Spanntechnik in Schreinereien

Lohnendes Upgrade

Damit die keramikgelagerten Frässpindeln moderner CNC-Bearbeitungszentren ihre Stärken in der Holztechnik ausspielen können, braucht es eine adäquate Werkzeugausstattung mit einer hohen Wuchtgüte von G=2.5 bei 20.000min-1. Ein Blick in die Fertigung des Schweizer Spezialisten für Furnier- und Oberflächentechnik Glaeser Mümliswil zeigt, dass sich die Investition in hochwertiges Equipment auszahlt. Seit der Umstellung der Werkzeugspannmittel auf die Schunk Tribos Polygonspanntechnik ist der Bedarf an Wendeplatten und Schärfvorgängen deutlich gesunken.
 Die Hersteller moderner CNC-Bearbeitungszentren für die Holzbearbeitung schreiben bei Spannmitteln hohe Wuchtgüten vor. Schunk Tribos erfüllt diese Anforderungen.
Die Hersteller moderner CNC-Bearbeitungszentren für die Holzbearbeitung schreiben bei Spannmitteln hohe Wuchtgüten vor. Schunk Tribos erfüllt diese Anforderungen.Bild: Schunk GmbH & Co. KG

Wer in der Schreinerei Glaeser Mümliswil einen Blick ins Werkzeugmagazin des CNC-Bearbeitungszentrums Biessse Rover A wirft, wird unweigerlich an die Schweizer Uhrenindustrie erinnert. Werkzeugdurchmesser von gerade einmal 1,2mm assoziiert man für gewöhnlich eher mit der Feinwerktechnik als mit dem Möbel- und Ladenbau. Herausfordernd kann sicherlich beides sein. Genau hier sieht Inhaber Jörn John die Stärke des Unternehmens: „Wir verstehen uns als Dienstleister und sind überall dort, wo es darum geht, anspruchsvolle Laden- und Büro-Ausstattungen zu realisieren“, betont John, der das Unternehmen gemeinsam mit Peter Jakob leitet. Schweizer Diskretion ist auch in Mümliswil Trumpf. Der erfahrene Tischlermeister und Holztechniker spricht ungern über seine Kunden. Denen gehe es in der Regel gar nicht so sehr um teure Extravaganzen, sondern vielmehr um Individualität. „Qualität ist das, was der Kunde braucht“, unterstreicht John und legt großen Wert darauf, Interessenten exakt dort abzuholen, wo sie stehen. „Über allem steht die Frage: Welches Bedürfnis hat der Kunde und welche Qualität braucht er?“ Letztlich ist es eine geschickte Verknüpfung von Zuhören und handwerklicher Finesse mit industriellen Ansprüchen und hoher Zuverlässigkeit, die die bestehenden Kunden der Glaeser Mümliswil AG begeistert und nicht zuletzt durch Empfehlungen immer wieder neue anzieht.

 Schunk Tribos Werkzeugaufnahmen schonen die keramikgelagerte Spindel des modernen Bearbeitungszentrums. 
Sie senken die Werkzeugkosten und erzielen auf Anhieb hohe Oberflächengüten.
Schunk Tribos Werkzeugaufnahmen schonen die keramikgelagerte Spindel des modernen Bearbeitungszentrums. Sie senken die Werkzeugkosten und erzielen auf Anhieb hohe Oberflächengüten.Bild: Schunk GmbH & Co. KG

Komplettausstattung mit Polygonspanntechnik

Jörn John ist kein Freund von Kompromissen. Die Ausrüstung des neuesten CNC-Bearbeitungszentrums spiegelt dies wider: Statt auf herkömmliche Spannzangenaufnahmen setzt das Team bei Glaeser hier konsequent auf die Schunk Polygonspanntechnik. Im Vorfeld hatte man sich ausgiebig mit der Thematik auseinandergesetzt und sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch praktische Erfahrungen in die Entscheidung einfließen lassen. Die erfahrenen Bediener waren unmittelbar in den Entscheidungsprozess einbezogen: „Die hohe Rundlaufgenauigkeit und die langen Standwege inklusive der reduzierten Handlingszeiten waren für uns entscheidend“, bestätigt das Team und verweist auf beträchtliche Einsparungen bei Wendeplattenfräsern. Je nach Werkstoff liegen die Standwege beim Drei- bis Vierfachen gegenüber bisherigen Bearbeitungen mit Spannzangenfuttern. Rattermarken seien weniger ausgeprägt, wovon das Fugenbild gerade bei homogenen Werkstoffen profitiere. Auch wenn man anderweitige Einflüsse des neuen und damit genaueren Bearbeitungszentrums mit HSK-F 63 Schnittstelle abzieht, ist der Effekt der Präzisionswerkzeughalter deutlich.

 In Tribos lassen sich unterschiedlichste Arten und 
Größen von Werkzeugen prozesssicher spannen.
In Tribos lassen sich unterschiedlichste Arten und Größen von Werkzeugen prozesssicher spannen. Bild: Schunk GmbH & Co. KG

Sorgfältige Abwägung gegenüber anderen Spannsystemen

Gegenüber thermischen Schrumpfaufnahmen habe die Polygonspanntechnik nach Ansicht des Zerspanungsteams bei Glaeser zwei Vorteile: Man kann sich nicht verbrennen und das Spannsystem funktioniert bei allen Werkzeuggrößen. Tribos Polygonspannfutter bewiesen zusätzlich auf Dauer eine hohe Zuverlässigkeit und Rundlaufgenauigkeit. Gerade in der Anfangsphase habe man sich immer wieder gefragt, ob die Maschine überhaupt laufe, so ruhig sei die Bearbeitung vonstattengegangen. Das ruhigere Zerspanungsverhalten wirkt sich auch auf die Folgeprozesse aus: Bei HPL-Kompaktplatten oder PMMA sinkt der Aufwand in der Nachbearbeitung, „da mit Tribos auf Anhieb saubere Kanten entstehen“, ist zu hören. Auf Dauer zahlt sich aus, dass die Werkstücke mit Hilfe monokristalliner Diamantwerkzeuge annähernd fertig bearbeitet werden können. Zudem profitiere die Absaugleistung von dem schlanken Spannsystem. Auch die Staubbelastung der Oberfläche verringert sich, so dass nach der Bearbeitung deutlich weniger geputzt werden muss. Entscheidend war darüber hinaus, dass die Werkzeuge flexibel im Haus gewechselt werden können und nicht jedes Mal eingeschickt werden müssen.

Hohe Rundlaufgenauigkeit, Wuchtgüte und Schwingungsdämpfung

Mit einer Rundlauf- und Wiederholgenauigkeit <0,003mm bei einer Ausspannlänge von 2,5x D und einer Wuchtgüte G 2.5 bei 25.000min-1 erfüllt die Tribos Polygonspanntechnik von Schunk extreme Anforderungen. Im Gegensatz zu mehrteiligen Werkzeughaltern kommt das Spannsystem ohne bewegliche Teile aus. Damit sinkt die Gefahr, dass sich Späne in der Aufnahme festsetzen und deren Wuchtgüte negativ beeinflussen, auf nahezu null. Zudem ist der Reinigungsaufwand deutlich geringer als beispielsweise bei Spannzangenaufnahmen. Dass Tribos eine nahezu wartungs- und verschleißfreie Spannung gewährleistet, belegen Dauertests: Auch bei tausendfach wiederholten Spannvorgängen tritt keinerlei Materialermüdung auf. Damit ist die Spanntechnologie vielen anderen Spannsystemen überlegen, die im Laufe der Zeit an Rundlaufgenauigkeit einbüßen.

Schlanke Aufnahmen verbessern die Zugänglichkeit

Das Team bei Glaeser nutzt Tribos in drei Versionen: Tribos-R, Tribos-S sowie Tribos-Mini SVL Verlängerungen. Ersterer bietet mit seiner polygonalen Wabenstruktur und einem großen Außendurchmesser ein optimales Verhältnis zwischen Radialsteifigkeit und Dämpfung. Er ist in der Lage, das Gesamtsystem aus Spindel, Werkzeughalter und Werkzeug zu stabilisieren. Tribos-S ist vor allem für kleine Werkzeuge und schwer zugängliche Bereiche prädestiniert. Tribos-Mini SVL Verlängerungen wiederum ermöglichen mit ihrer langen und schlanken Störkontur eine nochmals verbesserte Zugänglichkeit für kleinste Schaftdurchmesser ab 0,3mm. Mit ihnen lassen sich auch tiefliegende Stellen ohne teure Sonderwerkzeuge erreichen.

Autor: Carsten Bossert, Sales & Product Management Toolholding Systems, Schunk GmbH & Co. KG

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