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12 Branche ¢ L enze-Gruppe im Wachstumstrend Neue Rekordwerte konnte die Lenze-Gruppe im Geschäftsjahr 2016/2017 (1. Mai 2016 bis 30. April 2017) bei Umsatz und Profitabilität ausweisen. Der Konzernumsatz stieg um 31,9 Millionen auf 678,3 Millionen Euro (+ 4,9 Prozent). Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 58,5 Millionen Euro um 20,7 Prozent über dem des Vorjahres. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,5 auf 8,6 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich von 31,5 auf 38,1 Millionen Euro. Der Brutto-Cashflow aus operativer Tätigkeit wurde aufgrund des verbesserten Ergebnisses um 17,1 Prozent auf 56,1 Millionen Euro gesteigert. Das schuf Raum für Investitionen und Akquisitionen. So hat Lenze im zurückliegenden Geschäftsjahr die logicline GmbH mehrheitlich übernommen und das Lenze-Portfolio um Enterprise-Cloud-Anwendungen, mobile Apps und Internet-of-Things-Lösungen ergänzt. Trotz dieser Investitionen erhöhte sich der Free-Cashflow der Lenze-Gruppe um 11,7 Prozent auf 36,4 Millionen Euro. Auch das Eigenkapital wurde gestärkt. Bei einer Bilanzsumme von 466,3 Millionen Euro erreicht die Quote 64,1 Prozent   11.2017 (Vorjahr: 63,7 Prozent). Gleichzeitig wurden die Finanzverbindlichkeiten um 27,9 Prozent auf 21,2 Millionen Euro vermindert. Für die kommenden Jahre sieht das Unternehmen deutlich mehr als 100 Millionen Euro für Zukunftsinvestitionen vor. Davon wird im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 ein wesentlicher Teil in das Kernprojekt Mechatronic Competence Campus fließen. Mit dieser bisher größten Investition der Unternehmensgeschichte werden drei Produktionsstätten in einem hochmodernen Werk zusammengefasst. Zugleich setzt die Wachstumsstrategie ,Lenze 2020+‘ den vor Jahren begonnenen Weg zu einer klaren Marktsegmentorientierung konsequent fort und schafft die Grundlagen für stabiles, nachhaltiges Wachstum im Kerngeschäft. Zudem greift sie die Herausforderungen der Digitalisierung auf und schafft neben dem Kerngeschäft Raum, um neue, zukunftsorientierte Geschäftsfelder zu entwickeln. Die künftige Entwicklung von Lenze sieht der Vorstand positiv. Für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 rechnet er mit einem Umsatzwachstum, das leicht über dem des Berichtsjahres liegen dürfte. u www.lenze.com ¢ R oto kauft strategisch ein Als zukunftsorientierten Schritt zur Sicherung der „langfristigen Serviceführerschaft“ bezeichnet die Roto Frank AG ihre zweite Firmenakquisition im laufenden Jahr. Nach dem speziell für das internationale Geschäft relevanten Erwerb des chinesischen Beschlagzulieferers Union Ltd. zielt der aktuelle Kauf zunächst primär auf den deutschen Heimatmarkt. Wie der Fenster- und Türtechnikproduzent meldet, ging die in Berlin ansässige Wollenberg GmbH mit Wirkung vom 1. November 2017 in seinen Besitz über. Das Unternehmen bietet mit knapp t Bei der Vertragsunterzeichnung: Michael Stangier, Dr. Eckhard Keill und Ulrich Wollenberg (von links) (Bild: Roto) 40 Mitarbeitern unter anderem Dienstleistungen zur nachträglichen Verbesserung von Fenstern und Türen an. „Das Engagement ist Ergebnis eines neuen Servicekonzeptes“, betont Dr. Eckhard Keill. Es soll nach Aussage des Roto-Vorstandsvorsitzenden die in die gegebene Konzernstruktur „nur schwer integrierbare Aftersales-Leistungen“ für Fenster- und Türenhersteller erheblich verbessern und verbreitern. Außerdem ebne es einen „innovativen und bisher einzigartigen Weg“ zur Nachversorgung bereits eingebauter Elemente mit Dichtung und Beschlag. Die durch die Akquisition jetzt eingeleitete Neuausrichtung des Servicebereiches betreffe Roto-Funktionen wie den Ersatzteildienst. Dabei gilt der Begriff ,Nachversorgung‘ laut Keill für das klassische Ersatzteil- und Reparaturgeschäft wie für die spätere Aufrüstung von Elementen. Sie gewinne gerade mit Blick auf die wachsende Notwendigkeit an Bedeutung, Fenster und Türen „ready for Smart Home“ zu machen. Ob die entsprechenden Strukturen in der Schwesterdivision Dach- und Solartechnologie ebenfalls eingebunden werden, hänge jeweils von der lokalen Situation ab. Der Firmengründer Ulrich Wollenberg bleibt nach der im Rahmen einer frühzeitigen Nachfolgeregelung realisierten Transaktion wie bisher Geschäftsführer. u www.roto-frank.com ¢  Farbenindustrie unter Druck Die deutsche Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie kämpft mit Höchstpreisen bei den Rohstoffen. Für die rund 250 Unternehmen der Branche haben sich die Preise am Weltmarkt in den letzten Monaten so stark erhöht, dass sie die Geschäftsergebnisse belasten. Das zeigt eine Umfrage des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) unter seinen Mitgliedern. Bei Pigmenten und Lösemitteln sind die Einkaufspreise seit Frühherbst auf Höchstständen, beim wichtigen Weißpigment Titandioxid verschärfen Lieferengpässe die Situation zusätzlich. Lösemittel sind im Vergleichszeitraum um rund 15 Prozent teurer geworden, der Preis für Titandioxid ist seit Sommer 2016 sogar um knapp 40 Prozent gestiegen. Neben den zunehmenden Preisen machen der Branche Lieferschwierigkeiten zu schaffen. Besonders dramatisch stellt sich die Situation bei Druckfarben dar: Aufgrund der reduzierten Verfügbarkeit der geforderten Pigmentqualitäten verlangen die Rohstoffhersteller hier extreme Preise. Beim Pigment Zinkstaub stellt sich die Situation ähnlich dar, hier müssen die Produzenten von Lacken und Farben über 20 Prozent mehr als noch im Sommer 2016 zahlen. „Die weitere Entwicklung ist aufgrund der komplexen, globalen Verflechtungen des Marktes kaum abzuschätzen“, zeigt sich VdL-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann besorgt. „Experten gehen davon aus, dass die Rohstoffpreise langfristig noch weiter steigen werden.“ Rohstoffpreise sind für die Lack- und Farbenindustrie entscheidend, da sie mehr als die Hälfte der Kosten ausmachen: Die Rohstoffkosten insgesamt haben sich um mehr als zwölf Prozent seit Sommer 2016 erhöht und auch die Ausgaben für Fracht und Transport sind gestiegen. Die Mehrbelastung für die Branche wird insgesamt auf weit über 300 Millionen Euro geschätzt. u www.wirsindfarbe.de


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