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Flexible Durchlaufbohrmaschine für die wirtschaftliche kommissionsweise Fertigung

In der Möbelindustrie wächst die Nachfrage nach kundenindividuellen Produkten in kleiner Stückzahl und hoher Variantenvielfalt.

Damit steigt auch das Interesse an vielseitigen Bohrbearbeitungszentren, die sich schnell umrüsten lassen. Umso besser, wenn sie dabei noch platzsparend konstruiert sind und energieeffizient arbeiten. 


Die wirtschaftliche Produktion von Möbeln ist auch in Hochlohnländern möglich. Voraussetzung dafür sind vollautomatische Fertigungsstraßen aus hochgradig aufeinander abgestimmten, vollautomatisierten und energieeffizienten Anlagenkomponenten. Im Idealfall stammen die Einzelmaschinen einer Fertigungsstraße von einem Hersteller. Dann ist ein prozesssicherer Produktionsablauf gewährleistet. Daher haben viele Produzenten von Anlagen für die Möbelindustrie neben Zuschnitt- und Kantenanleimtechnik zudem Handling- und Transportlösungen sowie Maschinen für die Bohrbearbeitung im Programm – so auch die IMA Klessmann GmbH. Der Lübbecker Hersteller von Fertigungsanlagen für die Holz bearbeitende Industrie und das Handwerk bietet mit seinem Durchlauf-Bohrbearbeitungssystem Imagicflex eine kompakte, vielseitige Maschine für die kommissionsweise Fertigung von Möbeln. Ursächlich konzipiert für die Bearbeitung von Kleinst- und mittleren Serien, eignet sich die hochflexible Bohrmaschine auch für große Stückzahlen.

 

Anforderungen an Durchlaufbohrmaschinen


Maschinen zur Durchlaufbohrbearbeitung müssen nicht nur reibungslos mit den vorhergehenden und nachfolgenden Anlagenkomponenten harmonieren. Gefragt sind auch:

– hohe Durchsätze,
– Flexibilität bei Teileabmessungen, Bohrbildern und Stückzahl,
– Vielseitigkeit bei der Bearbeitung,
– Präzision,
– Kompaktheit der Anlage,
– niedrige Rüstzeiten,
– Energieeffizienz,
– große Wartungsintervalle,
– Prozesssicherheit.

 

Wartungsbedarf bei der Bohrbearbeitung minimieren


Die zum Abtransport der Späne und des Staubs vorzusehenden Absaug- und Druckluftvorrichtungen können wahre Energieschlucker sein. Mit intelligenten Technologiekonzepten lässt sich hier viel Geld sparen: So erfolgt beispielsweise auf dem Durchlaufbohrbearbeitungs-Zentrum Imagicflex die Hauptbearbeitung der Werkstücke von unten. Die Späne fallen nach unten und werden über ein breites Späneband entsorgt. Damit lässt sich die Absaugung kleiner dimensionieren. Zugleich reduzieren individuell steuerbare Absaugkanäle die benötigte Absaugenergie und die Betriebskosten für den Anwender. Beim Bohren von oben sorgt der Einsatz von Druckschuhabsaugungen für saubere Werkstücke. Ebenfalls arbeitsreduzierend und kostensenkend wirken die Faltenbälge, die die Supporte vor Bohrstaub schützen. Sie beugen Störungen in der Mechanik vor und minimieren damit den Wartungsbedarf. Generell sind die Bohraggregate so staubgeschützt konstruiert, dass eine allgemeine Maschinenreinigung ausreicht. Eine gesonderte Wartung der Bohrgetriebe ist nicht erforderlich.

 

Leistungsstarke Motoren für hohe Bohrqualität und Energieeffizienz


Auch die Wahl der richtigen Bohrmotoren beeinflusst den Wartungsaufwand erheblich. Lüfterlose Bohrmotoren, wie die in der Imagicflex, wirbeln keinen Staub auf und minimieren damit den Reinigungsaufwand für den Bediener. Vor allem aber ist der Bohrmotor bei der Durchlaufbohrbearbeitung für Bohrqualität und Energieeffizienz entscheidend. IMA verwendet leistungsstarke, auf Dauerbetrieb ausgelegte Antriebe. Deren optimale Drehzahlregelung mit einem maximalen Moment über den gesamten Drehzahlbereich erzeugt exzellente Bohrqualitäten bei einem hohen Bohrvorschub. Drehzahl und Vorschub können nach Angaben der Werkzeughersteller optimal geregelt werden. Das minimiert den Werkzeugverschleiß. Die Drehzahlreduzierung der Bohrgetriebe nach jedem fertigen Bauteil verbessert zudem den Energieverbrauch und steigert die Lebensdauer der Getriebe.

 

Zeit sparen durch minimierte Rüstzeiten


Eine weitere Möglichkeit, bei der Bohrbearbeitung Kosten zu sparen, ist die Minimierung von Rüst- und Nebenzeiten. Bei dem Maschinenkonzept der Durchlaufbohrmaschine Imagicflex ist ein Referenzieren nach dem Einschalten oder das Eingreifen des Maschinenführers beim Ein- beziehungsweise Umrüsten auf das nächste Bauteil nicht erforderlich. Alle notwendigen Verstellungen erfolgen vollautomatisch innerhalb von Sekunden durch hochdynamische Servoachsen. Dabei rüsten die einzelnen Module der Bohranlage unabhängig voneinander. Auf diese Weise entfällt ein Freifahren vor dem Umrüsten der Gesamtanlage. Die Span-zu- Span-Zeiten werden minimiert. Zudem kann im Gegensatz zu vielen anderen Systemen in einem Durchlauf von oben, von unten und von den Seiten gebohrt werden. Das beschleunigt die Fertigstellung des Werkstücks hinsichtlich der Bohrbearbeitung und spart weitere Bohrmaschinen sowie Plattenwender ein.


Zusatzoptionen für die 6-seitige Bohrbearbeitung der Werkstücke und das hochdynamische Umtakten der Bohrgetriebe erlauben die Realisierung komplexer Bohrbilder in nur einem Durchlauf. Nachfolgende Bearbeitungsprozesse entfallen. Insgesamt sinken damit die Stückkosten in der Fertigung und die Produktivität steigt.

 

Flexibilität in der Durchlaufbearbeitung erhöhen


Auf der Imagicflex erfolgt die Hauptbearbeitung von unten. Dabei können die unteren Bohrköpfe variabel mit vertikalen Bohrspindeln bestückt werden. Die Bohrgetriebe werden dann entsprechend kundenbezogen ausgelegt. Hier gilt es, stets die optimale Lösung für die Bauteile des Kunden zu finden, um möglichst wenig Takte zu erzeugen und damit die Produktivität der Maschine zu maximieren.


Durch zusätzliche Supporte von oben lässt sich ein einheitliches Linienkonzept erstellen. Damit kann ein Wender und gegebenenfalls eine zweite Maschine eingespart werden. Der auf diese Weise gewonnene Platz in der Werkhalle steht für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung.


Die oberen Bohrgetriebe können zudem mit horizontalen Bohrspindeln zum Bohren in die Längskante bestückt werden. Diese Maßnahme ermöglicht eine flexible Positionierung über die gesamte Bauteillängskante und erhöht für den Anwender die Flexibilität der Maschine. Auch die Anzahl der Bohrerdurchmesser steigt auf diese Weise. Die Werkstücke können in einem Durchlauf bearbeitet werden. Der Fertigungsaufwand für den Anwender sinkt.


Zur hohen Flexibilität bei komplexen Bohrbildern tragen die einzeln steuerbaren Bohrspindeln ebenso bei wie die nah aneinander positionierbaren oberen und unteren Supporte (je 128 mm). Zwei unabhängige Z-Bohrachsen gestatten zudem unterschiedliche Bohrtiefen in einem Bohrstep. Für Topfbandbohrungen steht ein Zusatzaggregat zur Verfügung. Eine horizontale Dübeleinheit mit zwei Bearbeitungseinheiten und bis zu acht Leim- und Dübelwerkzeugen (Standard) auf jeder Seite gestattet das Einsetzen und Verleimen von Dübeln. Leimfluss und Dübeleinsatz können prozesssicher überwacht werden.

 

Präzision und schonender Materialtransport


Ein festes Anschlagsystem und servogetriebene Ausrichter übernehmen schonend und schnell die absolut präzise Positionierung des Werkstücks in der Maschine während der Bearbeitung. Dabei senkt eine Anschlagabfrage das Risiko von Fehlbohrungen und damit den Ausschuss. Zusätzlich unterstützen Gantry-Antriebe die Genauigkeit der Bohrungen durch eine maßgenaue Positionierung der Supporte. Ein optionaler Reversieranschlag sorgt beim Einsatz von integrierten Wendern oder bei horizontalen Bohrungen in die Hinterkante für einen Nullkanten-Ausgleich. Dynamisch positionierbare Werkstückniederhalter stellen sich automatisch auf die aktuelle Bauteildicke ein und sind mit kurzen Arbeitshüben im Einsatz.


Den schnellen und schonenden Materialtransport in der Maschine übernehmen pro Support zwei Werkstückauflagen und Supergripp-Riemen, die ebenfalls mit Servomotoren angetrieben werden. Die zyklische Reinigung der Riemen erfolgt über Druckluft.

 

Fazit


Die ,richtige‘ Durchlaufbohrmaschine senkt die Kosten im laufenden Betrieb, benötigt weniger Wartung und Instandhaltung und steigert vor allem die Flexibilität bei der Teilebearbeitung.

www.ima.de

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