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Editorial 3 www.hob-magazin.com Ockhams Razor Der Grad der Digitalisierung in einem Unternehmen ist natürlich Abwägungssache. Und Selbstzweck ohnehin nicht. Zu digitalisieren ist so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Und das möglichst mit der einfachsten Lösung. Ein Prinzip, das seit Langem als Ockhams Razor bekannt ist: als Rasiermesserprinzip. Allerdings handelt es sich hier um ein Spannungsfeld, das sich nur bedingt abschätzen lässt und schnell in komplexe Entscheidungen mündet. Rasch tauchen Fragen auf wie: Ist die gewählte Lösung zukunftssicher? Was muss getan werden, um genau dies zu gewährleisten? Welcher zeitliche Horizont ist zu wählen? Die Digitalisierung der Fertigung hat das Handwerk längst erreicht. Industriell produzierende Betriebe sowieso. Was auffällt ist, dass das deutsche Handwerk der Digitalisierung gegenüber sehr aufgeschlossen ist. Immerhin liegt es in Sachen digitaler Transformation im vorderen Drittel, das belegen verschiedene Studien im Vergleich der Branchen. So zeigt der ,Digitalisierungsindex Mittelstand‘, dass der Handwerkssektor leicht über dem Durchschnitt aller Segmente liegt. Eine Studie des Zentralverbandes des deutschen Handwerks belegt: Mehr als die Hälfte der Betriebe setzt Softwarelösungen zur Steuerung ihrer betrieblichen Abläufe ein, ein Viertel nutzt moderne digitale Technologien wie etwa Trackingsysteme für Maschinen und Material. In drei von fünf Unternehmen ist die Transformation inzwischen „Möglichst die einfachste Lösung“ fester Bestandteil der Geschäftsstrategie. Zumal sich digitale Konsequenz positiv auf die Umsatzentwicklung auszahlt. Nun sind Statistiken Statistiken. Die Zahlen schwanken mit der Erhebung, das Konkrete verschwindet im Allgemeinen. Im besten Fall zeichnen die Zahlen aber ein belastbares Stimmungsbild. Auch, was die andere Seite der Medaille betrifft: Demnach haben viele Handwerksbetriebe Schwierigkeiten, überhaupt eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln, geschweige denn eine umzusetzen: Für mehr als die Hälfte der Handwerker stellt die Digitalisierung eine große Herausforderung dar. Etwas weniger als drei von zehn haben Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen. Rund ein Viertel gibt an, dass sie die Existenz ihres Betriebes als Folge der Digitalisierung gefährdet sehen. Festzuhalten bleibt jedoch: Das Interesse des deutschen Handwerks an binären Technologien ist groß. Vier von fünf Handwerksbetrieben sind dem Thema Digitalisierung gegenüber aufgeschlossen. Gut zwei Drittel nehmen es als Chance wahr: Vor allem in der optimierten Lagerung und Verteilung von Betriebsmitteln sehen Handwerker die Vorteile. Münden sollen digitale Anwendungen insbesondere in Zeitersparnis und die flexible Arbeitsorganisation. Entscheidungshilfen für den ein oder anderen Digitalisierungsschritt möchte die vorliegende HOB liefern. Immerhin wird in der digitalen Transformation für viele Handwerker der Schlüssel für den künftigen Erfolg liegen. Und Informationen sind noch immer die beste Basis für Entschlüsse im Spannungsfeld Zukunftssicherheit. Ihr Chefredakteur Michael Hobohm Ich freue mich auf Ihre Reaktionen. Rufen Sie an oder mailen Sie mir. Dr.-Ing. Michael Hobohm Telefon 0 80 53/798 30 90 Mobil 01 78/146 10 65 u hobohm@agt-verlag.de


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