"Ergo-Plan" aus dem Bergo-Line Sortiment
Auf der Höhe der Zeit sein

Die Reinhold Beck Maschinenbau GmbH hat schon früh begonnen, ergonomisch optimierte Arbeitstische zu entwickeln und herzustellen.

Wir sprachen mit Geschäftsführer Reinhold Beck über Marktveränderungen, neue Anforderungen und mögliche Synergien zu seinem Unternehmen Hokubema.

GERD FAHRY 

 

Herr Beck, Sie sind jetzt mit Ihrem Unternehmen, der Reinhold Beck Maschinenbau GmbH, über 23 Jahre am Markt. Was hat sich aus Ihrer Sicht für Ihre Produkte und Systemlösungen in dieser Zeit geändert?


Reinhold Beck: Auffallend für mich ist eine zunehmende Konzentration in Richtung Bauteilefertigung. Es werden mehr Baugruppen, mehr Bauteile hergestellt und der Tischler greift auf diese Zuliefererbranche zu. Das betrifft alle Bereiche, ob Treppe, Fenster, Türen, Parkett oder Möbel. Sicher müssen wir uns auch mit diesem Trend auseinandersetzen. Allerdings bin ich der Meinung, dass sich die Tischler damit mehr und mehr Wertschöpfung aus der Hand nehmen lassen.

 

Was hat das für Folgen für Ihr Unternehmen?


Da muss ich etwas in die Vergangenheit zurück blicken. 1991 haben wir unsere Massivholzverleimpresse ‚Kontra‘ erstmals auf der Handwerksmesse in München vorgestellt und auf Anhieb Erfolg gehabt. Das Herstellen größerer Elemente aus dem natürlichen Werkstoff Holz wurde damit in einer Form möglich, die bisher in puncto Präzision, Wirtschaftlichkeit und Effektivität nicht denkbar war. Dieses Geschäft ist leider stark zurückgegangen, letztlich bedingt durch die Plattenindustrie. Deshalb sind wir in die Thematik des ergonomischen Handling eingestiegen und haben Lösungen für den Montage- oder auch Maschinenbereich entwickelt. Gerade bei Maschinen ist das Abstapeln eine interessante Thematik. Die Maschinen sind, wie Sie wissen, immer schneller geworden. Das erfordert, die Mitarbeiter mit entsprechenden technischen Möglichkeiten zu unterstützt, vor allem in Sachen Ergonomie. In der Montage haben Sie die gleichen Probleme, egal ob auf der Baustelle oder in der Werkstatt.

 

Wie sind Sie auf diesen Trend eingegangen?


Einfach indem wir unsere Angebote in diesem Sektor breiter aufgestellt haben. Früher waren wir mit zwei Modellen unterwegs, mittlerweile haben wir 20 mit entsprechendem Zubehör. Und der Anspruch der Kunden ist im Wandel. Der Montagetisch von heute braucht beispielsweise eine spezielle Plattform, ebenso Befestigungsmöglichkeiten, um ein Werkstück zu fixieren. Zudem kommt immer mehr Vakuumtechnik hinzu, um die Werkstücke über Überwachungssysteme zu spannen. Die Lochrasterplatte und spezielle Tools und Materialien zum Klemmen sind weitere Beispiele. Mittlerweile rüsten wir unsere Hubtische mit drehbaren Plattformen aus, so dass das Werkstück auf eine ergonomische Höhe gebracht, gedreht und geneigt werden kann. Das war früher nie das Thema, es ging wirklich nur um das Rauf und Runter.

 

Wie reagieren Sie auf die unterschiedlichen Anforderungen der Schreiner oder Holzbearbeitungsunternehmen?


Um die unterschiedlichsten Anforderungen oder Kundenwünsche zu realisieren, können wir auf ein aus meiner Sicht sehr durchdachtes Baukastensystem zurückgreifen. Daraus versuchen wir eine Lösung zu kreieren, die auf den jeweiligen Kunden passt. Es muss sich ja rechnen. Unser Thema ist Ergonomie und Wirtschaftlichkeit. Und zur Wirtschaftlichkeit gehört auch, dass sich die Anschaffung auch amortisiert.

 

Vor 4 Jahren haben Sie das Panhans-Produkt-Programm übernommen und in Ihr Unternehmen Hokubema integriert. Entspricht die bisherige Entwicklung Ihren Erwartungen?


Mit dem Panhans- Produkt-Programm sind wir gut vorangekommen. Wir haben die komplette Produktion auf den Kopf gestellt und viele Einzelentwicklungen und Verbesserungen gemacht. Eine neue Fräse ist bei uns entstanden und die kombinierte Hobelmaschine. Auch auf der kommenden Ligna werden wir wieder eine Neuheit vorstellen, ohne dass ich an dieser Stelle Einzelheiten preisgeben möchte. Zusätzlich sind im Sicherheitsbereich viele neue Dinge entstanden, die wir mit Anwendern entwickelt haben. Aus Berufsschulen kommen diesbezüglich viele Anregungen. Diese Zusammenarbeit hat sich vor allem durch die Panhans-Produkte gut entwickelt und weitet sich auch auf die Beck-Produkte aus. Durch einen solchen Kontakt haben wir beispielsweise mit der Berufsschule Nagold unseren ‚Ergoplan‘ entwickelt, eine neue, höhenverstellbare Hobelbank. Denn im Hobelraum hat sich über Jahrzehnte nichts verändert. Aus meiner Sicht muss das Thema Ergonomie und Arbeitsplatz in der Ausbildung noch viel mehr sensibilisiert werden. Es wäre an der Zeit, dass gerade die Berufsschulen nicht nur über das Thema reden, sondern auch mal die Hardware zeigen.

 

Da könnte man den Eindruck bekommen, Ihre Hauptabnehmer sind die Berufsschulen?


Diesen Eindruck wollte ich natürlich nicht erwecken. Unser Fokus liegt durchaus bei den produzierenden Unternehmen, bei den Herstellern. In der Industrie hat man mit dem Thema Ergonomie selten ein Problem. Da gibt es Sicherheitsbeauftragte, die alle Arbeitsplätze nach solchen Kriterien beleuchten und bewerten. Im Handwerksbereich ist dieses Thema aus meiner Sicht jedoch noch in den Kinderschuhen. Aber auch hier tut sich etwas. Man kann nicht nur in CNC-Maschinen und tolle Produktionsmaschinen investieren. Es muss auch montiert werden, und dies auf der richtigen Höhe. Wie eingangs erwähnt, es gibt heute immer mehr Betriebe, die mehr Montage als Maschine haben. Im Büro sind höhenverstellbare Tische selbstverständlich geworden, warum soll das in der Fertigung anders sein.

 

Was sind denn so die Renner bei diesen Produkten?


Hubtische von 300 bis 600 kg Traglast sind die meist verkauften. Jetzt fangen wir an, mehr Sondermodelle zu bringen. Dabei geht es ganz klar um den Montagebereich. Im Abstapelbereich sind es elektrohydraulisch betriebene Hubtischvarianten mit allen möglichen Plattformgrößen, gesteuert und nicht gesteuert.

 

Welcher Bereich hat jetzt den größeren Anteil, Panhans beziehungsweise Hokubema oder Beck Maschinenbau?


Ich möchte es so bewerten, es bleibt in der Familie. Es sind zwar rechtlich zwei getrennte Firmen, aber ich sehe den Gesamtumsatz. In der Holzbearbeitung hätte Panhans Probleme, und auch die Firma Beck würde sich schwertun ohne die Produkte von Panhans. Aber da wir zusammen auftreten mit einem relativ breiten Programm, befruchten wir uns da gegenseitig, auch in anderen Branchen. Wir waren jüngst auf der Fakuma in Friedrichshafen mit Beck-Produkten zum Thema Ergonomie und auch mit einigen Holzbearbeitungsmaschinen. Da kommen Leute, die sehen sich den Hubtisch an und bemerken eine Formatsäge. Sie fragen, warum haben Sie eine Formatsäge hier? Unsere Antwort war: Vielleicht muss man auch Kunststoffplatten schneiden. Dies war einleuchtend. Und selbst andere Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen sind inzwischen in der Kunststoff-Branche aktiv.

 

Sie haben vor 2 Jahren auch das Sägeprogramm von Agazzani übernommen. Wie hat sich dieses entwickelt?


Gut – das war die beste Entscheidung. Wir haben mit Agazzani nicht nur die Bandsäge für die Holzbearbeitung, sondern das Know-how für Bandsägen für die Kunststoffbearbeitungen. Wir können mit diesen Rollenbandsägen Öffnungsweiten bis zu einem Meter und Schnittbreiten bis zu 1,50 m bieten. Wir bauen mittlerweile Bandsägen mit stufenloser Drehzahl und können auch den Bereich der Composite-Produkte abdecken. Die Bandsäge ist für mich ein ganz spannendes Thema, da lässt sich noch viel daraus machen.

 

Thema Composite-Produkte: Sie sehen durch solche neuen Materialien, die ja auch in Schreinereien immer mehr zum Einsatz kommen, Zukunftspotenzial für Ihre Unternehmen?


Durchaus. Es gibt immer mehr Betriebe, die bewegen sich zwischen Holz, Aluminium, Kunststoff und diesen Composites. Da entwickeln sich ganz neue Branchen beziehungsweise Berufsbilder, die über den klassischen Schreiner oder Schlosser hinausgehen. Nehmen sie den Ladenbauer. Vor 15 Jahren hätte ich mir nie vorstellen können, dass ein klassischer Ladenbauer irgendwann auf eine Blechmesse geht und einen Laser kauft. Aber ich komme heute zu Ladenbauern, die haben Blechbearbeitung, die machen in Blech, Holz und was weiß ich was alles. Ich habe Treppenbaubetriebe, die haben heute eine Schlosserei und machen Metallgeländer. Die haben sich weiter entwickelt. Das funktioniert. Für mich ist es ein spannendes Thema und möchte dies mit unseren Panhans-, Beck- oder auch Agazzani-Produkten begleiten.

 

In Richtung Ligna möchte ich noch einmal nachhaken. Geht es mehr Richtung Maschinen oder Handhabung?


Es wird auf jeden Fall eine Standardmaschine sein. Wir bringen etwas Tolles, was wieder dem Anspruch Ergonomie und Wirtschaftlichkeit entspricht. 

www.beck-maschinenbau.de

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