Bild: Höcker Polytechnik
Massivholzverarbeitung ohne Staub und Späne

Nach der Ablösung einer alten Absauganlage arbeiten die Oberland Werkstätten heute mit einer effizienten Absauglösung von Höcker Polytechnik.

17 Maschinen werden damit zuverlässig, energieeffizient und leise abgesaugt.

HEINER KLEINE-WECHELMANN 

 

 

Wie man das Beste aus dem Werkstoff Holz macht, zeigt die Oberland Werkstätten GmbH in Polling. In den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen arbeiten erfahrene Holzprofis und Menschen mit Behinderungen zusammen – sie eint die Liebe zum Holz und hohe Qualitätsansprüche. Die Oberland Werkstätten sind seit über 40 Jahren zuverlässiger Zulieferer für Industriebetriebe und Hersteller hochwertiger Holzprodukte für Endkunden. Für Privathaushalte wurde eine eigene Produktlinie mit Produkten für Haus und Garten wie Gartenmöbel, Pflanzgefäße oder Briefkästen geschaffen. Zudem werden zahlreiche Bestattungsunternehmen mit Grabkreuzen beliefert. Insbesondere bei manuell aufwendigen Arbeiten bietet die Manpower der Pollinger Massivholzexperten Vorteile. Für Präzision und zuverlässigen Materialdurchsatz sorgt ein moderner Maschinenpark mit CNC-Bearbeitungszentrum.

 

Dichtes Servicenetz


Die immer leistungsstärkeren Sägen und Fräsen des Unternehmens verursachten bei einer über 30 Jahre alten Absauganlage wiederholt Leistungseinbrüche. Zugleich erhöhten die Innenaufstellung von Filter und Spänebunker sowie der Überdruckbetrieb die Brand- und Explosionsgefahr. Eine neue Filteranlage nach dem Stand der Technik sollte künftig die störungsfreie Produktion sichern und die Staubbelastung in der Fertigung minimieren. Mit der Umsetzung des Projektes wurde die Höcker Polytechnik GmbH aus dem niedersächsischen Hilter am Teutoburger Wald betraut. Seit über 50 Jahren entwickelt und fertigt das Unternehmen innovative Absaug- und Filterlösungen für das Holz bearbeitende Handwerk und die Industrie und sorgt mit einem dichten Servicenetz für Kundennähe. Den Kunden im Raum Bayern stellt Höcker Polytechnik einen erfahrenen Branchenexperten mit über 30 Jahren Berufserfahrung zur Seite: Günther Kirschner. Er betreute auch die Oberland Werkstätten in allen Projektphasen in enger Zusammenarbeit mit Bernhard Wörle vom Ingenieurbüro Landgraf, Planungsbüro für Technische Ausrüstung in Weilheim, der die gesamte Baumaßnahme als Fachplaner begleitete.

 

Reibungslose Umstellung


Die Montage der Anlage wurde in mehreren Teilmontageschritten geplant, sodass sich Ausfallzeiten bei der Umstellung der Maschinen vermeiden ließen. Sämtliche Montagearbeiten bis zur Vorbereitung der Maschinenanschlüsse wurden während des normalen Werkstattbetriebes durchgeführt, ohne die Arbeitsabläufe zu stören. Die Produktionsverantwortlichen der Oberland Werkstätten arbeiteten dabei eng mit den Höcker-Montageteams zusammen, sodass geplante Maschinenstillstände für Montagetätigkeiten genutzt werden konnten. Die finale Umstellung auf die neue Absauglösung erfolgte an einem Wochenende – am folgenden Montag konnte der Betrieb wieder reibungslos aufgenommen werden. Das Teamwork der Verantwortlichen und Techniker war von allen Seiten hervorragend und die Mitwirkenden waren ausgesprochen zufrieden, die vielen kleinen und großen Herausforderungen erfolgreich gemeistert zu haben. Heute arbeiten die Oberland Werkstätten mit einer modernen, energieeffizienten Staubund Späneabsaugung und einer leistungsstarken Brikettieranlage. 17 Maschinen wie Sägen, Fräsen, Hobelmaschinen und ein CNC-Bearbeitungszentrum werden zuverlässig und leise abgesaugt. Die Vorgaben für den Brand- und Arbeitsschutz wurden erfolgreich umgesetzt.

 

Kompakte, leistungsstarke Filteranlage


Kernstück der neuen Absauganlage ist eine Multistar-Filteranlage. Das 1000-fach bewährte Filtersystem wurde bei Oberland Werkstätten außerhalb der Werkstatt positioniert und arbeitet auf einer Grundfläche kleiner neun Quadratmeter. Zwei Reinluftventilatoren (37 kW und 15 kW) erzeugen im schallgedämmten Ventilatoraufsatzmodul oberhalb der Filterschläuche einen Volumenstrom bis zu 31 000 m3/h. Die Filterschläuche (Filterfläche: 230 m2) werden während der Arbeitspausen diskontinuierlich im Vibrationsverfahren abgereinigt. Bei Massivholzspänen hat sich die Vibrationsabreinigung als zuverlässige und filterschonende Abreinigungsmethode bewährt. Unterhalb der Multistar-Filteranlage verpresst eine Brikstar-Brikettierpresse das Späne-Staub-Luft-Gemisch zu handlichen Briketts.


Die Maschinen und die Filteranlage kommunizieren über das SPS-System S7-1200. Dabei verfügt jede Maschine über eine Absaugleitung mit Pneumatikschieber. Fährt eine Maschine an, öffnet sich die Absaugleitung und die spezifische Absaugleistung wird vom System abgerufen. Die Frequenzregelung passt dann die Leistung des 37-kW-Ventilators stufenlos an. So ist an der Maschine immer die benötigte Absaugleistung verfügbar, Stromspitzen werden vermieden und die Energie wird zielgerichtet eingesetzt.

 

Rückluftführung und Brikettierung senkt Heizkosten


Die an den Maschinen abgesaugte Luft enthält viel Wärmeenergie und kann, nachdem sie im Filter von Staub und Spänen befreit wurde, problemlos mit einer Temperatur von circa 20 °C in die Werkstatt zurückgeleitet werden. Im Winterbetrieb senkt die Rückluftführung mit integriertem Heizregister die Heizkosten erheblich. Eine zusätzliche Entlastung während der Heizphase schafft die leistungsstarke Brikstar-Brikettierpresse von Höcker Polytechnik. Sie wurde platzsparend unterhalb des Filters verbaut, arbeitet vollautomatisch, ist dank der Wetterschutzverkleidung problemlos ganzjährig einsetzbar und bietet hervorragenden Bedienkomfort. Das 4-kW-starke Hydraulikaggregat verarbeitet stündlich bis zu 70 kg Staub und Späne zu Briketts. Diese Briketts werden über eine Brikettleitung in den nicht mehr benötigten Spänesilo transportiert und dienen in der kälteren Jahreszeit als kostengünstiges Heizmaterial. Die Oberland Werkstätten haben sich damit eine weitgehende Unabhängigkeit von externen Energiequellen geschaffen. Die intelligente Steuerungstechnik im Hintergrund erleichtert die Bedienung der gesamten Absauganlage. Über ein bedienfreundliches Touch-Operator-Panel ist eine schnelle, einfache Konfiguration ebenso möglich wie das Abfragen von Statusmeldungen. Da jede Maschine über Pneumatikschieber an die zentrale Steuerung angekoppelt ist und Frequenzregler die Ventilationsleistung anpassen, senkt diese Vernetzung den Stromverbrauch und somit die Stromkosten.


Hermann Soyer, Betriebsleiter der Oberland Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, ist nach drei Monaten Praxiseinsatz begeistert: „Wir legen großen Wert auf optimale Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter und die Betriebssicherheit. Da die alte Anlage unseren Ansprüchen immer weniger gerecht wurde, mussten wir handeln. Mit der neuen Absaugtechnik von Höcker Polytechnik profitieren wir von sicheren Produktionsbedingungen, optimalem Brandschutz und sind in der Lage, unsere Heiz- und Stromkosten erheblich zu senken. Nun können wir uns wieder mehr auf die Massivholzbearbeitung konzentrieren, weil die Staub- und Spanentsorgung automatisiert abläuft. Besonders gut war das Zusammenspiel mit dem Team von Höcker und dem Ingenieurbüro Landgraf in allen Projektphasen. Auf unsere Belange wurde 100-prozentig eingegangen und die Montagearbeiten störten unsere Arbeitsabläufe nicht. Es war ein schönes Projekt und die Absaugung funktioniert nun so, wie wir es uns immer gewünscht haben.“

www.hoecker-polytechnik.de

 

Diesen Beitrag und weitere interessante Beiträge finden Sie in HOB 7/8.2015:

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