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16 Digitalisierte Fertigung Digitale Werkstatt und Kollege Roboter unterstützen das Handwerk Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung: Das sind Schlagwörter, die dieser Tage zum gängigen Jargon gehören. Während Großunternehmen und Konzerne die monetären und personellen Mittel besitzen, um die Thematik im großen Stil zu gestalten, ist es für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bereits eine Herausforderung, eine geeignete Automatisierungslösung zu finden. Häufig stellen sich dabei die Fragen: Welches System ist für mein Unternehmen passend? Wie können meine bisherigen Arbeitsschritte automatisiert werden? Wie hoch ist der Programmieraufwand? Wie stehen Kosten und Nutzen im Verhältnis? 1) Handwerksbetriebe und KMU der Holzbranche haben sich mit ihrem Produktspektrum auf kleine Losgrößen und individualisierte   11.2019 Sonderfertigungen unter Berücksichtigung von Kundenwünschen spezialisiert. Dies hat komplexe Geometrien bei kleiner Serie zur Folge, wodurch der Aufwand für die Programmierung und das Rüsten eines Bearbeitungszentrums (BAZ) häufig zu groß ist, um den Nutzen zu rechtfertigen. Hinzu kommt, dass ein BAZ eine große Investition bedeutet und sich nur rentabel für den Betrieb auswirkt, wenn es in hoher Auslastung genutzt wird. Durch dieses Dilemma investieren nur wenige KMU in größere Maschinenparks. Als Folge finden die meisten Fertigungsschritte manuell statt. Hierzu gehören auch körperlich schwere, sich wiederholende Tätigkeiten. Oftmals erfüllen die Mitarbeiter ihre Aufgaben mit gesundheitsschädlichen Körperhaltungen und sind aufgrund fehlender, meist kostenintensiver Sicherheitseinrichtungen hohen Staub- und Lärmbelastungen ausgesetzt. Hinzu kommt, dass große Unternehmen durch den Einsatz agiler, hochautomatisierter Fertigungseinrichtungen zunehmend in die Sektoren der Einzel- und Sonderfertigung eintreten. Der Handwerker ist körperlich anstrengenden, gesundheitsschädlichen Haltungen und Einflüssen ausgesetzt (Bilder: IfW) 1) Christian Menze, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe ,Maschinenkonstruktion‘ am Institut für Werkzeugmaschinen (IfW); Kamil Güzel, Gruppenleiter ,Holzbearbeitung‘; Dr.-Ing. Thomas Stehle, stellvertretender Institutsleiter und Oberingenieur; Prof. Dr.-Ing. Hans-Christian Möhring, Institutsleiter; Michael Königs, Forschungsprojektleiter, Forschungsvereinigung Programmiersprachen für Fertigungseinrichtungen; Dr. Rolf Heidemann, Senior Innovation Manager, Faro Europe; Andreas Schütz, wissenschaftlicher Mitarbeiter ‚Antriebssysteme und -regelung‘ am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) Das Forschungsvorhaben Damit die Wettbewerbsfähigkeit des innovativen deutschen Mittelstandes auch in Zukunft gewährleistet werden kann, unterstützt das Bundesforschungsministerium mit der Fördermaßnahme ,KMU-Netc‘ themenübergreifende Verbundprojekte, die an den spezifischen Bedarf von KMU ausgerichtet sind. Hierdurch können weniger forschungsaffine KMU wie klassische Handwerksbetriebe auf Fördermittel sowie die Unterstützung und Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Expertenteam zugreifen. So haben sich im Projekt ,Sirowo – Simplified Robotic Woodwork‘ ein Konsortium von Tischlereibetrieben, Automatisierungsdienstleistern, Komponentenherstellern, Systemanbietern und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um gemeinsam Automatisierungslösungen im holzbe- und -verarbeitenden Handwerk zu entwickeln und zu erproben. Im Zentrum des Vorhabens steht eine ganzheitliche Betrachtung der holzspezifischen Anforderungen und die Ableitung von Automatisierungslösungen. Wesentlich ist die Entwicklung eines Hardwarekonzeptes, das möglichst für jedermann geeignet ist. Dies erfordert eine Programmierumgebung, die sich an den verschiedet


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