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9 Titelthema „Wir haben bei allen Ausschreibungen für fördertechnische Anlagen den Einsatz von SEW-Eurodrive vorgeschrieben“ www.hob-magazin.com   Pollmeier Massivholz 1987 als Pollmeier Leimholz GmbH gegründet, betreibt die heutige Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG die größten Laubholzsägewerke Europas. Der Fokus liegt dabei auf der Verarbeitung von Buchenholz. Der Unternehmenssitz befindet sich im thüringischen Creuzburg, wo 1996 das erste Pollmeier-Sägewerk seine Produktion aufnahm. Vier Jahre später begann die Produktion in einem Werk in Malchow, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Als dritte Pollmeier-Fertigungsstätte begann 2007 ein Sägewerk in Aschaffenburg mit der Produktion. Im Jahr 2011 wurde das Sägewerk Malchow wegen mangelnder Rundholzversorgung geschlossen, dann aber im Frühjahr 2016 wiedereröffnet. Lagerung der angelieferten Buchenstämme beginnt die Verarbeitung mit dem Kappen. Je nach Beschaffenheit des Stammes sind die Abschnitte 8, 10 oder 11 Fuß lang – ein englischer Fuß beträgt etwa 0,34 m. Die Stämme werden zunächst gescannt, um optimale Abschnitte zu erhalten. Anschließend werden sie entrindet und laufen durch ein Metallsuchgerät. So werden Beschädigungen der teuren Bandsägeblätter verhindert. Es folgt die Übergabe an das Sägewerk, wo die Stammabschnitte parallel an zwei Bandsägeanlagen abgeschwartet werden. Hier werden die Abschnitte wiederum gescannt, um sie der Sägeanlage so zuführen zu können, dass am Ende die Brettausbeute möglichst hoch ist. Beim Abschwarten wird der Stammanschnitt an vier Seiten so abgesägt, dass im weiteren Produktionsverlauf Bretter entstehen, die mindestens 10 cm breit sind. An diesen halbautomatischen Abschwartanlagen entscheidet sich, wie viele Bretter aus einem Stamm produziert werden können und wie schnell der abgeschwartete Stamm zur weiteren Verarbeitung gelangt. Nach dem Abwurf des abgeschwarteten Stamms führt ihn eine Fördereinrichtung zur Brettersägeanlage. Dort erfolgt zunächst die Einschnittoptimierung, mit der Fehler wie Risse sowie der Rotkernanteil im Schnittholz minimiert werden. Die Bretter werden im Rundlauf vom Stamm geschnitten, um eine hohe Qualität zu erreichen. In der nächsten Stufe geht es ans Besäumen der Bretter. Dabei wird die Waldkante von den Brettseiten abgeschnitten. Anschließend werden die Bretter sortiert, gestapelt, technisch getrocknet und geschliffen. Als letztes erfolgt das Grading, die visuelle Kontrolle und Einteilung in Qualitäten. „Auf diese Weise produzieren wir Buchenschnittholz in 17 Qualitätsstufen“, berichtet Riemke. Elektroantrieb für den Vorschubwagen Die Massen, die in der Anlage bewegt werden, spürt man beim Betreten der Bedienerstation: Es rumpelt gewaltig, wenn der bis zu drei Tonnen schwere Stamm dem Vorschubwagen übergeben wird. Am Bedienpult sitzen qualifizierte Mitarbeiter, die den Stamm zunächst manuell so ansteuern, dass p Pollmeier Massivholz betreibt die größten Laubholzsägewerke Europas; eines davon steht in Malchow an der Mecklenburgischen Seenplatte (Bild: Pollmeier) t (links) Schon die Lieferanten der Förderanlagen brachten Getriebemotoren von SEWEurodrive ins Sägewerk; heute stammen etwa 80 Prozent der Antriebstechnik in den rund 400 Förderanlagen aus Bruchsal (Bild: SEW-Eurodrive) t (rechts) Die Seile für den Vor- und Rücklauf des Vorschubwagens sind auf einer gemeinsamen Seiltrommel (hinten) aufgewickelt; sie sitzt auf einer Achse, die auf beiden Seiten in Industriegetrieben X3FS160 gelagert ist (Bild: SEW-Eurodrive) er in eine gute Position zum Scannen geführt wird. Der Scanner leitet dann die Ergebnisse an die Steuerung der Querachsen des Vorschubwagens, die den Stamm in eine optimale Position zur Säge bringt. Per Joystick steuert der Bediener gleich nach der Übergabe den Vorschub zur Abschwartsäge. Das Abschwarten von vier Seiten erfolgt in circa 45 Sekunden. Das erfordert viel Erfahrung und eine hohe Konzentration des Bedieners  – und einen leistungsfähigen Elektroantrieb. Um die vorgegebene Bearbeitungszeit einhalten zu können, muss er die Gesamtmasse aus dem Stamm und dem acht Tonnen schweren Vorschubwagen mit 3 m/s2 beschleunigen und wieder sicher bremsen. Gelöst wurde diese Aufgabe mit einer iterativen Optimierung der einzusetzenden Antriebstechnik in enger Abstimmung zwischen dem Sägewerk, SEW-Eurodrive und der Maschinenbau Malchow GmbH (MBM), die für Pollmeier schon mehrere Anlagen lieferte. Die Optimierungsaufgabe bestand in der Auslegung der Getriebe und der Auswahl der Motoren. Dabei waren beispielsweise die Anzugsmomente zu bestimmen, die erforderlich sind, um die Trägheitswiderstände der zu bewegenden Massen zu überwinden. Der Vorschubwagen wird durch zwei


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