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26. August 2020
Präzisions-Schnellspannfutter im Praxistest
Große Haltekraft und Variabilität sowie außergewöhnliche Präzision charakterisieren das neue Schnellspannsystem µGrind Booster. Die Linner Group in der Hallertau hat die Neuheit, die auf dem bestens im Markt etablierten Schnellspannfutter µGrind basiert, nun einem Praxistest unterzogen.
 Das µGrind Booster kann kann mit zwei Messuhren in nur wenigen Minuten µ-genau eingestellt werden.
Das µGrind Booster kann kann mit zwei Messuhren in nur wenigen Minuten µ-genau eingestellt werden.Bild: Linner GmbH

Flexibilität ist ganz sicher eine Stärke von Linner, genauer gesagt der Linner Group. Hat dieser Mittelständler, der in die Bereiche Werkzeugfabrik und Elektronik aufgeteilt ist, doch in der Corona-Krise rasch zupackendes Engagement bewiesen und einen Teil der Produktion auf den Nähbetrieb von Corona-Masken umgestellt, bis zu 150.000 Stück pro Woche. In der Fertigung steht Flexibilität ganz oben. „Wir erhalten immer wieder Aufträge mit kleinen Stückzahlen zum Nachschärfen von Werkzeugen und zum Fertigen von Sonderwerkzeugen und müssen somit auch kleine Losgrößen flexibel bedienen können. Hier sind Spontanität und kurze Rüstzeiten gefragt“, berichtet Firmenchef Ludwig Linner.

Was zählt beim Schnellspannfutter

Linner setzt schon länger auf Spannwerkzeuge der GDS Präzisionszerspanungs GmbH aus Ofterdingen. „Nach Überlegungen im Hause haben wir uns dazu entschieden das neue µGrind Booster zu testen. Bei einem Schnellspannfuter zählen bei uns seine Haltekraft, die Rundlauf- und Wiederhol genauigkeit, die Ausrichtbarkeit, die Korrekturmöglichkeit des Taumelfehlers, Prozesssicherheit sowie der Nachhaltigkeitsgedanke“, berichtet Linner. Denn auch in dieser Hinsicht geht die Linner Group Schritte hin zu einer energiereduzierten und klimaschonenden Produktion. „GDS-Spannsysteme haben eine lebenslange Service-Garantie, bei Reparaturen und Instandsetzungen wird sehr auf Nachhaltigkeit geachtet und somit können wir die Futter sehr lange einsetzen. Dies macht sich bei der Kostenbetrachtung über die Lebensdauer auch in betriebswirtschaftlichen Zahlen deutlich bemerkbar“, so Linner.

 Testlauf bestanden: GDS-Service- und R&D-Leiterin Evrin Kocak konnte H. Kronawitter, 
Leiter der Werkzeugschleiferei bei der Linner Group, vom Schnellspannfutter µGrind Booster überzeugen.
Testlauf bestanden: GDS-Service- und R&D-Leiterin Evrin Kocak konnte H. Kronawitter, Leiter der Werkzeugschleiferei bei der Linner Group, vom Schnellspannfutter µGrind Booster überzeugen.Bild: Linner GmbH

„Konstruktiv ein Novum“

Technisch stellt die Konstruktionsweise des Schnellspannfutters µGrind Booster ein Novum im Markt dar: „Es handelt sich um ein Spannsystem, welches eine Hydraulikeinheit im hinteren Teil des Spannmittels besitzt, um die Druckkraft des Maschinenzylinders zu verstärken. Dadurch ist das Produkt auch für den Gebrauch auf älteren Maschinen sowie auf Maschinen mit weniger Kraft interessant, um dennoch beste Haltekräfte erzielen zu können“, berichtet Daniel Jetter, Export Sales Manager der GDS Präzisionszerspanungs GmbH. „Das Argument des erhöhten Spanndrucks ist für uns ein wichtiger Punkt auf der Pro-Seite gewesen, weshalb wir uns dieses Produkt unbedingt in Aktion ansehen wollten“, ergänzt Linner.

 Das µGrind Booster in Aktion auf einer 5-Achs-CNC-Werkzeugmaschine.
Das µGrind Booster in Aktion auf einer 5-Achs-CNC-Werkzeugmaschine.Bild: Linner GmbH

Spannwerkzeug in Aktion testen

Deshalb ist die GDS-Service- und R&D-Leiterin Evrin Kocak in die Hallertau gereist um vor Ort unter Linner-Produktionsbedingungen das Spannwerkzeug auf Herz und Nieren zu testen. Hier waren konkret Fräswerkzeuge für den Nachschliff und die Produktion von Durchmessern 6 bis 20mm auf einer bei Linner neu angeschafften 5-Achs CNC-Maschine zu fertigen.

„Wir müssen hier praktisch minutenschnell auf einen neuen Auftrag umschalten können und das Spannmittel bei Abweichungen im µ-Bereich rasch nachjustieren können – bei gleich bleibender Oberfächengüte, Form und Maßhaltigkeit der Werkzeugschneide“, berichtet Hans Kronawitter, Meister im Segment Zerspanwerkzeuge. „Das µGrind Booster hat im Testlauf durch kurze Rüstzeiten, exakte Ausrichtbarkeit mit zwei Messuhren, gleichbleibend hohe Genauigkeit und jederzeit reproduzierbare Schleifoperation überzeugt“, berichtet Kronawitter weiter. Kurzum gesagt: Das GDS-Präzisionsspannmittel erfüllte die Anforderungen spielend, ist es doch für Genauigkeiten im Bereich 0,002mm konzipiert.

„Spannmittel lässt sich auf jeder gängigen Maschine implementieren“

„Wir können das µGrind booster faktisch auf jeder gängigen Maschine implementieren, unabhängig ob sie pneumatisch oder hydraulisch angetrieben ist“, berichtet GDS-Service- und R&D-Leiterin Kocak.

„Das ist ja auch eine der Ideen des µGrind Booster. Selbst bei einem Wechsel des Maschinenherstellers bleibt das Schnellspannfutter weiterhin einsetzbar, was es zu einem sehr nachhaltigen Produkt macht. Beim Maschinenwechsel, wird lediglich der Adapterflansch getauscht, welcher von uns nach Kundenanforderung entwickelt, konstruiert und gefertigt wird – Made in Germany.“ Dies ist eine Option für Unternehmen, die mit ihrem Rüstzeug immer flexibel bleiben wollen, auch wenn nicht gleich auf die Produktion von Corona-Masken umgestellt wird.

Thematik: Allgemein
GDS Präzisionszerspanungs GmbH
http://gds-praezision.de

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