Alle Maschinen der Schreinerei Baier sind mit Leitz-Werkzeugen bestückt (Foto: Leitz)
Außergewöhnliche Küchen-Designs

Die Schreinerei Baier im niederbayerischen Vilsbiburg setzt auf Werkstoffvielfalt.

Seit sechs Jahren verbaut der Betrieb neben Massivholz und Holzwerkstoffen auch jede Menge Non Wood-Materialien in seinen Küchen und Inneneinrichtungen. Werkzeuge und Bearbeitungs- Know-how liefert der langjährige Werkzeugpartner Leitz.


Martin Bauer ist ein Allrounder. Der 28-Jährige absolvierte ein Studium im Bereich Bautechnik und führt stellvertretend die Geschäfte der Schreinerei Baier, inklusive Vertrieb und Kundenberatung. Bauer hilft gelegentlich auch in Konstruktion und Arbeitsvorbereitung aus und steht auch mal an den CNC-Maschinen in der Werkstatt. Am allerliebsten plant er jedoch Küchen und anspruchsvolle Inneneinrichtungen – jede davon ein Unikat. „Wer zu uns kommt, soll genau das bekommen, was er sich wünscht“, sagt Martin Bauer. Deshalb nimmt er sich für alle Kunden viel Zeit und bezieht sie in jeden Planungsschritt mit ein. „Viele Kunden haben wieder ein Bewusstsein für Handwerks-Qualität. Und sie wollen ihr Heim individuell einrichten – keine Möbel von der Stange.“


Die Schreinerei beschäftigt 13 Mitarbeiter: neun in der Werkstatt, zwei Monteure und zwei Bürokräfte. Baier produziert rund 40 Küchen im Jahr – Tendenz steigend. Daneben plant und fertigt man Inneneinrichtungen: Zuletzt wurde der komplette Innenausbau einer Orthopädie-Praxis fertiggestellt. Aber auch kleinere Projekte wie einzelne Möbel, Zimmertüren, Arbeitsflächen für Küchen und Badeinrichtungen verlassen regelmäßig die Werkstatt.

 

Differenzierungsmerkmal: Werkstoffvielfalt


Bei der Werkstoffwahl ist Baier ungewöhnlich variabel. Natürlich verbaut die Schreinerei Massivholz, Spanplatten und Furnier in den Küchen und Inneneinrichtungen. Aber auch Verbundelemente, Kompaktschichtstoff- Platten, Alucobond, Corian und Plexiglas spannen die Mitarbeiter ganz selbstverständlich auf die Maschinen auf. Dass sich die Mannschaft gut in Sachen Non Wood auskennt, hat sich auch bei anderen Unternehmen herumgesprochen und so vergeben diese regelmäßig Bearbeitungsaufträge nach Vilsbiburg. So fräst Baier für einen Premium-Küchenhersteller Nuten in Kompaktschichtstoff-Platten. Die fertig bearbeiteten Platten finden dann als Funktionstablare Platz in den Schubladen der Küchen. Auf die Nuten können senkrechte Trennwände gesteckt werden, damit später Teller und Töpfe nicht verrutschen.


Warum lässt sich die Schreinerei auf eine solche Werkstoffvielfalt ein? Martin Bauer überlegt nicht lange: „Da ist einmal die Funktionalität. Nehmen Sie zum Beispiel Kompaktschichtstoff-Platten“, sagt er. „Die Platten sind stabil und bewegen sich kaum.“ Außerdem seien sie pflegeleicht, strapazierfähig und wasserfest. Diese Eigenschaften machten die Platten zum perfekten Material für Arbeitsflächen in Küchen. Zum anderen sprechen ästhetische Gründe für den Einsatz von Non Wood. „Mit den Werkstoffen lassen sich tolle Designs realisieren“, kommt Bauer ins Schwärmen.

 

Absolute Präzision bei Non Wood gefordert


So viele Vorteile diese Werkstoffe für die Produktdifferenzierung haben, so hohe Anforderungen stellen sie bei der Bearbeitung. Gefordert ist absolute Präzision. Zwar sind kleinere Ungenauigkeiten auch in der Holzbearbeitung ein Ärgernis, dort können sie jedoch mit Schleifpapier korrigiert werden. Dagegen steht Nacharbeit bei vielen Non Wood-Werkstoffen gar nicht erst zur Debatte. „Im Holz ist eine schöne Schnittfläche einfacher zu realisieren“, bestätigt Bauer. „Aber wenn bei der Bearbeitung von HPL-Platten oder Plexiglas etwas schiefgeht, ist die Platte Ausschuss.“


Für Martin Bauer ist eines unerlässlich, um diese Werkstoffe in der gewünschten Qualität bearbeiten zu können: hochpräzise CNC-Technologie. Seit zwölf Jahren steht in der Werkstatt ein CNC-Bearbeitungszentrum. Als im Laufe der Zeit immer mehr Non Wood-Anwendungen hinzukamen, zeigten sich jedoch die Grenzen dieser Maschine. „Wir wollten noch präziser arbeiten und haben uns deshalb nach einer Maschine mit 5-Achs-Technologie umgesehen“, sagt er. Im vergangenen Jahr wurde dann das Bearbeitungszentrum Homag Venture 316L angeschafft.

 

Leitz liefert Werkzeuge und Know-how


Alle Maschinen sind bei Baier mit Leitz- Werkzeugen bestückt – auch das neue Bearbeitungszentrum. Obligatorisch für die Bearbeitung von Kompaktschichtstoff-Platten: Diamant-Werkzeuge – schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit. „Hartmetall-Werkzeuge sind zum Beispiel bei der Bearbeitung der Funktionstablare nach fünf Laufmetern am Ende“, berichtet Bauer. „Mit den Diamant- Fräsern von Leitz entsprechen die Standwege in etwa denen in der Holzbearbeitung.“ So kommen beim Formatieren und Nuten dieser Platten eine Reihe unterschiedlicher Diamaster Plus zum Einsatz. Ihre besondere Schneidenanordnung mit wechselseitigen Achswinkeln ermöglicht riefen- und ausbruchfreie Ergebnisse im Bereich der Kanten und der Schnittflächen. Alle Fräser sind in das Thermogrip- Schrumpfspannfutter eingeschrumpft. Die thermische Werkzeugspannung erhöht die Rundlaufgenauigkeit der Werkzeuge und verringert Schläge durch einzelne Schneiden, die gerade in den Kompaktschichtstoff- Platten deutlich sichtbar wären.


Maschinen und Werkzeuge allein reichen jedoch noch nicht aus. Es braucht auch eine ganze Menge Fertigungs-Know-how. Im Fall Baier haben die Leitz-Mitarbeiter tatkräftig mitgewirkt – allen voran Kundenberater Johann Liebl, der als Mittler zwischen dem Non Wood-Team in der Oberkochener Leitz-Zentrale und der Schreinerei in Vilsbiburg fungierte. „Non Wood-Materialien erfordern zum Beispiel andere Anfahrtswege und Vorschübe als die Holzbearbeitung“, erklärt Bauer. „Wenn Sie niemanden haben, der Sie da berät, können Sie nichts anderes tun, als ins Blaue hinein auszuprobieren.“ Leitz ist für Martin Bauer nach wie vor eine Art Sparringspartner bei allen Bearbeitungsfragen. Immer wenn er einen neuen Werkstoff vor sich hat, ruft er bei Johann Liebl an und lässt sich beraten. Auch der Service-Spezialist von Leitz, der die Schreinerei einmal pro Woche anfährt, hat nicht nur nachgeschärfte Werkzeuge und Verkaufsaktionen im Gepäck, sondern immer auch einige Bearbeitungstipps parat.

 

Richtige Entscheidung getroffen


Martin Bauer ist überzeugt: Mit dem Einstieg in die Non Wood-Bearbeitung hat man genau die richtige Entscheidung getroffen. So gerne er auch mit Holz arbeitet – die nicht-holzbasierten Werkstoffe sind heute nicht mehr wegzudenken. Und man denkt bereits weiter: Die Pläne für ein neues Betriebsgebäude hält er bereits in Händen. Büros, Aufenthaltsräume und ein Showroom sind geplant, denn die richtige Arbeitsfläche wählt man am besten aus, indem man die verschiedenen Materialien selbst kennenlernt, sie auf sich wirken lässt und einmal mit der Hand darüber streicht. 


www.leitz.org

 

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