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40 Oberflächenbearbeitung   11.2019 zen will. Dafür tritt er wie ein Innenarchitekt auf, definiert mit dem Kunden Budgets und arbeitet gestalterisch gesamtorientiert. „Hat der Kunde einen Wunsch, der nicht meinem bisherigen Leistungsportfolio entspricht, richte ich mich daran aus. Das erfordert eine hohe Flexibilität, die ich vom ganzen Team erwarte.“ Zwölf Mitarbeiter sind dies heute, die neben der Flexibilität auch für Kreativität, Qualität und Zuverlässigkeit stehen. Umstellung auf wasserlösliche Systeme Oberfläche, das heißt für Hammermeister vor allem Furnieren, Lackieren, Schleifen. „Ganz klassisch furnieren wir mit einer Ott Heizplattenpresse, seit einem Jahr haben wir aber auch eine Barth-Vakuumpresse“, erzählt er. „Losgelöst von den 3-D-Teilen, die man damit fertigen kann, machen wir viele metallische Oberflächen oder setzen diverse Anleimer.“ Nicht selten würden auch Furniere aus Balkeneiche verarbeitet. „Eine Küche, in der wir metallische Oberflächen mit Rough-Cut-Eiche in Balkenoptik und Licht kombinieren, ist schon eine schöne Sache“, findet er. Lackiert werden die Bauteile auf einem Nestro-Stand, den man vor einiger Zeit auf wasserlösliche Systeme umgestellt habe. „Ein Riesenthema.“ Das Geringste sei hier noch der Invest in neue Spritzgeräte gewesen. Viel schwieriger zu klären war die Prozessführung, wo Fragen zur Auftragsmenge, Trocknung, Lagerung bis hin zum Lösemittelwechsel zu beantworten waren. „Beim Lackieren ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 40 Prozent erforderlich. Gehe ich darunter, trocknet der Lack zu schnell, und an der Oberfläche entstehen Unruhen“, nennt Hammermeister ein Beispiel. „Anfangs mussten wir hier Lehrgeld bezahlen, heute stimmen die Oberflächen.“ Aktuell wird in Heinsberg zu 90 Prozent mit Wasserlacken gearbeitet. Angestrebt sind zwar hundert, aber ein Rest an Lösemittelfarben wird wohl immer bleiben. Bei Metallic etwa. Anspruch ,hochwertigster Schliff‘ Oberfläche, das heißt für Hammermeister insbesondere Schleifen, wo unlängst eine ältere Breitbandschleifmaschine abgelöst wurde. „Nicht nur, dass uns ihre Breite von 1,1 m zunehmend einschränkte“, begründet der Inhaber. „Vor allem mussten wir viel per Hand schleifen und nacharbeiten.“ Die Kanten sowieso, aber eben auch die Flächen. Immer mal wieder traten hier leichte Wellenschliffe auf oder wurde etwa bei Melaminharzplatten, die erst angeschliffen und dann lackiert werden, die Harzschicht durchgeschliffen. In der Folge musste wieder gefüllt und erneut geschliffen werden. Eine neue Breitbandschleifmaschine sollte hier finale Lackschliffqualität liefern. Dass sich Hammermeister nach Sondierung der „üblichen Verdächtigen“ bei Kündig schließlich am wohlsten fühlte, ist das Resultat intensiver Gespräche in Heinsberg, „bei denen wir die Konfiguration der Maschinen detailliert diskutiert haben“, betont Olaf Sträter, Außendienstmitarbeiter bei Kündig. „Der Anspruch war dabei stets der qualitativ hochwertigste Schliff, der Lackschliff.“ Um diese Qualität zu erreichen, wurde zum Beispiel die Positionierung des Querbandes diskutiert. Aber auch der Einsatz eines Diagonalaggregates und die Segmentierung resultierten aus diesen Gesprächen. „Bei der Zusammenstellung der Maschine hat letztlich das Lackthema alles bestimmt“, betont Sträter. „Das Konzept reicht bis hin zur Ionisierung und Werkstückabblasung, mit der die Brilliant ausgerüstet wurde. Sobald nämlich der Anwender auf Lack geht, empfehlen wir das berührungslose Arbeiten. Schließlich treten bei einer Bürste nach einer t Für den Lackschliff ist die Kündig ausgerüstet mit einem Aggregat in Diagonalschleiftechnologie, das eine gummierte Kalibrierwalze mit einem segmentierten Schleifschuh kombiniert, ... (Bilder: HOB ) q… sowie einem Querbandaggregat für die Hochglanzbearbeitung p Die Kantenbearbeitung: schon bald ein weiteres Thema von Thomas Hammermeister (links) und Olaf Sträter?


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