Foto: Wandres
Meine neue Küche? Einfach hochglänzend

Seit einigen Jahren ist in der Möbelindustrie ein klarer Trend zur edlen, hochglänzenden Oberfläche zu beobachten.

Dominierende Farben sind schwarz und weiß, daneben halten auch andere intensive Farbtöne in Küchen, Wohn- und Schlafzimmer sowie moderne Büros und Verwaltungsräume Einzug. Das triste Alltagsgrau wird mehr und mehr durch lebendige Farben verdrängt. Besonders in den heimischen Küchen hat sich viel verändert.

Dienten sie jahrzehntelang lediglich dem Kochen, schmelzen der Koch- und Essbereich heute zu einer stilvollen Genusswelt zusammen. Denn gemeinsames Kochen, feines Essen und ein schönes Ambiente sind Teil eines zeitgenössischen Lebensstils.

SIMONE FISCHER 

 

Die Fertigung planer, hochglänzender Möbeloberflächen bedarf jedoch viel Geschick, Erfahrung und Sorgfalt. Selbst Oberflächenspezialisten aus der Automobilindustrie zollen den Herstellern aus der Möbelbranche Respekt für ihr Können. Denn eine große Oberfläche makellos und mit gleichmäßigem Lackauftrag zu fertigen, ist nicht ohne. Solche Flächen verzeihen keine Fehlstellen, auch wenn diese noch so klein sind.

 

Das Problem ist der Feinstaub


Ein hervorragender Zwischenschliff nach der ersten Vorlackierung ist die Grundvoraussetzung für eine perfekte Endlackierung. Das größte Problem bei diesem Schleifschritt: Es entstehen enorme Mengen Feinstaub, die sich nur aufwändig von der Oberfläche beseitigen lassen. Ein Grund dafür ist die Größe der entstehenden Partikel, die der Dimension der Schleifriefen ähnlich ist, sodass sie sich darin ‚verstecken‘ können.


Schleifmaschinen besitzen im Auslaufbereich üblicherweise verschiedene Reinigungsvorrichtungen wie rotierende Druckluftdüsen und schlitzartige Absaugleisten mit Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu 35 m/s. Wird das Reinigungsergebnis mit einem Mikrofasertuch überprüft, folgt die Ernüchterung, denn es befinden sich noch immer erhebliche Mengen Feinstaub auf der Oberfläche. Auch herkömmliche wischtechnische Reinigungsverfahren wie Schwertbürsten, die mit dem Ingromat-Verfahren arbeiten, sind dem hohen Feinstaubaufkommen in der Regel nicht gewachsen. Die Bürste erstickt regelrecht im Staub, der die Oberfläche der Filamente überdeckt. Die Selbstreinigungseinheit schafft es nicht, die Filamente vollständig abzurakeln, sodass sie keine neuen Partikel aufnehmen können.

 

Druckluftdüsen nahe der Oberfläche


Um die Reinigungsleistung der Schwertbürste dennoch sicherzustellen, hat Wandres die lufttechnische Vorreinigung signifikant verbessert. Die Druckluftdüsen im neuen Tornado-Channel TKR rotieren mit hoher Geschwindigkeit dicht über der zu reinigenden Oberfläche. Die kreisförmigen Wirkflächen überlappen sich, sodass über die gesamte Breite eine gleichmäßige Luftreinigung erfolgt. Weil die Tornadodüsen dabei über einen Zahnriemen synchron angetrieben werden, greifen die schnell rotierenden Düsenarme wie Zahnräder ineinander.


Übliche lufttechnische Reinigungsanlagen mit rotierenden Druckluftdüsen besitzen einen relativ großen Abstand zur Produktoberfläche, sodass die Wirkung geschmälert wird. Außerdem sind die Düsen wechselweise mit Höhenversatz angeordnet, wodurch die Strahlwirkung auf die Fläche und damit die Reinigungsleistung variiert. Dies resultiert aus der Tatsache, dass die Geschwindigkeit der Druckluft mit der Entfernung vom Düsenaustritt signifikant abnimmt. Aus diesem Grund hat Wandres die Tornadodüsen im neuen Channel sehr nahe zur Oberfläche auf gleicher Höhe positioniert. Dadurch werden Luftauftreffgeschwindigkeiten von circa 700 m/s und eine hervorragende lufttechnische Vorreinigung erreicht.

 

Darf’s ein bisschen sauberer sein?


Für viele zwischengeschliffene Oberflächen reicht die neue lufttechnische Reinigung von Wandres aus, um die gewünschte Endqualität sicherzustellen. Wird allerdings berücksichtigt, dass mit den aufgetragenen Lackschichtdicken die Güte einer Lackierung einhergeht, ist das erzielte Reinigungsergebnis nicht in jedem Fall gut genug. Hochglanzeffekte lassen sich mit dünnen Lackaufträgen besser realisieren als mit dicken. Eine dünnere Schicht bedeutet aber auch weniger Lackmaterial, das Feinstaub kompensieren kann, sodass sich bei diesen Anwendungen an die lufttechnische Reinigung eine wischtechnische mit Schwertbürsten anschließt. Hierfür eignet sich die von Wandres neu entwickelte Kombi-Schwertbürste. Mit mikrofeuchten Filamenten entfernt sie den feinen Schleifstaub mit zwei parallel wischenden Bürsten von der Sichtfläche und mit einer Bürste von der Unterseite. Dieser Bürstentyp ist derzeit bei ausgewählten Kunden mit vorgeschaltetem Tornado-Channel im Dauerbetrieb und wird auf Alltagstauglichkeit getestet. Zu sehen ist das neuartige Reinigungsmodul aus Tornado-Channel und Kombi-Schwertbürste auch auf der Ligna in Hannover.


Für große Möbelhersteller ist der Markt für Hochglanzoberflächen sehr interessant, bisher kann er aber nicht im gewünschten Umfang bedient werden. Die technischen Voraussetzungen für eine Fertigung derartiger Möbelfronten sind vorhanden, sodass eine kostengünstige, reproduzierbare Massenfertigung möglich ist. 

www.wandres.com

 

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