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30 Industrielle Möbelfertigung Anlagensicherheit effizient umgesetzt 2017 modernisierte IMA Klessmann für den französischen Küchenhersteller Fournier SA in Thônes ein mehrbahniges Transportsystem für Möbelteile. Mit Analogsensoren und Twinsafe-SC-Technologie von Beckhoff wurde dabei einfach, flexibel und kostengünstig eine zuverlässige Überwachung gegen unbefugtes Betreten realisiert. Stefan Ziegler, Marketing Communications bei Beckhoff Automation Im Anlagenbereich, der bei Fournier zu modernisieren war, werden aus einem Sortierlager plattenförmige Küchenmöbelteile entnommen und in zwei Kommissionierstationen   4.2018 nach Auftragslisten auf Paletten gestapelt. Die fertigen Stapel werden dann aus den Kommissionierbereichen über Fördertechnik an nachgelagerte Maschinen transportiert. Beide Stationen, die sicherheitstechnisch zu den Risikobereichen gehören, verfügen über sechs Gates zur Ausschleusung der Werkstückstapel. Bedingung für derartige Anwendungen ist laut Michael Gube, Softwareentwickler bei IMA und als Inbetriebnahmeleiter verantwortlich für das Projekt, dass der unbefugte Zutritt verhindert wird. Denn durch die hohe Dynamik der Transportportale und bewegten Massen besteht hier ein hohes Sicherheitsrisiko. Klassisch wird der Zutritt zu solchen Anlagenteilen über Sicherheitslichtschranken und Muting Funktionen geregelt. Diese Maßnahmen reichten aber nicht aus. Baulich bedingt konnten die Lichtschranken nur direkt vor dem Risikobereich installiert werden. Ein unbefugter Zutritt wäre durch die Lichtschranken zwar sicher erkannt worden, selbst bei Aktivierung der maximalen Bremsrampe hätte die Zeit aber nicht ausgereicht, um die Bewegungen rechtzeitig zu stoppen. Andere Maßnahmen, wie der Einsatz von Betriebsbremsen, hätten die Mechanik stark belastet und so auf Dauer ein Sicherheitsrisiko dargestellt und die Prozesssicherheit gefährdet. Zweistufiges Konzept Die Anforderung bestand folglich darin, die Personen- und Prozesssicherheit durch eine zweite Sicherheitseinrichtung zu garantieren. Will sich heute eine Person Zutritt zum Kommissionierbereich verschaffen, müssen zwei Sicherheitseinrichtungen durchlaufen werden. Wird die erste durchschritten, geht das Portal in den Modus ,Sichere Geschwindigkeit‘. Nähert sich die Person der zweiten Einrichtung, wird die Maschine aus dieser reduzierten Geschwindigkeit heraus gestoppt. Die erste Sicherheitseinrichtung besteht dafür aus drei Standardlaufzeitsensoren. Ein Sicherheitsrisiko besteht immer dann, wenn sich im Sensorenbereich kein Materialstapel befindet oder der Stapel sich nicht bewegt. Während dieser Phasen wird das Zutrittsrisiko zuverlässig ausgeschlossen: Sobald ein Plattenstapel unter dem Bereich der Laufzeitsensoren bewegt und dann gestoppt wird, messen diese einmalig die aktuelle Stapelhöhe (Latch). Fährt der Stapel komplett aus dem Bereich hinaus, erhält die Stapelhöhe den Wert 0. Die im Stillstand ermittelten Werte der drei Sensoren werden an die Sicherheitssteuerung übertragen und kontinuierlich mit den Istwerten der Laufzeitsensoren verglichen. Will sich eine Person nun bei nicht vorhandenem Stapel oder über einen stehenden Stapel hinweg Zutritt t Als eigenständige, mit einem Embedded-PC CX9020 ausgestattete Lösung konnte die Safety- Ergänzung einfach nachgerüstet und in die mit PC-based Control von Beckhoff realisierte Steuerungstechnik der Anlage eingebunden werden


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