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24 Oberflächenbearbeitung Strukturieren goes digital Strukturierte, auf rustikal getrimmte Oberflächen unterliegen stets dem Zeitgeist und den jeweiligen Kundenpräferenzen. Derzeit sind solche Oberflächen wieder im Trend und gehen sogar über das traditionelle Bürsten, das heißt das Sichtbarmachen der Jahresringe einer Holzstruktur, hinaus. Sägeraue, gespaltene, gespachtelte und gehobelte Oberflächen erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Üblicherweise werden strukturierte Oberflächen auf Walzenmaschinen   11.2018 mit speziellen zylindrischen Werkzeugen erzeugt. Dazu nutzt man, abhängig von der Holzart, entweder eine Kombination aus Stahllitzen- und einem darauffolgenden Anderlonwerkzeug oder ausschließlich Anderlonwerkzeuge in einer abgestuften Körnung. Starke Motoren sorgen dafür, dass die Holzstruktur erst aufgebrochen wird, um dem Werkstück dann mit mindestens einem weiteren Werkzeug die Tiefenwirkung und eine glatte Oberfläche zu geben. Das ist Stand der Technik, der bei allen Möbelteilen funktioniert, die eine gleichgerichtete Holzstruktur haben. Bürsten in allen Richtungen Schwierig zu lösen wird die Aufgabe, wenn die Holzstruktur in einer Längs-Quer-Konstellation oder sogar chaotisch aufgebaut ist. In diesen Fällen versagt das traditionelle Bürsten mit Rundwerkzeugen in Faserrichtung, da unerwünschte Querkratzer die Folge wären. Um den Anwendern auch hier eine produktive Lösung zu bieten, hat MB Maschinenbau das Profi-Disk-Aggregat so angepasst, dass es die genannten Strukturieraufgaben erfüllen kann. Ein Disksystem mit rotierenden Disktellern nimmt keine Rücksicht auf den Faserverlauf und kann so alle erdenklichen Konstellationen abdecken. Fachgemäß in rotierende Masterdisks, die jeweils mit vier rotierenden Disktellern ausgestattet sind, oszillieren zusätzlich hin und her. Diese Kinematik, angepasst mit starken Motoren, sorgt für eine gleichmäßig strukturierte Oberfläche, auch wenn der Holzfaserverlauf in alle Richtungen zeigt. Nachfolgend müssen die vom aggressiven Bürsten aufstehenden Holzfasern geglättet und für die zumeist geölte Oberfläche vorbereitet werden. Hier empfiehlt MB die patentierte Bürstmaschine Roba Tech, die mit ihrem großen Schleifband 360° über dem Werkstück rotiert. Somit werden die Rauheiten beseitigt, die Oberfläche ausgeschliffen und alle Werkstückkanten ordentlich gerundet. Schlussendlich entsteht ein fertig bearbeitetes Teil, das direkt in die Oberfläche gehen kann. Digitale Ausstattung erforderlich Gerade in der Massenfertigung von Möbelteilen sind standardisierte Verfahren und wiederholbare Ergebnisse unabdingbar. Das gilt auch für Bürst- und Schleifvorgänge, die als sehr empfindliche Verfahren sofort Einfluss auf die optische Anmutung nehmen. Daher geht kein Weg an einer digitalen Ausstattung der Maschine vorbei, welche sicherstellt, dass alle ermittelten Parameter im Bedienpanel der Maschine hinterlegt und jederzeit abrufbar sind. Realisieren lässt sich dies über die Zuordnung von Programmnummer und Produktnamen. Liegen entsprechende Dokumente vor, ist auch das Einlesen über Barcodescanner möglich. Dies wiederum lässt sich manuell per Werkstück oder im Durchlauf über ein Einlesegerät direkt vor der Maschine umsetzen. Die Software kann dann alle Daten wie Produktionsmengen, Schleifmittelverbrauch und Servicenotwendigkeiten auswerten und zur Verfügung stellen. Eine Onlineanbindung der Maschinensteuerung hilft bei der schnellen Lösung anstehender Maschinenprobleme, der Verkürzung von Stillstandzeiten und der Senkung von Servicekosten. u www.mb-maschinenbau.de t Die Roba Tech 1300 DI-N wird von MB Maschinenbau nach Kundenvorgabe an unterschiedlichste Anwendungen angepasst (Bilder: MB Maschinenbau) Maschinenbau und Werkzeugauswahl ausgeführt, bürstet das Disksystem die weichen Jahresringe in allen Richtungen aus, ohne Kratzer quer zum Faserverlauf zu erzeugen. Der Herforder Bürstspezialist hat dazu sein Dreiachsdiskaggregat aufgerüstet: drei p Dank des Disksystems mit rotierenden Tellern lassen sich Holzstrukturen mit beliebigem Faserverlauf bearbeiten p Überzeugendes Ergebnis


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