Mit Winkelaggregaten zu höherer Fünfachsfunktionalität

Maschine, Werkzeuge und Automation: Für den Fensterladen-Produzenten Wolfgang Mayer muss das Zusammenspiel dieser drei Elemente stimmen, um eine störungsfrei, mannlose Produktion sicherstellen zu können.

Deshalb hat er sich mit der Investition in eine Conturex von Weinig 2007 ganz bewusst für den Einsatz von Atemag- Aggregatelösungen entschieden. 

GERD FAHRY 

 

 

Wird man mit dem Ort Bad Griesbach konfrontiert, denkt man zunächst an Kurbetrieb und Bäderromantik. Dass hier auch eine weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Fensterladenproduktion zuhause ist, wissen die allerwenigsten. Zugegebenermaßen, in den Ortsteil Karpfham, dem Unternehmenssitz der Mayer GmbH, verirren sich kaum Wellnesshungrige. Dafür verlassen fast täglich Transporter mit kundenspezifisch ausgelegten Produkten den Firmensitz in der Strengberger Straße. Die Fensterladen-Produktion hat hier mittlerweile eine rund 50jährige Tradition, wurde vom Vater des heutigen Geschäftsführers Wolfgang Mayer in den 60ern aufgebaut. Er versorgt heute mit seinen 20 Mitarbeitern 3 600 Kunden in ganz Europa, vom Schreinermeister bis zum 400 Mann-Betrieb, andere Fensterladenhersteller eingeschlossen.


Dass dieses Produktsegment vielfältigen Schwankungen und Veränderungen unterliegt, auf die man reagieren muss, weiß er nur zu gut. „Unser Hauptgeschäft sind Fensterläden nach Maß. Wir verarbeiten dabei die verschiedensten Holzarten beziehungsweise Werkstoffe. Jedes Land hat zugleich spezifische Modellvarianten, unterschiedliche Dimensionen, auch andere Lamellen. All das müssen wir in unserem Fertigungskonzept berücksichtigen“, hebt der Geschäftsführer hervor und ergänzt: „Frühere Losgrößen bewegten sich durchaus bei 100 bis 200 Stück pro Auftrag. Heute werden wir immer mehr in Richtung Losgröße 1 tätig. Und dies muss rationell erfolgen.“ Deshalb habe er sich auch 2007 entschlossen, in eine Conturex der Weinig AG zu investieren, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. „Das war die 100prozentig richtige Maschine für uns“, stellt er rückblickend heraus. „Wir haben jetzt knapp 600 000 Teile auf dieser Maschine produziert und sind mit ihr vom ersten Tag bis heute zufrieden.“ Je nach saisonaler Auftragslage ist diese Maschine bei ihm zwei-, teilweise dreischichtig ausgelastet. Es wird auch samstags und sonntags auf ihr produziert, wenn es der Auftragsbestand erfordert, vielfach mannlos. Denn bei Wolfgang Mayer steht neben der qualitativen Ausführung seiner Fensterläden das Einhalten der Lieferzeiten ganz weit oben. Und auch für weitere Veränderungen in der allgemeinen Marktlage sieht er sich mit der Conturex gerüstet. „Der Holzladen geht an sich zurück. Das haben wir im letzten Jahr gespürt. Dies wollen wir mit Alu-Varianten auffangen. Derartige Systeme werden derzeit in einigen europäischen Ländern unter energetischen Gesichtspunkten gefördert. Deshalb sind wir dabei, eine entsprechende Aluminium-Linie aufzubauen“, gibt sich der Geschäftsführer optimistisch. So werde man mit Beginn des kommenden Jahres in Frankreich über einen selbstständigen Handelsvertreter, der die Alu-Läden Branche gut kennt, mit einem eigenen Büro vertreten sein.

 

Automatisiertes Fertigungskonzept


Mit seiner Art, die Fensterläden auf einer Conturex zu produzieren, sieht sich Wolfgang Mayer jedenfalls als Vorreiter in der Fensterladen Branche. Für ihn ist sie einzigartig und bringt seine besonderen Hang zur CNC-Technik und Automatisierungslösungen zum Ausdruck. „Mein Vater hat immer gesagt: ‚Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.‘ Das ist so. Wir investieren jährlich, denn wir wollen ständig auf dem modernsten Stand bleiben, sonst sind wir weg, wie viele unserer früheren Marktbegleiter. Und es ist nicht nur eine Frage der Technik. Um das Maximale herausholen zu können, brauchen sie heute CNC-Freaks, die auch noch etwas von Holz verstehen.“

 

Leistungsstarke Aggregatetechnik


Die Investition in das Weinig-Bearbeitungszentrum markierte jedenfalls einen besonderen Wendepunkt im Fertigungskonzept bei der Mayer GmbH, hin zu mehr Automation im gesamten Prozess. Auch das Auseinandersetzen mit dem Einsatz von Winkelaggregaten spielte dabei eine große Rolle, um die Fünfachsfunktionalität nach seinen Vorstellungen vollumfänglich zu nutzen.


„Ich suche mir aus Prinzip immer kleine, flexible Lieferanten“, hebt Wolfgang Mayer hervor, deshalb sei er auch während der Ligna 2007 auf Atemag zugegangen, habe seine Vorstellungen mit den Spezialisten aus dem Schwarzwald besprochen und im Endeffekt Lösungen erhalten, die auch heute noch den Erwartungen des Fensterladenbauers auf der ganzen Linie entsprechen.


Fast im Dauereinsatz befindet sich seither ein fünfspindliges Winkelaggregat im 32 mm Raster, welches von den Spezialisten der Aggregatetechnologie und Manufaktur AG nach den Vorgaben von Geschäftsführer Mayer auf 15 000 Umdrehungen pro Minute getrimmt wurde.


Atemag-Vorstand Matthias Kropf erinnert sich an die Besonderheiten dieser Lösung: „Eigentlich ist dieses bei uns im Standard ein vertikales Bohraggregat. Hier, bei der Firma Mayer, wird es zum Fräsen eingesetzt und wurde deshalb mit einer Kegelradverbindung konfiguriert. Da kommen relativ kleine Lager zum Einsatz und wir haben befürchtet, dass es die 15 000 Umdrehungen pro Minute im Dauerbetrieb nicht unbedingt aushält. Dies hat sich jedoch nicht bestätigt. Bisher wurden lediglich einmal Lageverschleißteile getauscht. Die Verzahnungsteile selbst waren bei der Wartung in Ordnung.“ Dieser Umstand habe insofern Bedeutung, da die Forderung bei der damaligen Auslegung darin bestand, das Aggregat müsse ein Jahr im Zweischichtbetrieb halten. Dies wurde weit übertroffen.


Neben diesem mehrspindligen Fräsaggregat (5+1 Spindler mit fünf Spindeln auf einer Seite und einer auf der anderen) setzt der bayerische Festerladenbauer weitere Lösungen der Aggregatemanufaktur ein. Dazu gehört ein Aggregat mit einem 45° festen Winkel zum Nuten mit einer 11 mm Frässcheibe für außerordentlich hohe Zerspanleistungen. Außerdem greift man in Karpfham auf ein dreispindliges Winkelaggregat in 50er Teilung zum Scharniersitzfräsen zurück und vertraut zudem auf zwei Duo-Systeme, um diverse Fräsaufgaben abzudecken.


Dass bei der Firma Mayer nicht gebohrt, sondern nur gefräst wird, hat natürlich einen Grund. „Der Wettbewerb dübelt“, stellt Wolfgang Mayer heraus. „Wir arbeiten auf der Basis einer Schlitzzapfenverbindung, so wie es mein Opa 1900 schon gemacht hat. Also die klassische Holzverbindung – keine Schraube, kein Nagel, die Verbindung muss passen und sie passt.“

 

Zuverlässigkeit ist Auslegungssache


Auch Atemag ist ein Verfechter einer hohen Präzision. Matthias Kropf: „Wir wussten, dass die Firma Mayer im Mehrschichtbetrieb arbeitet, zum Teil mannlos. Die hier eingesetzten Aggregate sind deshalb auch erprobte Produkte aus unserem Standardprogramm mit einer sehr hohen Ausfallsicherheit. Beim Fünfspindler haben wir gesagt: ‚Ok, wir probieren es.‘ Er war für uns mit seinen 15 000 Umdrehungen pro Minute Neuland, weil wir für die horizontale Variante bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Freigabe bis 10 000 Umdrehungen hatten. Jetzt wissen wir, dieses Aggregat kann auch diesen Drehzahlbereich sicher und zuverlässig abdecken.“ Diese Sicherheit und Zuverlässigkeit komme in erster Linie aus dem Fertigungsverfahren der Verzahnungsteile, so der Atemag-Vorstand. Sie werden nicht nur gefräst, sondern zusätzlich geschliffen. Hinzu kommen der Einsatz hochwertiger Spindellager und die Montagequalität. Entscheidend für die spätere Funktionsfähigkeit im Dauerbetrieb sei nun mal das Einstellen der Produkte in Richtung minimales Flankenspiel, das richtige Abstimmen der Kegelradpaare und der Lager. Auch im Fall der Firma Mayer war und ist dieses Gesamtpaket stimmig. Nach Auskunft des Geschäftsführers habe es an den Aggregaten lediglich planmäßige Revisionen aber keinen Ausfall gegeben – und dies seit sieben Jahren. Er jedenfalls würde bei der Ausstattung seiner Fünfachs- Maschine immer wieder auf Atemag Aggregate zurückgreifen, da sei er sich sicher. Und Matthias Kropf kann auf Anfragen hinsichtlich einer Conturex-Ausstattung verweisen, die besagen, biete mir mal das an, was der Rottaler auch hat.

www.rottalerfensterladen.de  
www.atemag.de  

 

 

 

„Wir wollen die Erwartungen der Kunden übertreffen“

14_12_TT_IV_atemag_188.jpgNachgefragt bei Armin Bührer und Matthias Kropf, Vorstände der Atemag Aggregatetechnologie und Manufaktur AG, zu den heutigen Marktanforderungen an moderne Aggregate-Technologie für CNC-Maschinen.


Die Atemag Aggregatetechnologie und Manufaktur AG feiert jetzt ihr 10jähriges Jubiläum. Was waren die Hintergründe für die Unternehmensgründung? Wie stellt sich das Unternehmen heute dar?


Die Nachfrage beziehungsweise das Potenzial im Marktsegment der Aggregatetechnologie ist, wie zur Zeit der Unternehmensgründung, aus unserer Sicht ungebrochen. Dies bezieht sich in erster Linie auf Produkte in guter Qualität zu vernünftigem Preis und wird ja an unserer eigenen Unternehmensentwicklung deutlich. Wir mussten bereits drei Jahre nach dem Kauf des Firmenanwesens Produktions- und Verwaltungsfläche anbauen und die Kapazität um 50 Prozent erhöhen. Wir stehen auf wirtschaftlich gesunden Füßen und besitzen eine starke Innovationskraft, wie man sich in den letzten Jahren auf den Leitmessen wie der Ligna immer wieder überzeugen konnte.


Auch sind wir mittlerweile weltweit mit unseren Systemen und Angeboten unterwegs, haben erst kürzlich eine eigene Niederlassung in Moskau gegründet. Zu den Meilensteinen gehört sicherlich der Gewinn des Challenger Awards 2012.

 

Sie heben hervor, dass Sie sich bei der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Aggregaten und Zubehör für CNC-Maschinen an den Erfordernissen des Marktes und den Kundenwünschen orientieren. In welchen wesentlichen Anwendungsbereichen sind Sie unterwegs?


Atemag sieht sich als Partner der Kunden. Deren Problemstellungen sind eine Herausforderung für eine nachhaltige und wirtschaftliche Lösung. Hierzu gibt es viele Beispiele. Auch die HOB hat in der Vergangenheit darüber berichtet. Die klassischen Lösungsansätze sind nach wie vor im Holz oder Holzwerkstoff verarbeitenden Bereich. Da jedoch der Wunsch der Konsumenten nach Individualität und Höchstqualität bei Einrichtungsgegenständen zunimmt, müssen auch die Aggregate höheren Anforderungen genügen. Aufgrund der Robustheit der Aggregate sind sie oftmals im Massivholzbereich zu finden, aber verstärkt bei der Bearbeitung anspruchsvoller Materialien wie Verbundwerkstoffen oder Aluminium.

 

Was sind die Markenzeichen eines Atemag-Aggregates? Worauf können sich die Kunden verlassen?


Der Markenname Atemag beinhaltet das Wort Manufaktur. Und tatsächlich, die Montage wird von ausgebildeten Feinmechanikern in Handarbeit durchgeführt. Zudem achten wir bei der Auswahl von Komponenten auf strengste Qualitätsvorgaben. Atemag hat trotz der wenigen Jahre Benchmark-Positionen besetzt und immer wieder gute Lösungen präsentiert, die vom Wettbewerb kopiert werden. Darüber hinaus steht der Begriff Qualität an erster Stelle. Die Qualität des Produktes wird am Markt erwartet, aber darüber hinaus legen wir Wert auf Qualität der Beratung, der Kommunikation mit dem Kunden, der Abwicklung und im Servicefall der Unterstützung des Kunden. Wir wollen die Erwartungen der Kunden übertreffen, und bei den meisten gelingt uns das. Das alles kostet seinen Preis, deswegen werden sich Atemag-Produkte nie über den Preis am Markt verkauft lassen, weil dies zu Lasten der Qualität ginge.

 

Mit welchen Anforderungen müssen sich Ihrer Meinung nach Aggregate- Hersteller künftig auseinandersetzen?


Die Welt ist sehr schnelllebig geworden. Was der Kunde bestellt, soll morgen schon geliefert werden, auch komplexe Produkte. Deswegen wird Flexibilität neben Qualität im Stellenwert steigen. Auch müssen die Aggregatehersteller Antworten auf die weitere Verbreitung von Fünfachs-Maschinen finden. Auch diese Bearbeitungszentren benötigen Aggregate, um produktiv und schnell zu sein, aber andere als diejenigen, die auf konventionellen Maschinen zum Einsatz kommen.

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Diesen Beitrag und weitere interessante Beiträge finden Sie in HOB 12.2014:

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Gerne können Sie HOB 12.2014 bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de      
oder:      Kontaktformular

AGT Verlag Thum GmbH
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

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