Bild: Murrplastik
Individualität rechnet sich

Die Kabeldurchführungsplatte KDP on Demand von Murrplastik ersetzt bei Trima in Zeulenroda-Triebes sieben Einzelprodukte, die vormals für die Verdrahtung notwendig waren.

Im Ergebnis konnte der Produktionsprozess nicht nur deutlich vereinfacht und beschleunigt werden, er wurde auch erheblich wirtschaftlicher. 

 

Die neue Kabeldurchführungsplatte KDP on Demand von Murrplastik Systemtechnik, Oppenweiler, ist das weltweit erste System seiner Art, das sich zu 100 Prozent auf Maß fertigen lässt. Egal, ob achteckig, rund, oval, ob 1 x 1 cm oder 1,5 x 3 m groß, ob für 111 Kabeleinführungen oder 888 Kabelverschraubungen, ob für Kabel mit oder ohne Stecker, Flachbandkabel, Starkstromleitungen oder Pneumatikschläuche: alle Parameter der KDP on Demand wie Größe, Form, Material und Lochbild können konfiguriert werden. Der Einsatz der Kabeldurchführungsplatte ist darum insbesondere bei komplexen Verdrahtungen im Sondermaschinenbau und bei Kleinserien sinnvoll.

 

Standardprodukte waren überfordert


Kabeldurchführungen sind tausendfach bewährte Standardprodukte, mit denen sich Maschinenbau-Ingenieure in der Konstruktionsphase nur wenig beschäftigen. Warum auch? Auf dem Markt finden sich ausreichend Kabeldurchführungsvarianten, um eine technische Lösung – auch als Kombination mehrerer Kabeldurchführungen – für nahezu jedes Durchführungsproblem zu finden. Doch gerade im Sondermaschinenbau, wo komplexe Verdrahtungen in räumlich beengten Umgebungen die Regel sind, lassen sich auf der Basis von Standardkabeldurchführungen oft nur ungenügende Ergebnisse darstellen.


Beim Sondermaschinenbauer Trima, dem Triebeser Maschinenbau in Zeulenroda-Triebes, war genau das der Fall. Michael Schell, Leiter der mechanischen Konstruktion, berichtet: „Bei der Montage unserer Bäckereimaschinen und CNC-Bearbeitungsmaschinen haben wir unterschiedlichste Kabeldurchführungen und Kabelverschraubungen verbaut. Dabei wurden in der Regel die Standardbleche beziehungsweise Ausschnitte der Schaltschrankhersteller verwendet. Bei der neuesten Generation unserer Hightech-CNC-Bearbeitungsmaschinen wurde jedoch die Verdrahtung aufgrund konstruktiver Vorgaben immer komplexer. Die am Markt erhältlichen Standardprodukte waren überfordert. Also mussten wir reagieren.“


Das Problem von Trima stellte sich wie folgt dar: Aufgrund konstruktiver Stabilitätsvorgaben verläuft ein Edelstahl-Träger diagonal über das rückseitige Schaltschrankblech der CNC-Bearbeitungsmaschine. Der Platz für das Anbringen von Kabeldurchführungsplatten ist folglich sehr eingeschränkt. Um trotzdem die nötige Verdrahtung realisieren zu können, mussten unterschiedliche Standardkabeldurchführungen kombiniert werden. Diese Patchwork-Lösung von Trima sah wie folgt aus: Oberhalb des Trägers wurden von Hand Ausschnitte in das Schaltschrankblech gesägt, um dort eine Metalldurchführung von Murrplastik einsetzen zu können. Unterhalb des Trägers hatte man Kabelverschraubungen extrem dicht aneinander zu setzen, um den knappen zur Verfügung stehenden Platz effizient auszunutzen. Die Montage war durch die hohe Packungsdichte und die erschwerte Zugänglichkeit sehr mühsam.

 

Werkzeugfreie, effiziente Montage


Eine saubere Lösung ist jetzt erstmalig mit der KDP on Demand möglich. Murrplastik fertigte eine komplette Durchführungsplatte auf Maß, in der alle Bohrungen bereits am richtigen Platz vorgefertigt sind. Das Lochbild der KDP on Demand berücksichtigte somit den störenden Querträger. Im Ergebnis ist die Montage der Kabel heute deutlich schneller und weniger fehleranfällig. Und noch ein weiteres Montageproblem konnte die neue Kabeldurchführungsplatte lösen. Hintergrund: Aus den Kabelverschraubungen kommend, werden Leitungen in einen Kabelkanal am Maschinenboden geführt. Das Problem: Die ausgehenden Leitungen können – wie beim Einsatz von Kabelverschraubungen üblich – erst nach rund 30 mm abgebogen beziehungsweise umgelenkt werden. Um den Biegewinkel der Kabel zu minimieren, mussten die Kabelverschraubungen so nahe wie möglich an den Träger gesetzt werden. Sonst bestünde die Gefahr, dass die Leitungen bei zu starker Biegung beschädigt werden. Schell: „Die KDP on Demand bietet uns den Vorteil, dass wir jetzt direkt nach dem Austritt aus der Kabeldurchführung alle Leitungen unmittelbar umlenken beziehungsweise abwinkeln können.“ Die Montage erfolgt dabei ohne Werkzeug wesentlich schneller, und die Gefahr von Leitungsdefekten tendiert gegen null.


Ein weiterer Pluspunkt für die Maschinenbauer aus Thüringen: Als komplette Baugruppe ersetzt die KDP on Demand sieben zuvor benötigte Einzelartikel, zu denen eine Flanschplatte, eine Standardkabeldurchführungsplatte, unterschiedliche Größen von Kabelverschraubungen und Gegenmuttern gehören. Damit verringerten sich Stücklisten, Lieferanten und die Lagerhaltung. Weil jeder der sieben bis dato benötigten Artikel in einer eigenen Verpackungseinheit geliefert wurde, sank zudem der Logistikaufwand in der Einkaufsabteilung erheblich.

 

Kleinserien und Sondermaschinenbau im Fokus


Mit der KDP on Demand bietet Murrplastik eine Kabeldurchführungsplatte, die alle kundenspezifischen Eventualitäten in der Verdrahtung mit einem System abdecken kann. Das rechnet sich insbesondere bei Kleinserien, da die Platte schon ab Stückzahl fünf preislich sehr attraktiv ist. Die KDP on Demand kann optional mit Feuerschott oder einem zusätzlichen EMV-Schutz ausgestattet werden. Die integrierte Dichtung erfüllt die Schutzart IP 65. Bereits ab Werk wird die Kabeldurchführungsplatte mit Zugentlastung produziert. Alternativ ist eine Version mit geringerer Zugentlastung erhältlich, sodass die Kabel beidseitig eingeführt werden können. Die KDP on Demand wird im Sandwich-Verfahren aus 2VA oder PE aufgebaut. So erreicht sie bei minimaler Dicke eine hohe Steifigkeit. Die flexible Fertigung bietet den Vorteil, dass alle Größenvarianten und Formen frei darstellbar sind – und dies bei einem gleichzeitig nahezu gratfreien senkrechten Schnitt. Selbst komplexe Schnittformen, filigrane Strukturen und dünne Stege lassen sich realisieren.


Trima-Konstruktionsleiter Schell bringt die Vorteile der KDP on Demand auf den Punkt: „Natürlich ist eine individuell gefertigte Kabeldurchführung teurer als ein Standardprodukt aus dem Katalog. Aber: Die Mehrkosten werden durch die Zeitersparnis bei der Montage um ein Vielfaches wieder eingespielt. Auch der Aufwand für die Qualitätsprüfungen lässt sich minimieren, Nachbearbeitungen entfallen komplett. So wurden die Durchlaufzeiten bei uns drastisch reduziert.“

www.murrplastik.de  
www.trima.de

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