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13 Titelthema www.hob-magazin.com anderen Winkeln und auf Gehrung, wie es gerade bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden häufig gefragt ist.“ Ein solches Werkzeug – das zeigte sich bei Baders Recherche schnell – gab es bis dahin nicht. Denn mit konventionellen Sägen lassen sich Dämmplatten aufgrund der Fasern schlecht bis gar nicht sägen – schon gar nicht bei Stärken von 200 mm und mehr oder bei Gehrungs- und Doppelgehrungsschnitten. Herausforderung für den Maschinenbauer Für Bader war diese Aufgabe Vertrauensbeweis und Herausforderung zugleich. Denn sein Unternehmen – 1985 vom Vater gegründet – hat sich eigentlich auf die Projektierung und Fertigung individueller Türen und Tore mit Hubfenster für landwirtschaftliche Betriebe spezialisiert. Auch Edelstahlgeländer und andere dekorative Bauelemente wurden zwischenzeitlich ins Programm aufgenommen. Die Gelegenheit wollte sich der gelernte Maschinenbauer aber nicht entgehen lassen. Er entwickelte den ersten Prototypen einer Dämmstoffzugsäge, der aus einem einfachen Bock mit Säge und Anschlag bestand und schon mit igus-Lagern ausgestattet war. Diese Säge stellte er verschiedenen Betrieben zur Verfügung und bat um Rückmeldungen zu den Praxistests. Darauf folgte eine Optimierung, zu der unter anderem ein Winkelanschlag und die Integration eines Linienlasers gehörten. Inzwischen ist die Säge mit der Bezeichnung HDZ 720 serienreif. Sie erlaubt den Zuschnitt von Dämmplatten mit einer maximalen Länge von 2 000 sowie einer Dicke von 260 mm bei rechtwinkligen beziehungsweise 200 mm bei 45°-Schnitten. Sägeblatt verfährt über Linearlager Zu den Herausforderungen, die Bader zu lösen hatte, gehörte das exakte, verwindungsfreie Verfahren des Sägeblattes in jedem gewünschten Winkel. Er entschied sich – auch aufgrund der Beratung durch den Außendienst von igus – für eine einrollige Linearführung vom Typ drylin WJRM-01-20. Aus Sicht Baders gibt es dafür gute Gründe: „Alle Lagerelemente müssen schmierstofffrei sein, weil sich auf der Führung Sägemehl absetzt, das in Kombination mit Schmiermitteln zum Verkleben führen kann. Außerdem ist das einrollige Führungselement kosteneffizient.“ Nicht zuletzt erfüllt es seine Aufgabe ausgesprochen bedienerfreundlich: Für das Bewegen des 35 bis 40 kg schweren Sägeaggregates muss eine Zugkraft von nur 3 bis 4  kg aufgebracht werden. Linearlager, Gewindetrieb und Tribo- Tape Auch bei anderen Lagerelementen bediente sich Bader aus dem igus-Konstruktionsbaukasten, der ihm aus seinem bisherigen Produktprogramm – den Türen und Toren mit Hubfenster – schon bekannt war: „Wir haben mit igus-Lagern immer gute Erfahrungen gemacht – auch bei widrigen Umgebungsbedingungen.“ So wird die Schutzhaube vor dem Sägeblatt, die sich selbsttätig absenkt, auch über ein Linearlager aus dem drylin-Programm geführt. Die Neigung des Sägeblattes wird über eine Trapezmutter eingestellt, die Einstellung des Gehrungswinkels erfolgt über einen igus-Gewindetrieb, und auf dem drehbaren Anschlag sorgt das Tribo-Tape von igus für ein einfaches Verschieben des Anschlags. Außerdem kommt bei der Energiezuführung vom Grundrahmen zum Sägeblattantrieb eine Energiekette zum Einsatz. Neues Geschäftsfeld erschlossen Die Nullserie, die Bader testen ließ, kam bei den Anwendern gut an: „Die Säge liefert saubere Schnitte mit hoher Geschwindigkeit und ist einfach zu bedienen. In den Betrieben, in denen die HDZ getestet wurde, heißt es, dass sie gern mit dem modernen Werkzeug arbeiten.“ Auch die Absaugung, in deren Entwicklung viel Aufwand steckt, wird gelobt: Sie gewährleiste sauberes Arbeiten und den Einsatz in geschlossenen Räumen, zum Beispiel bei der Wandvorfertigung und im Elementebau. Von igus – insbesondere vom zuständigen Verkaufsberater Reiner Nusser – fühlt sich Bader sehr gut unterstützt: „In die Entwicklung ist viel Know-how eingeflossen. Ganz ‚unbürokratisch‘ haben wir auch mehrfach kostenlose Muster bekommen.“ Ausgezeichnete Innovation Bis heute hat die Schlosserei für ihr innovatives Produkt mehrere Auszeichnungen bekommen: den Bayerischen Staatspreis 2015, den Innovationspreis der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg (WIR) und den VR-Innovationspreis Mittelstand regional 2015. Nun wird die erste Serie aufgelegt. Als Zielgruppe hat Bader das Zimmerer und Ausbauhandwerk im Blick, das die HDZ vor Ort einsetzt. Auch Fertighausbauer haben die Dämmstoffzugsäge schon erprobt und für gut befunden. Sie schätzen ebenfalls die Mobilität der Säge im Betrieb. Angesichts der ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung kann man davon ausgehen, dass die Betriebe im Fertighausbau und Bauhandwerk in den kommenden Jahren viele der Dämmstoffzugsägen benötigen werden. u www.igus.de u www.smb-metallbau.com


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