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40 Betriebs- und Fertigungsbedarf Möglichst spielerisch umsetzen Die Schreinerei Schwimmer im oberbayrischen Albaching ist einer jener kleineren Betriebe, die den Spagat der industriellen Fertigung schaffen. Maschinen- und softwareseitig modern aufgestellt, agiert sie zwischen großen Betrieben, die bestimmte Aufträge nicht ausführen wollen, und kleinen, die es nicht können. Von Seiten der Software werden die oft anspruchsvollen Aufträge mit imos umgesetzt.  Michael Hobohm Renolit zählt zu den international führenden   11.2017 Herstellern hochwertiger Kunststofffolien und verwandter Produkte für technische Anwendungen. Seit kurzer Zeit hat das Unternehmen neue Leichtbauplatten auf Basis von Kunststoffwaben im Programm, die unter anderem im Caravanbau Anwendung finden sollen. Um diese Platten auf der diesjährigen Interzum präsentieren zu können, wurde die Schreinerei Schwimmer mit der Fertigung eines kompletten Caravans beauftragt. Nachdem der Prototyp in Rhino und Cinema designt worden war, fertigte Schwimmer den gesamten Caravan mit Fünfachstechnik. Schnell und präzise. „In dem Caravan gibt es keine geraden Linien“, sagt dazu Inhaber und Geschäftsführer Stefan Schwimmer. „So geht zum Beispiel der Fußboden in einer Rundung zur Rückwand und diese wiederum in einer Rundung zum Dach über. Außerdem hat der Caravan viele schräge Teile. Mit imos ließ sich das in Fünfachsbearbeitung einfach und spielerisch umsetzen.“ Auf der Interzum fand der hochwertig gefertigte Caravan auch prompt das erhoffte Interesse. Vielseitig und schnell Gegründet wurde die Schreinerei Schwimmer 1974 sprichwörtlich in der Garage. Eng war es, die Möglichkeiten begrenzt. „1996 haben wir dann eine 2 000-m²-Halle auf der grünen Wiese gebaut. 1999 habe ich den Betrieb vom Vater übernommen“, erzählt Schwimmer. Damals habe man noch mehr im Bausektor gearbeitet. Im Möbelsektor, der ebenfalls bedient wurde, zeichnete sich aber schon ab, dass weniger Manpower, dafür aber mehr Technik erforderlich war. „Also haben wir Stück für Stück in neue Maschinen investiert, mit denen wir heute auf den Möbelbau fokussiert sind“, so Schwimmer. „In diesem Zuge mussten wir auch die Mitarbeiterzahl verringern. Heute beläuft sich die Mannschaft auf zehn Beschäftigte, von denen sieben in der Fertigung arbeiten – alle extrem fit. Bei uns kann jeder jede Maschine bedienen, selbst der Lehrling ist auf der Fünfachsmaschine.“ Aktuell erarbeitet der Betrieb 70 Prozent des Umsatzes mit der Fertigung von Zulieferteilen, die maschinen- oder montagefertig an Hersteller oder Wiederverkäufer ausgeliefert werden. Meist handelt es sich um kleinere Schreinereien, die überlastet sind oder bestimmte Aufträge maschinenseitig nicht ausführen können. Einsatz finden die Komponenten in Arztpraxen, Klinikzimmern, Büros oder Wohn- und Schlafzimmern. Außerdem fertigt Schwimmer für Küchenstudios, wenn es um das Besondere geht – die massive Front etwa oder eine spezielle Oberfläche. Zu den gewerblichen Aufträgen gehört außerdem der Messebau, der etwa ein Drittel des Bereiches einnimmt. Dass dieser Anteil wächst, liegt vor allem daran, dass Schwimmer auf die Wünsche der Designer flexibel eingehen und Einzelteile sehr wirtschaftlich fertigen kann. So hat sich die Schreinerei inzwischen Renommee aufgebaut. Zudem kooperiert Schwimmer im Messebau wie in anderen Bereichen immer t Der Ball ist rund: Präzise hergestellt mit einer BMG 311 Venture und CAM Max t Von der Schreinerei Schwimmer mit Fünfachstechnik und imos gefertigt: Prototyp eines Caravans, präsentiert auf der Interzum (Bilder: Schwimmer) u Das fertige Teil


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