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Digitalisierte Fertigung 27 www.hob-magazin.com Tabelle 1 nach verschiedenen Kriterien klassifizieren 8. Sie können in stationäre Assistenzsysteme, bewegliche Assistenzsysteme, Handgeräte (zum Beispiel Tablet-PC) und Wearables unterschieden werden. Stationäre Assistenzsysteme sind fest an einem Arbeitsplatz installiert (zum Beispiel montiertes Projektionsgerät). Bewegliche Assistenzsysteme werden hingegen über mobile Lösungen zum Montageobjekt bewegt. Wearables lassen sich nach den Körperteilen, von denen sie getragen werden, klassifizieren (zum Beispiel smart glasses, smart gloves, smart watches). Montageassistenzsysteme können ferner dahingehend unterschieden werden, ob die Mensch-Maschine-Schnittstelle unimodal oder multimodal konzipiert ist. Unimodal bedeutet, dass der Mensch Informationen über ein einziges Sinnesorgan (häufig das Auge) aufnimmt und zur Eingabe Stellteile (zum Beispiel Tasten), verbal über Spracheingabe, gestikulär über Gestenerkennung, über Trackingsysteme, die menschliche Bewegungen erfassen 10 oder automatisch durch Sensorik, indem der Zustand des Arbeitsobjektes beziehungsweise der Status des Arbeitsprozesses überwacht wird. Bisher werden über Montageassistenzsysteme vielfach standardisierte Montageanleitungen erstellt, die in dem Montagesystem von allen Beschäftigten – unabhängig von ihren individuellen Merkmalen – zu nutzen sind. Künftig wird die Unterstützung der Beschäftigten mehr und mehr über individualisierte Montageanleitungen erfolgen 11. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Umfang der Erfahrungen der Beschäftigten mit der Durchführung der Montageaufgabe. Während ein neuer Beschäftigter von einem Assistenzsystem erwartet, dass er Schritt für Schritt durch den Montageprozess geführt wird, möchte ein erfahrener Beschäftigter mit hohem Übungsgrad nur noch Hilfestellung zu ausgewählten Prozessschritten oder in reduzierter Form erhalten (zum Beispiel einfacher Hinweis anstelle einer Videoanleitung) 12. Montageassistenzsysteme werden sich dahingehend entwickeln, dass der Übungsgrad und weitere Merkmale des Beschäftigten vom System erkannt werden und das System sich automatisch anpasst, indem es beispielsweise eine dem Übungsgrad angemessene Unterstützung anbietet. t Bild 1: Assistenzsysteme für die bevorstehenden Laborexperimente: projektionsbasiertes Assistenzsystem, ... p Bild 2: ... bildschirmbasiertes Assistenzsystem, ... u Bild 3: ... Assistenzsystem über AR -Brille durchführt. Dazu haben die Systeme den Anspruch, den Beschäftigten die richtigen Informationen (what) zur richtigen Zeit (when) in der gewünschten Form (how) bereitzustellen 6, 7, 8. Informatorische Assistenzsysteme tragen daher dazu bei, Anlernprozesse zu verkürzen, die Arbeitsproduktivität zu steigern, Montagefehler zu vermeiden und damit die Produktqualität zu sichern 9. Klassifikation Informatorische Montageassistenzsysteme lassen sich entsprechend von Informationen in das System ebenfalls nur eine Möglichkeit (zum Beispiel Tastatur) gegeben ist. Multimodale Schnittstellen berücksichtigen hingegen unterschiedliche Eingabe- und Ausgabemodalitäten 10. Die Informationsausgabe von Assistenzsystemen erfolgt in der Regel zu einem hohen Anteil visuell (zum Beispiel über Bildschirme, Sensorleuchten für ein Pick-to-light-System, Projektionen auf das Montageobjekt). Analog dazu kann nach der Art der Informationseingabe differenziert werden. Die Informationseingabe erfolgt manuell über Assistenzsysteme im Labor Das Labor für Industrial Engineering der Hochschule Ostwestfalen-Lippe geht im Verbundprojekt Montexas4.0 der Frage nach, wie Informationen zur Montage eines Produktes in geeigneter Weise aufzubereiten und an den Beschäftigten über ein Montageassistenzsystem zu übermitteln sind, damit die Aufgabe effektiv und effizient durchgeführt werden kann. Es geht also um die Frage der Kompatibilität zwischen Mensch und Technik. Dieses Kompatibilitätsprinzip besagt, dass die Informationsdarstellung so vorzunehmen ist, dass sie dem zur Bewältigung der Arbeitsaufgabe gebildeten mentalen Modell und der Logik des Menschen entspricht 13. Die Forschungsfragen werden anhand eines Arbeitssystems des Unternehmens Homag Kantentechnik aus Lemgo, einem Hersteller von Kantenanleimmaschinen, untersucht.


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