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38 CNC-Stationärbearbeitung Aggregatetechnik Im Bereich der Aggregatetechnik halten immer mehr Zusatzsysteme Einzug in die CNC-Technik. Zahlreiche Aggregate erfüllen neben dem reinen Zerspanprozess der Hauptspindel verschiedene Zusatzfunktionen. Das derzeitige Angebot ist so vielfältig wie noch nie und deckt Bearbeitungsoperationen wie Sägen, Bohren, Fräsen bis hin zum Schleifen und Beschichten ab. So können insbesondere die Funktionalitäten vergleichsweise günstiger Dreiachsbearbeitungszentren flexibel erweitert werden. In Fünfachsbearbeitungszentren wiederum lassen sich durch Mehrspindelaggregate   10.2019 die Rüstzeiten reduzieren und die Produktivität erhöhen. Aktuelle Entwicklungen und Produktneuheiten zielen auf die Digitalisierung der Aggregatetechnik ab. So werden Fräs- und Bohrspindeleinheiten angeboten, die Daten für eine vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) erheben und in Echtzeit an die IT-Systeme des produzierenden Unternehmens übertragen. Zur Aggregatetechnik lässt sich zusammenfassen, dass die Aggregate- wie auch die Maschinenhersteller eine Vielzahl von Aggregaten für unterschiedliche Anwendungen anbieten und so die Funktionalität von Bearbeitungszentren erhöhen. Anwendungsgebiete Da sich die technischen Parameter zur Zerspanung neuartiger Leichtbauwerkstoffe wie kohle- oder glasfaserverstärkter Kunststoffe (CFK bzw. GFK) oftmals mit den Gegebenheiten in der Holzbearbeitung überschneiden, werden diese Materialien häufig auf gleichen Bearbeitungszentren bearbeitet. Somit sind die Marktanteile der Maschinen für Modellbau und Sonstiges zu 2017 um mehr als 20 Prozent gestiegen (Bild 12). Neben den Zerspanungseigenschaften der Werkstoffe spielen Emissionen wie Staub und Späne eine wichtige Rolle bei der Maschinenauswahl. Die zunehmende Verbreitung von Leichtbaumaterialien im Möbel-, Maschinen- und Anlagenbau wie auch im Automobilbereich stellt neue Anforderungen an die Maschinenhersteller. Das mit Abstand größte Anwendungsgebiet der angebotenen Maschinen liegt mit anteiligen 83 Prozent in der Plattenbearbeitung. Dem Trend der letzten Jahre folgend, ist eine weitere Erhöhung der Marktanteile von Nestingmaschinen zu erkennen. Prinzipiell können solche Maschinen in zwei Kategorien unterteilt werden: Maschinen, die speziell zum Aufteilen plattenförmiger Werkstücke ausgelegt sind, sowie flexible Bearbeitungszentren, die zudem für weitere Verfahren geeignet sind. Einfache Programmierungslösungen beziehungsweise Softwaretools für die Zuschnittoptimierung oder Werkstückkennzeichnung erleichtern dabei die Arbeit des Maschinenbedieners. Automatisierung Vernetzte Fertigungssysteme und die Individualisierung sind auch weiterhin wichtige Leitthemen bei der Entwicklung und Optimierung von Holzbe- und -verarbeitung. Die Digitalisierung der Produktionsprozesse schreitet ebenso fort wie die Vernetzung intelligenter Bearbeitungsmaschinen. Vor diesem Hintergrund spielen die Automatisierung sowie das Sammeln und Analysieren von Prozessdaten eine immer wichtigere Rolle, um eine durchgängige Prozessüberwachung und -regelung zu etablieren. Neben den beschriebenen Trends zum automatisierten Rüsten und Spannen von Werkstücken in Bearbeitungszentren kann die Produktivität der Prozesse zudem durch Robotersysteme deutlich gesteigert werden. Einsetzen lassen sie sich zum automatischen Beladen und Entnehmen, Montieren, Verpacken oder Kommissionieren in Bild 12: Anwendungsgebiete der angebotenen Maschinen Bild 13: Marktanteile der Bearbeitungszentren mit Automationseinrichtungen Bild 14: Verbreitung energieeffizienter Maßnahmen der Produktion von Klein- bis Großserien. Bild 13 zeigt die Angaben der Maschinenhersteller zur Automatisierung der Maschinenumgebung. Fast 60 Prozent der angebotenen Maschinen können mittlerweile auf Wunsch mit Automatisierungseinrichtungen zum Beladen ausgerüstet werden. Für das Abstapeln sind es fast 80 Prozent. Neben dem Handling nimmt die Werkstückidentifizierung mit selbsttätiger Programmanwahl einen festen Platz unter den Automatisierungssystemen ein. Bei fast 70 Prozent der angebotenen Maschinen ist diese Technik verfügbar. Einige Maschinenhersteller äußerten zunehmend großes Interesse an kollaborativen Robotern zur Vermessung von Werkzeugzuständen und Bauteilqualitäten im Arbeitsraum der Bearbeitungszentren. Energieeffizienz Fragestellungen der Ressourcenknappheit und steigende Energiepreise machen es unabdingbar, sich mit dem Thema Energie- und Ressourceneffizienz zu beschäftigen. Durch einen hohen Anteil an elektrischer und Wärmeenergie erweist sich die


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