Chefredakteur Dr.-Ing. Michael Hobohm
Bella Italia

Wenn die Vertreter der weltweiten Holzindustrie in der nächsten Woche nach Mailand pilgern, werden sie auf ein angenehmes Klima treffen. Denn Italiens Holzbranche hat sich in jüngster Zeit – gestützt durch staatliche Förderprogramme – zum Musterschüler des Wachstums gemausert.

 

Nicht nur, dass 2017 der Produktionswert von italienischer Holzbearbeitungstechnologie um 11,6 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro gestiegen ist, auch die Exporte kletterten zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Angeführt von den Vereinigten Staaten mit 165,5 Millionen Euro, haben sich Deutschland mit 105,8 Millionen Euro, Polen mit 102,4 Millionen Euro und Frankreich mit 92,5 Millionen Euro als Top- Abnehmer der Fertigungstechnik dall‘Italia erwiesen. Dass sich auch der italienische Binnenmarkt vom Krankenbett erhoben hat, zeigen die Importe, die im letzten Jahr um zehn Prozent auf 199 Millionen Euro gestiegen sind. So gesundeten gleichermaßen die Gesamtausgaben für die Holzbearbeitungsmaschinen von 743 Millionen Euro auf 894 Millionen Euro. Bei einer nochmals erweiterten Investitionsförderung durch die italienische Regierung darf von der Nachhaltigkeit dieser Entwicklung ausgegangen werden: Immerhin wird für 2018 ein Anstieg der Ausgaben für Fertigungstechnik auf eine Milliarde Euro erwartet. Das wäre dann ein Allzeithoch. Dass die Wetterlage signifikante Teile der Branche beherrscht, geht zudem aus einer Befragung des Verbandes der italienischen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen und Werkzeugen, Acimall, hervor. Danach glauben 72 Prozent der befragten Unternehmen, dass die Bestellungen aus dem Ausland weiter zunehmen werden, 39 Prozent meinen, dass dies beim Binnenmarkt ebenso der Fall sein wird. Das ist gut so, denn bekanntlich beginnt Wachstum im Kopf. Und Italiens Hersteller setzen immerhin 31 Prozent der europäischen Produktion von Holztechnologie um.


Von Ergebnissen dieser Produktion können sich die Besucher der 26. Xylexpo überzeugen, die vom 8. bis 12. Mai 2018 in Fiera Milano Rho stattfindet. Als Schaufenster für Holzbearbeitungstechnologien und für Zulieferprodukte der Möbelindustrie wird die Fachmesse auch Gradmesser für Italiens Holzbranche sein. Erwartet wird, dass die Xylexpo, die in den fünfzig Jahren ihres Bestehens manch Auf und Ab erlebt hat, nach 2016 erneut ein zweistelliges Wachstum bei den Besucherzahlen verzeichnet. Dabei wird die Messe nicht allein Treffpunkt der Holzindustrie sein, auch Architekten, Designer, Produktentwickler und Engineering- Firmen werden sich ein Stelldichein geben. Sie alle erwartet an den fünf Tagen in Mailand eines: der aktuelle Stand von Holzbearbeitungstechnologien und Komponenten zur Herstellung von Möbeln aus erster Hand. Und das bei angenehmem Klima.

Ihr

Michael Hobohm

 

 

Editorial aus HOB 5.2018:

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