Bild: FHS Treppen
Partner des Handwerks

 

Als sich Max Frisch und Armin Bührer 2006 auf der Xylexpo kennenlernten, stimmte sofort die Chemie. Mehrere Stunden diskutierten die Geschäftsführer von FHS Treppen und Atemag über Aggregatetechnik.

Auf dem Rückweg von Mailand hatte Bührer dann gleich mehrere Aufträge im Gepäck. Heute verbindet die Unternehmen längst eine feste Systempartnerschaft, in der es immer wieder Folgeaufträge gibt.   

MICHAEL HOBOHM

 

Max Frisch ist ein Macher. In seinem Leben hat er Vieles gesehen. Jahrelang war er Berater der Industrie, restrukturierte mittelständische Betriebe und baute neue Unternehmen auf, im Inland wie im Ausland. 1999 wollte Frisch dann etwas Eigenes machen: Er gründete die Firma FHS. Anfänglich plante er, den Markt mit Holz-, Aluminium- und Edelstahlbalkonen zu erschließen. Schnell weitete sich das Portfolio jedoch aus. Eine Anfrage aus Salzburg hatte Frisch im bayrischen Grassau erreicht: „Können Sie auch Treppen bauen?“ Er konnte. Anderthalb Wochen später stand die viertelgewendelte Eschentreppe fertig im Bankraum. Und der Kunde, ein Treppenhändler, hatte seinen neuen Zulieferbetrieb gefunden. Was folgte, war der strategisch geplante Aufbau eines Treppenbauunternehmens, das sich Stück für Stück zum Systemlieferanten entwickelte. Heute ist FHS Treppen ein Betrieb mit Schlüsselkompetenz im Bau von Standard- und Materialkombinationstreppen aus Holz, Metall, Glas und Stein, der auf über 10000 m² Produktionsfläche rund 140 Mitarbeiter beschäftigt. „Im Holz- und Metallbereich sind wir einer der leistungsfähigsten und innovativsten Lieferanten“, ist Frisch überzeugt. „Ich kenne keinen anderen Anbieter, der ein so großes Portfolio bietet.“ Aktuell machen Holztreppen rund 50 Prozent des Produktionsumfangs aus, Metalltreppen kommen auf etwa 30 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Treppen aus Glas, Stein und Materialkombinationen sowie Balkone.

 

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„Wir verstehen uns als Partner des Handwerks, der Fachbetriebe mit Qualitätsprodukten beliefert“, so der Geschäftsleiter. „Viele unserer Kunden sind Firmen, die selbst Treppen im Mittelklasse- und gehobenen Mittelklassebereich produzieren und ihr Angebot mit Standardtreppen im Low-End oder aufwendigen Materialkombinationstreppen im High-End-Bereich abrunden wollen. Zu unserer vorrangigen Klientel gehören aber auch Schreiner, Zimmerer und kleinere Treppenbauer, die unser gesamtes Spektrum kaufen.“ Etwa 60 Prozent der FHS-Treppen gehen heute in den deutschen und 15 Prozent in den österreichischen Markt. Mit einer eigenen Logistikflotte wird zudem in die Schweiz und Niederlande, nach Italien, Frankreich, England oder Norwegen ausgeliefert. Eine zweite Vertriebsschiene von FHS Treppen ist die Firma Steigwerk, die mit einer Vertragshändlerstruktur arbeitet. Vorwiegend in größeren Städten angesiedelt, bieten die Steigwerk-Partner ihrem anspruchsvollen Klientel Treppen im mittleren und gehobenen Bereich an. Die neueste Vertriebsschiene von FHS ist schließlich speedy wood – ein Onlineshop, in dem Handwerksbetriebe per Mausklick auf Maß gefertigte Tische, Küchenarbeitsplatten oder Treppenstufen in vielen Holzarten und Oberflächen bestellen können und innerhalb von nur zehn Werktagen geliefert bekommen.

 

„Wir machen alles selbst“


„FHS ist ein solides, bankenunabhängiges Unternehmen, das wir so weiterentwickeln können, wie wir wollen“, betont Frisch. Nirgends wird das deutlicher als in der Fertigung, wo der Systemlieferant die Prozesskette fast bis ins letzte Detail abdeckt. „Die Fertigungstiefe ist in allen Materialbereichen sehr hoch. Da wir mit zugekauften Holzplatten früher nicht zufrieden waren, beschlossen wir, sie selbst zu produzieren.“ Doch nicht nur im Holzbereich wird alles selbst gefertigt, auch im Metallbereich verfügt das Unternehmen über eigene Laser- und Wasserstrahltechnik, Biegetechnik für massiven Stahl bis zu 30 mm Stärke sowie Drehautomaten zur Produktion spezieller Verbindungsmittel. „Durch unsere speziellen Maschinen in Verbindung mit 12 qualifizierten Konstrukteuren können wir nahezu beliebig komplizierte Treppen im Materialmix Holz-Stahl-Edelstahl-Glas für unsere Kunden herstellen“, so Frisch.


„Wir kaufen Rohware in den Bereichen Holz und Stahl im großen Stil und haben den gesamten Fertigungsprozess in eigenen Händen. Damit sind wir schnell, flexibel und  nicht mehr abhängig von Zulieferern.“


In der Holztreppenfertigung beginnt das mit der Einlagerung des Schnittholzes, das ausschließlich von zertifizierten Lieferanten aus 16_12_TT_atemag_200.jpgDeutschland und Österreich stammt. Ständig sind in der klimatisierten Halle 30 bis 40 Holzarten und Material für über 1000 Treppenanlagen vorrätig. „Daran schließen sich zwei Zuschnittanlagen an, die das Material an fünf Tagen über 24 Stunden hin auftrennen“, berichtet Frisch. „Seit 2006 haben wir auch ein eigenes Keilzinkplattenwerk, wo alle Reststücke verarbeitet werden.“ Verleimt werden die Holzteile anschließend in einer Hochfrequenzpresse, alle Rohplatten für eine gesamte Treppe sind in weniger als einer halben Stunde fertig. Von der Presse gehen die Werkstücke erst über eine Hobel- und Schleifanlage, um dann von fünf SCM-BAZs weiterverarbeitet zu werden. Auf zwei Accord 40 mit automatischem Tisch werden 5-achsig vor allem Stufen und Wangen zerspant, auf kleineren Record-4-Achs-Maschinen erfolgt die Fertigung von Pfosten und Sonderteilen. Eine Standardtreppe ist auf einer Maschine mit Automatiktisch in anderthalb Stunden komplett bearbeitet. Als Treppenbau-Software verwendet FHS Compass, Sema, Trepcad und Hartmann, mit denen sich sämtliche DXF-Dateien einlesen lassen. „Mit diesen Programmen decken wir 80 Prozent unserer Kundenwünsche ab. Anforderungen, die darüber hinausgehen, erfüllen wir mit völlig freien Konstruktionen in Autocad oder Inventor. Dafür habe ich schon früh einen Postprozessor nach unseren Vorstellungen mit werkzeugoptimierter Fertigung von mehreren Sonderteilen in einer Aufspannung programmiert“, so der Unternehmer aus Grassau. Nach den Bearbeitungszentren kommen alle Teile in die Bankbearbeitung, wo fast jede Treppe montiert und auf Fehlerfreiheit geprüft wird. Hier werden auch gekrümmte und schichtverleimte Elemente hergestellt und jedes Treppenteam ist für den erforderlichen Feinschliff der Treppenteile zuständig.  Abschließend erfolgt die individuelle Beschichtung der Bauelemente mit Wasser-, Lösungsmittellacken oder Ölen. Auf Wunsch holt FHS das Beschichtungsmittel auch beim Kunden ab.

 

„Ich würde nie etwas Anderes kaufen“


Im Holzbereich sind heute die fünf Bearbeitungszentren von SCM die zentralen Bausteine der Fertigung. Eine weitere 5-Achs-Maschine von Maka dient inzwischen als Reservemaschine. Neben den 4-Achs-Maschinen war es aber diese Maka, für die Frisch 2006 die ersten Aggregate von Atemag gekauft hatte. Dazu gehörten unter anderem vier Soft-Touch-Pro-Tastaggregate aus Hofstetten, die FHS bis heute für die Radien- und Fasenfertigung einsetzt. „Diese Aggregate lassen sich äußerst genau einstellen“, betont Frisch. „Das ist bei der Bearbeitung von Wand- und Freiwangen der Fall, wo wir die Radien mit verschiedenen Tastaggregaten fertigen. Das gilt aber auch für runde Stufen, die nicht wie sonst per Stufenautomat, sondern auf einer Accord bearbeitet werden.“ Um das gesamte Bauteilspektrum abzudecken, hat FHS auf beiden 5-Achs-Maschinen mehrere Tastaggregate der Reihen Soft Touch Classic und Soft Touch Pro in unterschiedlichen Stärken im Einsatz. Die Fertigung der Radien und Stirnkanten, die mit Wendeschneidplatten-Werkzeugen in einem Arbeitsgang erfolgt, ist so hochwertig, dass kaum nachgeschliffen werden muss. „Die Übergänge sind sauber, es gibt keinen Versatz, die Qualität ist hervorragend“, bekräftigt Frisch. „Teilweise verarbeiten wir fünf oder sechs Meter lange Teile, die leichte Verwerfungen im Zehntelbereich aufweisen. Die Tastaggregate kompensieren diese Unterschiede perfekt, erzeugen eine hochwertige Kante und sparen uns so Nachbearbeitung, Zeit und Geld.“ Außer der hohen Bearbeitungsqualität und dem einfachen Einstellen zähle für ihn vor allem die Langlebigkeit der Tastaggregate. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon einmal eins ausgetauscht hätten. Und das seit 2006.“ Das gilt auch für Aggregate mit Schleiffunktion, die FHS bei wenigen komplizierten Bauteilen einsetzt. „Ich würde nie etwas Anderes kaufen“, bringt es der Treppenbauer auf einen Nenner.


Auf den 4-Achs-Bearbeitungszentren hat FHS vor allem Winkelgetriebe von Atemag im Einsatz. Neben Aggregaten vom Typ Duo Function Line, die mit zwei Ausgängen für das Bohren, Fräsen und Sägen ausgelegt sind, gehören dazu auch Schlosskastenfräsaggregate der Reihe Extra Function Line für das Bohren und Fräsen. Eingesetzt werden sie zum Beispiel, wenn Pfosten oder Deckenblenden vorgebohrt werden müssen. „Zum Teil fertigen wir auf den 4-Achs-Maschinen auch Wangen, die nur Staketenbohrungen besitzen“, berichtet Frisch. „Dabei haben die Aggregate den großen Vorteil, dass jeder beliebige Bohrungsdurchmesser von 16 mm aufwärts zehntelmillimetergenau gefertigt werden kann. Außer der hohen Flexibilität und Präzision ist die lange Standzeit der hochbeanspruchten Getriebe hervorzuheben, die mindestens das Doppelte von Wettbewerbsprodukten beträgt.“ Muss eines der Schlosskastenfräsaggregate zur Reparatur eingeschickt werden, funktioniere auch das schnell und unkompliziert.

 

„Atemag agiert lösungsorientiert“


Bis heute kann sich Frisch die Zusammenarbeit mit Atemag nicht angenehmer vorstellen. Hat er spezielle Anwendungen, gäbe es sofort eine Lösung. „Als wir einmal quadratische Bohrungen ausführen mussten, war es ein Hohlstemmer, den wir kurzfristig bekommen haben“, gibt der Geschäftsleiter ein Beispiel. „Auch bei Verbesserungsvorschlägen finde ich immer ein offenes Ohr. Atemag agiert lösungsorientiert und bedient mich in allen CNC-Operationen perfekt.“


Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen soll zukünftig noch breiter werden, da der Treppenbauer das Bearbeitungsspektrum ausweiten und Soft-Touch-Tastaggregate mit kleineren Radien einsetzen will. Wenn der Kunde einen Sonderradius wünscht, wird das künftig mit zusätzlichen Aggregaten umgesetzt. Mit Atemag-Technik sollen so auch bestimmte Operationen automatisiert werden, die bislang manuell ausgeführt werden. „Am Ende bekommt der Kunde immer die Treppe, die er wünscht“, betont Frisch. „Denn das ist unsere Stärke.“

www.atemag.de  
www.fhs-treppen.de

 

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