Foto: Schelling
Schneller sein im Zuschnitt

Mit der Kombination aus einer Plattenaufteilsäge vom Typ Schelling fh 4 430 und einem Plattenlager vs 8 des gleichen Herstellers hat die Hans Segmüller Polstermöbelfabrik den Schritt von der manuell zur automatisch beschickten Maschine gewagt und damit ihren Zuschnitt wesentlich optimiert.

GERD FAHRY


Der 26. November 2014, ein ganz normaler Wochentag im beginnenden Vorweihnachtsgetümmel, konnte das typische Grau dieser Jahreszeit nicht ablegen. Es ist gegen 9 Uhr und ich befinde mich auf der Anfahrt nach Friedberg bei Augsburg. Unzählige Lkw, aufgereiht wie auf einer Perlenschnur, kommen mir entgegen. Auffallend dabei ihre Gemeinsamkeit – die Beschriftung. In großen Lettern steht geschrieben: „Spezialfabrik für gute Polstermöbel“. Diese wiederum sollte an diesem Tag mein Reiseziel sein. Sie befindet sich schon seit 1938 in der Münchner Straße 35.


Der eigentliche Ursprung des eng mit dem Friedberger Wirtschaftsleben verbundenen Familienunternehmens reicht jedoch noch weiter, bis 1925, zurück. In diesem Jahr begann Firmengründer Hans Segmüller in der Bahnhofstraße mit einer Polsterei. Dank handwerklichem und unternehmerischem Geschick hat er die Fertigung mit einer eigenen Schreinerei und Schlosserei erweitert und so seine Möbel vom Beschlag über das Sägen, die Bezüge und die Gestelle alles komplett im eigenen Haus hergestellt. Und diese Tradition besteht bis heute, auch wenn die unternehmerische Verantwortung mittlerweile in den Händen der dritten Generation liegt. Von der Münchner Straße aus werden alle Segmüller Einrichtungshäuser, ob in Friedberg, Nürnberg, Frankfurt, Weiterstadt, Mannheim, Stuttgart oder Parsdorf in der Nähe des Autobahnkreuzes München Ost, mit hochwertigen Polstermöbel-Kreationen beliefert.

 

Qualitätsmerkmal: „Unkaputtbar“


Das besondere Markenzeichen dieser Polstermöbel sei deren Innenleben, stellen die Verantwortlichen des Unternehmens heraus. Die Gestelle werden fast ausschließlich aus Massivholz und in einer hochwertigen Qualität sowie mit hoher Passgenauigkeit gefertigt. Das finde man fast nirgends mehr, so die Einschätzung. Und das Design komme noch hinzu. Dementsprechend zeichne die Segmüller Qualität dieses „unkaputtbar Sein“ aus. Dass dem so ist, lässt sich an der Tatsache festmachen, dass nicht wenige Kunden Möbelstücke auch nach 20 Jahren nochmals beziehen lassen, wie ein Fertigungsverantwortlicher der Polstermöbelfabrik heraushebt. Er konstatiert: „Unsere Polstermöbel halten wirklich ewig.“

 

Ein Schritt in Richtung Automatisierung


Um diesen Qualitätsmaßstab zu halten, gleichzeitig die Kostenstruktur im Griff zu haben und letztlich auch bei den Lieferzeiten Schritt zu halten, sind neben gut ausgebildeten und zuverlässigen Mitarbeitern auch entsprechende fertigungstechnische Voraussetzungen notwendig. Dies wissen auch die Polstermöbelspezialisten aus Friedberg und investierten Anfang 2014 zum Beispiel in eine Schelling Plattenaufteilsäge vom Typ fh 4 430, kombiniert mit einem automatisch arbeitenden Flächenlager.


„Natürlich hatten wir schon eine Plattensäge“, erinnert sich ein Mitarbeiter, aber diese sei einfach in die Jahre gekommen und musste ersetzt werden. Und damit sei gleichzeitig auch die Investition in das Flächenlager spruchreif geworden, da sich die Platzverhältnisse spürbar verändert hätten.


Bevor es zu dieser finalen Entscheidung pro Schelling kam, eruierten die Verantwortlichen der Polstermöbelschmiede das entsprechende Marktumfeld. „Wir haben mehrere Hersteller angeschaut, Schelling hat sich herauskristallisiert und wir haben dann intensivere Gespräche geführt, die uns überzeugten“, so das Fertigungsmanagement. „Letzten Endes haben wir uns für Schelling entschieden, weil das Gesamtkonzept für unsere Bedingungen das Beste war.“ Damit meint man nicht zuletzt die Gesamtkonstellation aus Säge, Lager und Service unter Berücksichtigung der Amortisationszeit. In ihrem Resümee steht zum Beispiel eine Verbesserung der Schnittzeiten um 50 Prozent.


Martin Krügers, Area Sales Manager der Schelling Anlagenbau GmbH aus dem österreichischen Schwarzach, stellt zudem heraus: „Das Besondere an dem Anwendungsfall ‚Segmüller‘ ist, dass man hier den Schritt gewagt hat, von einer manuell beschickten direkt auf automatisch beschickte Maschine zu gehen. Diesen Schritt geht nicht immer gleich jeder, denn es ist ein großer. Deshalb kommen auch die erwähnten 50 Prozent Schnittzeitverbesserung zustande.“


Für ihn ist das Projekt „Segemüller“ jedenfalls eine überzeugende Referenz für das Schelling-Know-how. „Ich war jetzt schon mit einigen potenziellen Kunden hier, die von den technischen Möglichkeiten dieser Anlage begeistert waren“, so sein Statement.

 

Spezifikationen von Plattenaufteilsäge und Plattenlager


Wesentlichen Anteil an der Realisierung des „Segmüller“-Projektes hatte der zuständige Schelling-Vertriebspartner, die Maschinen-Grupp GmbH aus Nattheim. Deren Mitarbeiter Ralf Eberhardt, ausgebildeter Schreinermeister und Holztechniker, hat in diesem Prozess die Verantwortlichen mit Informationen und Vorschlägen zu technisch Machbarem in vielfältiger Weise unterstützt und sie in der gesamten Realisierungsphase begleitet.


Die installierte Plattenaufteilsäge bringt eine Schnittlänge von 4 300 mm, eine Einschubtiefe von 7 800 mm mit und besitzt einen Sägeblattüberstand von 95 mm. Hinterlegte plattenspezifische Parameter wie automatische Schnittgeschwindigkeitseinstellung, Druckeinstellung des Streifenausrichters, Druckeinstellung des Druckbalkens, automatische Klemmerkrafteinstellung usw. erleichtern dem Bediener die Arbeit. Die Säge besitzt zudem eine Nuteinrichtung und eine Drittschnittautomatik, so dass eine Platte nur zweimal gedreht und gehandelt werden muss. Ein Streifenausrichter vor und hinter der Sägelinie sowie ein Paketausrichter im Rollentisch und das Laserrichtlicht vervollständigen die hardwareseitige Ausstattung. Mit den 15 kW Leistung können sämtliche Holzplatten, auch ausgefallene Typen, mühelos bearbeitet werden.


Mit dem Optimierungsprogramm HPO Advance Netzwerkversion und der Anbindung an die Branchensoftware des Kunden sei man auch wirtschaftlich auf einer guten Seite, meint Ralf Eberhardt. Ergänzt werde dies durch die Resteverwaltung XBoB, der Rückführung der Reste ins Lager, und die Blockverwaltung der Plattenpakete fürs Flächenlager, welche außerhalb gelagert werden.


Beim installierten Plattenlager handelt es sich um die Version Schelling vs 8. Es umfasst 12 Lagerplätze (2 800 x 2 100 mm), 4 Lagerplätze ( 3000 x 1 500 mm) sowie 2 Lagerplätze (2 500 x 1 250 mm) mit einer Stapelhöhe von maximal 2 000 mm. Es besitzt zudem einen Einlagerplatz für 5 600 mm Platten, welche nicht eingelagert, aber mit dem Saugrahmen zur Säge gehoben werden.


Ein entsprechend ausgerüsteter Manipulator (maximale Verfahrgeschwindigkeit der X-Achse von 150 m/min) übernimmt das Handling von beschichteten oder unbeschichteten Plattenwerkstoffen von 2,5 mm bis maximal 38 mm Dicke. Im Fall von Segmüller werden beispielsweise auch Holzfaserplatten mit 2,5 mm Dicke durch das Flächenlager gehandelt.


Die Fertigungsverantwortlichen der Polstermöbelfabrik heben in diesem Zusammenhang hervor: „Bei der Entscheidung für das Flächenlager haben wir natürlich unsere Plattenmaterialien berücksichtigen müssen. Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl war deshalb, dass wir die 560er Platten schneiden können. Gleichzeitig ging es um den Zuschnitt von 2,5 mm Hartfaservarianten. Wichtig ist hier, dass sich die Saugleistung für das Vereinzeln dieser Platten entsprechend anpassen lässt. Dies klappt sehr gut.“


Betrieben wird die Sägeanlage heute im Einschicht-Betrieb. Kapazitätsreserven können mit der Erweiterung auf ein Zweischicht- Modell erschlossen werden. Die produzierten Zuschnitte kommen sowohl für den eigenen Möbelbau als auch im Ladenbau der Unternehmensgruppe zum Einsatz.


Im Lagersystem selbst seien hauptsächlich die Vielläufer abgelegt, stellt der Leiter der Holzbearbeitung, Michael Riederle, heraus, vor allem Plattenmaterialien aus finnischen Nadelhölzern, aber auch gebräuchliche Spanplatten für den Ladenbau. Weitere positive Effekte verspricht er sich noch von der weiteren Einbindung der Schelling-Anlage in das Warenwirtschaftssystem des Unternehmens. Die entsprechenden Schnittstellen sind bereits vorhanden.

www.segmueller.de  
www.schelling.com  
www.grupp.de

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