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Editorial 3 www.hob-magazin.com Die Dominatoren Während die Kategorien zu ihrer Auswahl noch überschaubar sind, sind es die Ausprägungen in ihrer Individualität eher nicht: Denn was sich nach Bauform, Anwendungsgebiet, Bauteilgröße und -geometrie, Technologie-, Automations oder Ausstattungskatalog einteilen lässt, schlägt sich in der Praxis zu 635, 94, 15 nieder. In der vorliegenden HOB mit dem Schwerpunkt Bearbeitungszentren jedenfalls. Dass sich Bearbeitungszentren per Automatisierung mit Fertigungszellensteuerung, Roboterhandling, Be- und Entschickung sowie per Fräsen, Bohren, Sägen, aber auch Kantenanleimen und -nachbearbeiten, Fügen und Trennen oder Messen fast zur Wollmilchsau konfigurieren lassen, ist bekannt. Nun brennt sich dieses Potenzial in den drei Zahlen ein, die das Institut für Werkzeugmaschinen zur Marktanalyse ,CNC-Bearbeitungszentren für die Holzbearbeitung 2019‘ ausgeformt hat: 635 Bearbeitungszentren aus 94 Baureihen von 15 Herstellern bewerteten die Stuttgarter Wissenschaftler und erstellten eine Übersicht, die beim Kauf einer neuen CNC Orientierung geben kann. Setzt die Branche aktuell auf Gantry- oder Tischbauweise? Welche Rolle spielen Auslegermaschinen? Welche Tendenzen gibt es bei den Spannsystemen? Welche Tischkonzepte – Konsolen-, Raster- oder Spanntisch? – haben Konjunktur? Seine Maschine skaliert der Anwender – sei er Möbel- oder Innenausbauer, Fenster- oder Treppenfertiger, „635, 94, 15“ Formteile- oder Kunststoffbearbeiter – dann ohnehin noch durch die passende Bestückung mit Frässpindel, Bohrgetriebe und Werkzeugwechsler. Kaum infrage stellt er dabei die Fünfachsigkeit seines Neuerwerbs: Satte 90 Prozent der Maschinen sind heute so ausgelegt. Ein Widerspruch zur Aggregatetechnik ist Letzteres nicht: Immerhin werden die Zentren mit Zusatzaufgaben fit gemacht fürs Komplettbearbeiten. Etwa per Bekantung, ein zunehmendes Feature, das durch das bequeme Handling von Kantenmaterialien und das Nachfüllen von Schmelzkleber seinerseits komplettiert wird. Dass bei all dem die Ressourcen- und Energieeffizienz für die Maschinenhersteller feste Zielgrößen sind, belegen Umsetzungen wie die energieeffiziente Absaugung mit geringer Anschlussleistung oder der reduzierte Stromverbrauch durch Stand-by-Betrieb. Wie anwendungsoptimiert Bearbeitungszentren heute eingesetzt werden, zeigen zwei Anwenderreportagen im Heft: ein Treppen- und ein Fahrzeugausbauer stellen ihre Lösungen vor. Während der eine mit seiner Maschine eingestemmte oder aufgesattelte Wangentreppen, Bolzen-, Faltwerk-, Kragarm-, Zweiholm- und Spindeltreppen mit hohem Individualitätsgrad baut, fährt bei dem anderen das kundenspezifisch in Kleinserie gefertigte Camping- oder Bürofahrzeug aus der Halle. Wer ein CNC-Bearbeitungszentrum kaufen will, erwartet vom Hersteller eine Lösung für seine Fertigungsaufgaben. Egal, ob er in Industrie oder Handwerk zu Hause ist. Ein Studium der Stuttgarter Tabelle könnte hilfreich sein. Ihr Chefredakteur Michael Hobohm Ich freue mich auf Ihre Reaktionen. Rufen Sie an oder mailen Sie mir. Dr.-Ing. Michael Hobohm Telefon 0 80 53/798 30 90 Mobil 01 78/146 10 65 u hobohm@agt-verlag.de


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