belüftungsanlage.


Absaugung und Entstaubung, das mag deutlich geworden sein, sind ein Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe. Weiteres zum Thema – entstaubt und gar nicht trocken – lesen Sie ab Seite 33.

 

Ihr

Michael Hobohm

 

 

Editorial aus HOB 7-8.2017:

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