Bild: Schmalz
Starke Querkräfte sicher im Griff

Bei der Zerspanung von Vollkern-Kunststoffplatten oder Verbundwerkstoffen sind hohe Schnittkräfte erforderlich. Für die Schreinerei Eibl war dies eine Herausforderung, weil entsprechende Werkstücke immer wieder zu verrutschen drohten.

Abhilfe schufen Blocksauger von Schmalz, welche die Platten sicher fixieren, auftretende Querkräfte bändigen und so für eine schnelle, prozesssichere Bearbeitung sorgen.

 

Kerngeschäft der Josef Eibl GmbH mit Sitz im niederbayerischen Aham ist die Holzverarbeitung für den Laden- und Innenausbau. Darüber hinaus fertigt das Unternehmen mit 26 Mitarbeitern auf 5000 Quadratmeter Produkte aus High Temperature Laminate (HPL) und dem Mineralwerkstoff Varicor. Während der Vollkern-Kunststoff HPL zu Küchenarbeitsplatten, Türen oder Trennwänden weiterverarbeitet wird, entstehen aus dem zunächst flüssigen Werkstoff Varicor nach dem Aushärten keramikähnliche Waschplätze für Hotels, Kliniken oder Kindergärten. Eibl hat in den vergangenen Jahren viel Know-how rund um diese Werkstoffe erworben. „Die Materialien sind stark gefragt“, weiß Geschäftsführer Josef Eibl junior.


In der Praxis bieten die modernen Werkstoffe viele Vorteile. So sind HPL-Platten sehr hart, biege- und zugfest, widerstandsfähig gegen Abrieb und ebenso stoß- wie kratzfest. Allerdings ist ihre Bearbeitung aufwendiger als die einfacher Spanplatten. Das Zerspanen erfordert geringere Vorschübe, wodurch sich die Bearbeitungszeit verlängert. Außerdem werden die Werkzeuge stärker beansprucht und verschleißen schneller. Stirnseitige Bohrungen sind der anspruchsvollste Belastungsfall bei der CNC-Bearbeitung. Hier wirken fast ausschließlich Querkräfte zum Aufspannsystem, die das Werkstück auf dem Blocksauger verschieben können. Bei HPL-Platten wirken diese Kräfte besonders stark. Herkömmliche Blocksauger, so die Erfahrung von Eibl, reichen für eine effiziente Bearbeitung nicht aus.

 

Aufwendige Behelfslösungen


Die CNC-Spezialisten griffen deshalb in die Trickkiste: Um ein Verrutschen zu verhindern, brachten Mitarbeiter doppelseitige Klebebänder an Tisch und Werkstück an. Außerdem setzten sie mechanische Spanner ein. Beide Varianten hatten allerdings Nachteile: Beim Klebeband bereiteten die Toleranz und das spätere Ablösen des Bandes Probleme, mechanische Spanner klemmen das Werkstück. Eine durchgängige Bearbeitung der Oberfläche ist nicht möglich, weil der Spannteller im Weg ist. Stirnseitig verhindert zudem der Kolben des Spannsystems einen durchgängigen Bearbeitungsprozess. Die Folge: Mitarbeiter müssen die Werkstücke mit hohem Zeitaufwand mehrfach spannen. Dass mit dem modernen Eibl-Maschinenpark eine steigende Zahl von HPL-Platten und Mineralwerkstoffen verarbeitet wird, verstärkte das Problem der Mehrfachspannungen nochmals. Also machte sich die Geschäftsleitung auf die Suche nach Alternativen. Intensiver Austausch mit Lieferanten, Internet-Recherchen und Messebesuche brachten zunächst keine geeignete Lösung. Fündig wurden die Niederbayern schließlich auf der Ligna. Am Stand von Schmalz entdeckten sie Massivholzsauger aus Aluminium. Die Vakuum-Experten aus Glatten versicherten, dass sich die Sauger auch für die prozesssichere Bearbeitung von HPL-Platten und Varicor eignen. Die Argumente überzeugten: Noch vor Ort kaufte Eibl acht Sauger.

 

Blocksauger für das sichere Fixieren


Schmalz bietet für Ein- und Zwei-Kreis-Systeme spezielle Blocksauger vom Typ VCBL-K1/2 mit Grundkörper und Saugplatten aus Aluminium. Bei der Zwei-Kreis-Variante dient ein erster Vakuumkreis zum Halten des Saugers am Tisch, der zweite wird zum Fixieren des Werkstücks genutzt. Bei der Ein-Kreis-Variante sind die Blocksauger mit einem mechanischen Klemmhebel ausgestattet, mit dem der Sauger auf der Konsole fest vorfixiert wird. Um den hohen Querkräften entgegenzuwirken, sind die Blocksauger mit einem speziellen Reibbelag ausgestattet. Besonders effektiv ist dieser in Verbindung mit der standardmäßig aufgezogenen Schutzfolie der HPL-Platten. Sie schützt die Platten vor Beschädigungen und verzahnt sich optimal mit dem Material des Reibbelags – Querkräfte werden dadurch effektiv kompensiert.

 

Sportgerät mit hohen Haltekräften spannen


Die Schmalz-Innovation überzeugt auch bei einer weiteren Anwendung. Hintergrund ist die Entwicklung eines neuen Sportgerätes durch die Almighty Boards GbR aus dem oberbayerischen Egenhofen: des sogenannten Slackdecks. Mit dieser Mischung aus Long- und Snowboard kann auf einer Slackline balanciert und das Gleichgewichtsgefühl trainiert werden. Die Jungunternehmer beauftragten Eibl, Rohteile für die Boards zu fertigen und zu bearbeiten. Das Slackdeck besteht aus mehreren Holzschichten und Verbundwerkstoffen, was das Board robust und widerstandsfähig macht. Die Robustheit und die spezielle Wellenform der Slackdecks stellen jedoch besondere Anforderungen an die Zerspanung, zumal nur wenige Werkstückbereiche für das prozesssichere Fixieren der Sportgeräte geeignet sind. Herkömmliche Sauger können die hohen Bearbeitungskräfte an den kleinen Spannflächen nicht annähernd aufnehmen. Anders die Lösung von Schmalz: Die Massivholzsauger fixieren die Werkstücke mit ihren hohen Haltekräften zuverlässig. „Ohne diese Entwicklung von Schmalz hätten wir aufwendige Schablonen anfertigen müssen, um die Boards sicher spannen und bearbeiten zu können. Der Einsatz der Aluminium-Sauger senkt die Kosten, und wir liefern eine überzeugende Qualität“, freut sich Eibl.


Der Einsatz der Blocksauger in Aham ist ein voller Erfolg. „Die Werkstücke sind sicher auf dem Maschinentisch fixiert. Selbst wenn wir stirnseitig mit hohen Kräften zerspanen, gibt es keinerlei Verrutschen“, lobt der Geschäftsführer. Zugleich hat der Einsatz der Schmalz-Lösung die Prozesse vereinfacht. „Wir brauchen keine teuren Zusatzvorrichtungen und müssen nicht mehr umständlich mehrfach spannen. Der Bearbeitungsprozess läuft sicher durch. Das spart uns Zeit und Geld.“

www.schmalz.com

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