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Editorial 3 www.hob-magazin.com Digitalisierung im Mittelstand Gleich kommen Zahlen. Dabei soll man sie in Texten – ähnlich wie Gleichungen – nur sparsam einsetzen. Sonst droht Schlaf. Aber es geht um Künstliche Intelligenz und Machine Learning, die zunehmend in den Fokus der mittelständischen Industrie rücken und bestehende Geschäftsmodelle verändern. Vielleicht sind da ein paar mehr erlaubt. In diesem Sommer jedenfalls wurden rund 2 100 kleine und mittelständische Betriebe verschiedener Branchen zum aktuellen Stand ihrer digitalen Transformation befragt, woraus die vierte Auflage der Benchmarkstudie ,Digitalisierungsindex Mittelstand‘ entstanden ist. Der Studie zufolge setzt fast ein Drittel der befragten Unternehmen Künstliche Intelligenz ein oder plant ihre Einführung in den nächsten zwei Jahren. 30 Prozent der mittelständischen Betriebe wollen ihre Produktionsprozesse mit Machine Learning optimieren. Damit gilt die mittelständische Industrie als eine der am stärksten digitalisierten Branchen Deutschlands. Dass sich die Anstrengungen lohnen, geben über 40 Prozent der Unternehmen an, haben sie doch per Digitalisierung ihr Betriebsergebnis „KI rückt in den Fokus“ verbessert. Mehr als die Hälfte hat die Prozesse optimiert und 45 Prozent die Service und Produktqualität erhöht. Ergebnisse, die sich mit denen einer Umfrage des Wissenschaftlichen Institutes für Infrastruktur und Kommunikationsdienste aus Bad Honnef decken, wonach die Mehrheit der Befragten meint: KI spielt für die Zukunft des deutschen Mittelstands eine herausragende Rolle. Schon heute sei die Technologie in viele Systeme integriert, etwa um Verteilprozesse effizienter zu gestalten oder Lagerbestände zu optimieren. Auch seien KI-unterstützte Betriebe zunehmend in der Lage, Fehler oder anstehende Störungen in der Fertigung zu erkennen. Dass Predictive Maintenance und eine intelligente Analyse von Geschäftsdaten Bedeutung für den Mittelstand haben, zeigen die Zahlen des Digitalisierungsindex: Für mehr als die Hälfte der Befragten ist vorausschauende Wartung besonders relevant, mehr als ein Drittel nutzt solche Lösungen bereits täglich. 83 Prozent konnten schon Ausfallzeiten von Maschinen und Anlagen verkürzen. 40 Prozent der Industrieunternehmen halten Predictive Analytics für einen entscheidenden Faktor, derzeit umgesetzt haben solche Lösungen knapp 30 Prozent. Auch Cloud Computing hat sich inzwischen zu einem festen IT-Bestandteil im Mittelstand entwickelt. Fast 90 Prozent der Betriebe geben an, dass sich Cloud-Plattformen positiv auf Verfügbarkeit und Performance ihrer IT-Leistungen auswirken. Für über 80 Prozent vereinfacht die Cloud den Zugang zu Technologien wie IoT oder maschinelles Lernen. Ein gutes Viertel der Unternehmen veredelt Produkte mit vernetzten, intelligenten Funktionen. Zahlen sind nur Zahlen. Und sie sind ausgesprochen interpretationsfähig. Ihre relative Betrachtung für den Mittelstand zeigt jedoch: Digitalisierung schreitet voran. Ihr Chefredakteur Michael Hobohm Ich freue mich auf Ihre Reaktionen. Rufen Sie an oder mailen Sie mir. Dr.-Ing. Michael Hobohm Telefon 0 80 53/798 30 90 Mobil 01 78/146 10 65 u hobohm@agt-verlag.de


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