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CNC-Stationärbearbeitung 55 konstruktionen bis zu Handläufen und Setzstufen. Hinzu kam, dass man mit Blick auf die Absaugung die beschränkte Deckenhöhe beachten musste. Das alles im Blick zu behalten, leisten nur Hersteller, die Maschinen den individuellen Bedingungen anpassen können. Überzeugende Besonderheit Zusammen mit Werkstattleiter Robert König und der Geschäftsführung entschied man sich Ende 2017 für eine Vision-III-ST, denn das Konzept dieser Treppenanlage von Reichenbacher überzeugt mit einer Besonderheit. Neben dem fünfachsigen Hauptfräsmotor, der horizontale Arbeiten, Freiform- oder Sägebearbeitungen übernimmt, sind bei dieser Maschine auch drei zusätzliche Vertikalfräsmotoren eingebaut. Damit werden Arbeitsgänge auf mehrere Frässpindeln verteilt, was die Werkzeugwechselzeiten entscheidend reduziert. So fertigt eine Spindel die Außenkonturen von Wangen und Stufen, eine andere die Einstemmungen und Setzstufennuten, die dritte mit der integrierten Höhenabtastung die hochgenauen Profilierungen. Auch andere technische Details, beispielsweise die Krümmling- und Pfostenspannvorrichtung, wurden berücksichtigt. Genauso überzeugend ist der automatische Tisch und dessen Länge: Bis zu 6,50 m lange Wangen können jetzt inklusive stirnseitiger Bearbeitung gefertigt werden. Flexibilität, Qualität und Liefertreue Mit der CNC-Anlage hat sich die Flexibilität enorm erhöht und Ammann kann den Kunden – zu 70 Prozent sind das Bauträger und Architekten, zu 30 Prozent private Haushalte – pünktlich Treppen auf die Baustelle liefern. Heute fräst man alle Bauteile, die wirtschaftlich sinnvoll sind, auf der CNC. Die Vorteile durch den Einsatz der Vision-III-ST sind eindeutig. „Die aufwendig verzierten Kapitellpfosten zum Beispiel, für die wir früher per manuellem Fräsen fünf Stunden gebraucht haben, sind heute in 30 Minuten fertig. Je nach Bauteil sind wir um den Faktor zwei bis acht schneller, etwa bei eingestemmten oder aufgesattelten Wangen“, hebt Bauer hervor. Und Ammann ergänzt: „Wir sind richtig schnell. Vor allem aber ist die Qualität erstklassig – und das ist in letzter Konsequenz das Wichtigste.“ Aus diesem Grund käme auch der Schärfdienst für die Werkzeuge alle zwei Wochen vorbei, setzt er hinzu. Die Anlage sei ausgelastet, und man produziere Bauteile für 30 bis 35 Treppen pro Woche. „Da brauchen wir gute Werkzeuge, damit das Holz nicht zu fasern anfängt. Denn das würde wieder die Nacharbeit hochtreiben.“ Auf alles achten Da die Reichenbacher-Anlage für Ammann die erste CNC-Anschaffung war, musste seinerzeit alles neu geplant und berechnet werden: Dazu gehörten auch eine Neuinstallation der Elektrik sowie statische Berechnungen zum Hallenboden. Dass das Thema Stromanschlussleistung nichts Selbstverständliches war, obwohl man im Industriegebiet ansässig ist, ließ sich anfangs nicht absehen. Fakt jedoch war: Die Grundversorgung vor Ort war zu gering. Letztendlich musste der Stromanbieter neue Kabel verlegen, wofür der Treppenhersteller die Kosten zu tragen hatte. „Wenn man so etwas vorher nicht bedenkt, hat man zwar eine neue Maschine, kann aber nicht vernünftig damit arbeiten“, resümiert Bauer. Aufgrund seiner Technikaffinität war ihm von Anfang an klar, auf was man alles achten muss. So wurde das Ganze im Gesamtzusammenhang projektiert – und auch die kleine Hürde mit dem Luftweg perfekt umgesetzt. u www.reichenbacher.de u www.ammann-treppen.de www.hob-magazin.com p (von oben) Da, wo sie hingehört: die Vision-III -ST von Reichenbacher (Bild: Reichenbacher) Die Vision-III -ST hat eine Besonderheit: Sie arbeitet mit einer fünfachsigen Haupt- und drei Vertikalspindeln (Bild: Ammann) Haben an alles gedacht: Alexander Stöhr, Stefan Ammann und Andreas Bauer (von links) (Bild: Reichenbacher) Aufgrund des Anforderungsprofils blieben nicht viele Maschinenhersteller übrig. Von denen ließ man sich im Vorfeld sehr genau die Vor- und Nachteile bestimmter technischer Details erläutern und Reichenbacher hatte letztendlich die Nase vorn. Man diskutierte über Saugerhöhe, Unterfluraggregate, Platzbedarf und tastete sich so an die optimale Ausstattung der Anlage heran. Klar war auch, dass man in Zukunft alles selbst machen wollte: alle Bauteile einer Treppe, angefangen bei Wangen, Stufen, Pfosten, Podestplatten und -unter


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