Spezielle Schmalbereichsspanner halten die Platten
Topstar in der Arbeitsplattenfertigung

Das Unternehmen Topstar S.p.A. mit Sitz im italienischen Pesaro ist ein führender Hersteller von Arbeitsplatten sowie Kunststoff/Laminat- und Melamin-/Laminat-Komponenten für die Möbelindustrie. Topstar hat eine starke Präsenz auf dem italienischen Markt und ist europaweit tätig. 

Seit über 10 Jahren produziert das Unternehmen neben Halbfertigteilen, Arbeitsplatten und Türen auch Fertigprodukte mit einem hohen Grad an individuellen Anpassungen.

 

 

Jedes Produkt wird eigens nach den Anforderungen des Endkunden gefertigt. Die Arbeitsplatten-Fertigteile sind in der Branche sehr gefragt. Durch den komplexen Produktionsablauf war es erforderlich, den gesamten Produktionsprozess zu erneuern bzw. umzustellen. In Zusammenarbeit mit der IMA Klessmann GmbH, einem der führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Arbeitsplattenfertigung, wurde vor zwei Jahren mit der Planung und Projektierung dieses Prozesses begonnen. Das Ergebnis ist nun eine vollautomatisierte Arbeitsplattenfertigung, die in der Lage ist, kommissionsbezogen bis hin zu Losgröße 1 zu produzieren.

 

Die Lösung im Detail


Das neue Konzept sieht einen vollautomatischen, flexibel verketteten Betrieb mit den Arbeitsschritten Formatschnitt mit Quer-Längssäge, Bekantung und frästechnische Bearbeitung vor. Das Besondere dieser Anlage ist die kompakte Ausführung mit platzsparender Transporttechnik durch den Einsatz von Portalbeschickungseinrichtungen. Sie übernehmen die gezielte Verteilung der Plattenrohlinge und der Halbfertigprodukte. Die langjährigen Erfahrungen der IMA-Ingenieure in der Arbeitsplattenbearbeitung sind in den Lösungsprozess mit eingeflossen und führten zur Realisierung dieser äußerst flexiblen und betriebssicheren Anlage.


Die Arbeitsplatten werden in Stapeln über die Beschickungsanlage mit mehreren Abnahmestationen der Produktionskette zugeführt. Der Bereich Zuschnitt entstand in einem Network-Projekt mit dem IMA-Partner Schelling. Das Aufteilen der Rohplatten in Kommissionsplatten durch Längsschnitt und Tiefenreduzierung erfolgt durch die Schelling-Arbeitsplattensäge. Reststücke werden ab einer bestimmten Größe automatisch dem Lager zugeführt und bei Bedarf wieder in den Produktionsprozess eingeführt. Von der Portalbeschickung 1 werden jene Arbeitsplatten der Kantenbearbeitungsmaschine Combima zugeführt, die eine Bekantung erfordern, andere Kommissionsplatten legt sie direkt auf die Transportlinie in Richtung Bearbeitungszentren ab. Die einseitig arbeitende Maschine ist mit einem automatischen Rückführungssystem für Losgröße-1-Fertigung optimiert. Zwischen Säge und Combima können die Platten in Bodenhöhe zwischengepuffert werden. So lassen sich die Taktunterschiede von Arbeitsplattensäge und Kantenbearbeitung ausgleichen.


Je nach Bearbeitungsanforderung durchlaufen die Arbeitsplatten die Kantenbearbeitungslinie entweder einmal oder bis zu viermal, von der Portalbeschickung 1 jeweils in die richtige Orientierung gedreht. Für die qualitätsorientierte Bekantung verwendet Topstar PU-Kleber. Für die Vielzahl der Kantensorten stehen 36 Kantenschächte zur Verfügung. Alle Platten passieren die äußerste Transportsektion unter der Portalbeschickung 2. Hier entscheidet sich der weitere Weg. Schon fertige Platten laufen geradeaus weiter und landen auf der Sammelstrecke zum Fertigteillager. Solche mit Arbeitsgängen für die Stoßverbindung werden nach kurzem Geradelauf zur BIMA Unterfräse ausgeschleust. Alle anderen Platten hebt die Portalbeschickung 2 hoch und transportiert sie zu einem der drei Bearbeitungszentren.

 

Unterfräse entlastet BAZ


Die BIMA-Spezialmaschine bearbeitet mit einem unterhalb der Platte fahrenden CNC-Support die Unterfläche der Platte. Sie erzeugt die speziell geformten Ausnehmungen für die Spannschrauben der Stoßverbindungen. Des Weiteren fräst sie die umlaufenden Fälze in den Spülen- und Herdausschnitten. Diese schaffen Platz für die Befestigungsschrauben der Einbaugeräte. Damit die Unterseite der Werkstücke den Fräsern frei zugänglich ist, werden die Platten von horizontal arbeitenden Spannleisten gehalten. Die so vorbereiteten Platten gelangen wieder unter die Portalbeschickung 2 und so zu den nächsten Bearbeitungszentren. Der Einsatz der Unterfräse entlastet die Zentren von diesen Aufgaben und erhöht deren Kapazität.

 

BAZ mit Kantenverleimung


Die Universalmaschine BIMA P 780 kann alle Arbeitsgänge wie Ausschnitte und Stöße Fräsen, Nuten, Unterfräsen und Bekanten an den Kommissionsplatten ausführen. Dazu verfügt sie über ein CNC-Vakuumsaugersystem, dessen 10 Sauger in X-und Y-Achse entsprechend der endgültigen Plattenkontur eingestellt werden. Alle Arbeitsgänge lassen sich ohne Umspannen ausführen. Automatisch beschickt und fest angesaugt, führen die Sauger mit dem Werkstück die Vorschubbewegungen in Längsrichtung aus. Am Portal fahren die Bearbeitungsaggregate in Querrichtung und führen die senkrechten Bewegungen aus. Eine Portalseite ist mit der Hauptspindel und dem Werkzeugwechsler bestückt. Die andere Portalseite trägt das Kantenanleimsystem, mit dem die gefrästen Konturbereiche bekantet werden. Die Hauptaufgabe der Anlage ist aber das Konturfräsen und Bekanten. In allen anderen Disziplinen wird sie unterstützt von zwei weiteren Spezialmaschinen.

 

Bearbeitungszentrum mit Spezialaufgaben


Die Aufgaben der beiden Bearbeitungszentren vom Typ BIMA 400 2H sind das Fräsen der Konturen für Eckverbindungen, das Erzeugen der Ausschnitte für Spülen, Herde und Lüftungsgitter sowie die Herstellung architekturbedingter Außenkonturen. Die Fixierung der Platte im Arbeitsbereich übernehmen mechanische Spanneinrichtungen. Bei speziellen Plattenkonfigurationen sind sehr große Ausfräsungen vorzunehmen. Für Vakuumsauger reicht die verbleibende Fläche nicht mehr aus. Die auf einer maschinenintegrierten Rollenbahn einlaufenden Arbeitsplatten stoppen an einem Anschlag. Auf Plattenbreite eingestellte Spanneinheiten fahren hoch, heben die Platte von der Rollenbahn, richten sie aus und klemmen sie seitlich und von oben. Jetzt ist der Innenbereich bis auf einen schmalen Rand für die Bearbeitungen frei. Komplett ausgefräste Ausschnitte fallen nach unten auf die Rollenbahn und werden aus dem Arbeitsbereich in eine Abfallklappe gefördert. Das in X-Richtung fahrende Portal trägt zwei Fräsmotoren. Jeder ist durch die eigene Y- und Z-Achse steuerbar. Während eine Spindel arbeitet, führt die andere Spindel schon den Wechsel auf das nächste Werkzeug aus. Mit dieser Technik reduziert sich die Bearbeitungszeit sehr deutlich.

 

Verkettung der Bearbeitungszentren


Die Zentren stehen parallel nebeneinander. Sie werden durch ein Portalhubgerät mit 32 m Spannweite mit den Kommissionszuschnitten beschickt. Damit ist eine besondere Flexibilität erreicht. Je nach Auslastung können die Maschinen beschickt werden. Für viele Arbeitsgänge ist Redundanz vorhanden; Arbeitsaufträge lassen sich deshalb für die Spezialisten splitten, können aber auch von einer anderen, weniger ausgelasteten Maschine, übernommen werden. Nach dem Passieren der BIMA-Zentren sind die Platten versandfertig. Die alle Maschinen verbindende Sammelstrecke empfängt die Werkstücke und bringt sie, mit Stopp in einer Sichtkontrollstation, in ein Sortier-Hochregallager. Dieses verlassen sie gemäß der Tourenplanung zur Verpackung.

 

Steuerungstechnologie


Für die Fertigungsleittechnik der gesamten Anlage wird die bewährte Technologie der Firma 3Tec eingesetzt. Mit der hochmodernen Produktionsanlage kann Topstar ca. 1 000 fertige Arbeitsplatten pro Schicht herstellen. Die neue Anlage liefert eine hohe prozesssichere Qualität bei maximaler Produktivität. Nur wenig Personal ist für die Bedienung der Anlage erforderlich, da es sich um eine weitgehend automatisierte Produktionsanlage handelt. In IMA haben die Italiener einen zuverlässigen und erfahrenen Partner gefunden, mit dem ein so ehrgeiziges Projekt entwickelt werden konnte. Topstar ist ein innovatives Unternehmen mit großem Interesse an neuen Technologien, was auch durch die effiziente Organisationsstruktur und das hohe Know-how des Fachpersonals bewiesen wird. 

www.ima.de

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Diesen Beitrag und weitere interessante Beiträge finden Sie in HOB 11.2014:

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