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36 Betriebs- und Fertigungsbedarf Absaugsystem mit Blasluftströmung In einem zweijährigen Forschungsprojekt widmeten sich die Firma Schuko und das Fraunhofer IPA in Stuttgart der Herausforderung, ein neuartiges Absaugsystem mit Blasluftströmung für die Holz- und Faserverbundwerkstoffzerspanung zu entwickeln. Das Resultat: weniger Feinstaub, geringerer Energieverbrauch und ein zufriedener Pilotkunde. Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne. Doch was der Heimwerker mit Besen und Staubsauger erledigt, muss in einer industriellen Produktion automatisiert geschehen. Egal, ob bei faserverstärkten Kunststoffen oder in der Holzindustrie. Denn manuelle Reinigungsarbeiten sind nicht nur teuer, sie senken auch die Maschinenverfügbarkeit   11.2017 und unterbrechen den Takt einer Produktion. Ohnehin sollten Anzeige Arbeitskräfte nicht mit Fein- und Faserstäuben in Kontakt kommen, die gesundheitsgefährdend sein können. Also setzt man auf leistungsstarke Absauganlagen, um das Spangut aus der Maschine abzutransportieren und in Filtern abzuscheiden. Konventionelle Anlagen stoßen jedoch schnell an ihre Grenzen, denn die Reichweite von Absaugströmen ist limitiert. Eine reine Steigerung der Absaugleistung bringt meist nur eine höhere Stromrechnung mit sich, die Späneerfassung verbessert sich aber nur bedingt. Neuer Ansatz von Schuko und Fraunhofer IPA Ein Team aus Mitarbeitern der Firma Schuko und des Fraunhofer IPA setzte daher auf einen neuartigen Ansatz: Ein Absaugsystem, das einen Teil der abgesaugten und gefilterten Luft nutzt, um die Späne und Stäube zur Absaughaube zu blasen. Der Clou dabei: Eine Blasluftströmung hat eine etwa dreißigfach größere Reichweite als eine Absaugluftströmung. Um den Ansatz verwirklichen zu können, musste man zwei Systeme vereinen, die sonst separat behandelt werden: Filteranlage und Maschine. Denn nur wenn das Zusammenspiel aus Blasluft- und Absaugströmungen optimal auf die Maschinengeometrie und p Funktionsweise des Absaugsystems mit Blasluftströmung (Bilder: Fraunhofer IPA) u Pilotanlage des Absaugsystems mit Blasluftströmung den Zerspanprozess abgestimmt ist, wird das Spangut vollständig erfasst. Grundlegend untersucht wurden die Zusammenhänge in einem zweijährigen, öffentlich geförderten ZIM-Projekt. Deutlich höhere Reichweite Partikel mit Blasluft dorthin zu fördern, wo sie abgesaugt werden, hilft vor allem bei der Bearbeitung komplex geformter Bauteile, die aus Faserverbundwerkstoffen bestehen. Das Problem dabei: Die Partikel werden durch das Zerspanwerkzeug in alle Richtungen ausgeworfen. Um den Zerspanprozess nicht zu stören, ist die Absaughaube oft entfernt an der Decke oder der Kapselung der Maschine angebracht. So ist das Ergebnis häufig unzureichend. Ein Dilemma, das man in der Industrie durch teure Speziallösungen oder immer stärkere Absauganlagen zu lösen versucht. Das neue Absaugsystem spielt hier seine Stärken aus, hat es doch durch die Blasluftströmung eine viel größere Reichweite. Bei einer deutlich verbesserten


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