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Editorial 3 www.hob-magazin.com Evolutionäre Digitalisierung Allgemeinplätze zur Digitalisierung machen einen schon längst harsch. Was man braucht – sollte ein Unternehmen zur Digitalisierung aufgefordert sein –, sind Mittel zu deren Umsetzung. Konkrete Technologien, bestenfalls eine Roadmap, wie es laufen könnte. So ist mancher schon dankbar – auch wenn richtigerweise immer wieder betont wird: der Weg der Digitalisierung ist für jeden Betrieb ein eigener –, dass das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (IFH) die Digitalisierung im Handwerk in Stufen ablaufen sieht. In definierten Stufen? Ist also prüfbar, wo auf der Treppe der Digitalisierung man gerade steht? Und welche Stufe die nächste ist? Gibt es gar Vorschläge für das jeweilige Voranschreiten? Die IFH-Forscher jedenfalls denken – ausgehend von einem Datenpool für das Handwerk, der repräsentativ für digitalisierungsaffine Gewerbegruppen sei –, dass Digitalisierung einem zeitlich logischen Ablauf folgt: Demnach werde in den Betrieben zunächst die IT-Sicherheit verbessert, dann der Mitarbeiter für den Digitalisierungsprozess fit gemacht und schließlich der interne Prozess sowie die Schnittstelle zum Kunden verbessert. Ist es das schon? Hilft das weiter? Oder ist das wieder nur ein weiterer Strohhalm? Fünf Kategorien immerhin haben die Wissenschaftler für ihre Schlussfolgerungen abgefragt: Kunden und Lieferanten, Geschäftsmodelle, Prozesse, Mitarbeiter sowie IT-Sicherheit. Können sich Kunden online über meine Dienste „Kontrolliert und eigenbestimmt mit der digitalen Welt informieren? Nutze ich Tools zur Kundengewinnung und Auswertung? Gibt es eine digitale Einbindung der Lieferanten? Dies wurde ebenso erfragt wie die Bedeutung der Mitarbeiter bei der Digitalisierung, die – nicht überraschend – mit überdurchschnittlich hoher Relevanz taxiert wurde. Ohnehin muss sich jedes Unternehmen bei ,Prozessen‘ fragen, ob seine IT-Infrastruktur auf dem aktuellen Stand ist, ob Kundenprozesse über die IT laufen und Arbeiten digital koordiniert werden. Auch dies schätzen die Unternehmen als unmittelbar relevant ein. Gleichfalls nicht überraschend bekräftigen sie, dass digitale Technologien zu ihrem Geschäftserfolg beitragen. Natürlich. Nicht wenige sehen sich hier gut aufgestellt, die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung sei eher klein. Etwas größer fällt da schon der Schlupf bei der Marktbeobachtung mit digitalen Mittel aus, gleichfalls ein Aspekt mit zugeordnet hoher Relevanz. Wollen Unternehmen – und hier sind wir doch wieder allgemein – ihren digitalen Weg gestalten, brauchen sie eine möglichst einfache, klar strukturierte, übersichtliche Roadmap, die Stufen sowie Zeitpunkte des Voran- und Hinaufschreitens beinhaltet. Selbst wenn verstärkter Handlungsdruck besteht, müssen diesen Stufen aufeinanderfolgende Prioritäten zugewiesen werden. Nur so kann sich ein Handwerksbetrieb kontrolliert – ohne das eigene Geschäft über Nacht umzukrempeln –, eigenbestimmt und in beherrschbarer Geschwindigkeit mit der digitalen Welt verbinden. Betriebskonkret. Ihr verbinden“ Chefredakteur Michael Hobohm Ich freue mich auf Ihre Reaktionen. Rufen Sie an oder mailen Sie mir. Dr.-Ing. Michael Hobohm Telefon 0 80 53/798 30 90 Mobil 01 78/146 10 65 u hobohm@agt-verlag.de


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