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Industrielle Möbelfertigung 33 dafür am besten die Sprachsteuerung beziehungsweise Pick by Voice eignet“, betont Bahr. Nach einer Analyse der Anbieter entschied man sich im Oktober 2013 für die Lösung Zetesmedea Voice powered by MCL Voice. „Wir hatten von Anfang an das Gefühl, bei Zetes eine kompetente, engagierte Beratung zu bekommen“, so König-Slickers, der die Einführung von Pick by Voice als Projektleiter verantwortete. Neben dem Service sprachen die technischen Details für Zetes. Zetesmedea Voice arbeitet sprecherunabhängig mit MCL Voice. Es muss also nicht für jeden Kommissionierer zunächst ein individuelles Sprachprofil angelegt werden. Vielmehr kam es bei Assmann Büromöbel darauf an, „dass jeder Kollege ohne große Vorbereitungszeit mit dem System arbeiten kann“, sagt König-Slickers. Außerdem ließ sich die Lösung problemlos an das in Melle eingesetzte Fertigungsleitsystem ,Profil Systems‘ anbinden. Neben der Software investierte Assmann in sieben Endgeräte vom Typ Zebra WT41 und 15 Headsets. Sinkende Bestände Als ersten Schritt der Einführung moderierte Zetes einen zweitägigen Workshop zum Erarbeiten der Feinspezifikationen inklusive der Sprachdialoge. Unter den zehn Teilnehmern befanden sich unter anderem die Produktions- und IT-Leiter, der Betriebsratsvorsitzende sowie zwei Kommissionierer. „Damit hatten wir alle nötigen Beteiligten von Anfang an im Boot“, so Bahr. Zudem lieferte der Workshop konkrete Ideen und Verbesserungsvorschläge, die im Zuge des Projekts umgesetzt wurden. Dazu gehörte die komplette Umstellung der Lagerorganisation: Wurden früher alle Kommissionieraufträge bereits am Vortag der Montage ausgeführt, so werden diese nun fast Just in Time für die Montage kommissioniert und bereitgestellt. Durch diese Straffung sinken die Durchlaufzeit jedes Auftrags und der erforderliche Lagerbestand an Teilen deutlich. Fehlbestände werden durch Pick by Voice vermieden. Blick und Hände frei Jeder Pickbefehl enthält neben der genauen Adresse des Kommissionierfachs auch die zu entnehmende Menge. Sobald der Kommissionierer das Fach erreicht, nennt er die am Warenträger angebrachte Prüfziffer. So wird sichergestellt, dass der Mitarbeiter den richtigen Artikel greift. Nach Entnahme der geforderten Menge wird diese bestätigt und das System nennt die nächste Fachadresse. „Die Kollegen können sich jetzt voll und ganz auf ihre Tätigkeit konzentrieren und werden nicht durch das manuelle Abhaken auf Papierlisten abgelenkt“, stellt König-Slickers fest. „Zudem haben die Kommissionierer den Blick und beide Hände frei für das Heben der oft sperrigen und schweren Platten“, ergänzt Bahr. Apropos ,schwer‘: Persönliche Einschränkungen beim Heben schwerer Gegenstände werden in diesem Prozess berücksichtigt und beeinflussen die Disposition. Weitere Schritte geplant Durch die ergonomischen Vorteile stieg die Kommissionierleistung um rund 20 Prozent von vormals 120 auf jetzt 143 Picks pro Stunde. Gleichzeitig sei die Fehlerquote auf null gesunken, denn durch die exakte Sprachsteuerung und die erhöhte Konzentration sei ein Verwechseln der Möbelteile praktisch unmöglich. Fazit: Seit April 2014 bewährt sich Zetesmedea Voice Tag für Tag und die Investition konnte sich bereits nach weniger als zwei Jahren amortisieren. Als nächsten Schritt will man in Melle auch die Metall- und Kleinteile wie Scharniere, Griffe und Sockel per Zetesmedea Voice kommissionieren. Bislang werden diese durch den Monteur aus den entsprechenden Fächern entnommen. „Pick by Voice wird bei uns zu einem integralen Bestandteil der Fertigung – ganz im Sinne von Kaizen“, plant Bahr. u www.zetes.com „Pick by Voice wird bei uns zu einem integralen Bestandteil der Fertigung“ ...works for you Release Agents Lubricants Cleaners


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