Fenster- und Türenmarkt 2021

Leichtes Wachstum

Die Vertreter der Verbände beim Presseempfang: Holger Koch, Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie e.V. (FVS+B), Ralf Olsen, Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. (pro-K), Jochen Grönegräs, Bundesverband Flachglas e.V. (BF)
Die Vertreter der Verbände beim Presseempfang: Holger Koch, Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie e.V. (FVS+B), Ralf Olsen, Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. (pro-K), Jochen Grönegräs, Bundesverband Flachglas e.V. (BF)Bild: Bundesverband Flachglas e.V.

Der Fenstermarkt in Deutschland ist 2020 um 4,2% gewachsen und wird 2021 voraussichtlich um 2,3% zulegen. Im Türenmarkt konnte 2020 +4,0% erreicht werden – für 2021 rechnet man mit 2,5% Wachstum, so die aktuellen Marktzahlen der Heinze GmbH.

Im Rahmen der Fachtagung Statistik und Markt des VFF in Frankfurt fand am 19. Oktober 2021 eine gemeinsame Pressekonferenz der Verbände Fenster + Fassade (VFF), Bundesverband Flachglas (BF), pro-K und Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) statt, auf der Jörg Flasdieck und Christian Blanke (beide Heinze GmbH) die neuen Marktzahlen und ein neues Studiendesign zur Einschätzung der Marktentwicklung präsentierten. Der genaue Bericht mit allen Detailanalysen und Auswertung wird in ca. 14 Tagen erscheinen.

Die aktualisierten Daten für 2020 zeigen im Wohnungsbau, dass die energetische Sanierung um 4,4% zunahm. Da aber in 2021 nach wie vor ein hoher Überhang an Baugenehmigungen für Neubauten vorhanden ist, wird der Neubaubereich 2021 um 5,2% wachsen, während der Bereich Sanierung nur um 2,0% auf 7,4Mio. Fenstereinheiten (FE à 1,69qm) zunimmt.

„Die Sanierungsbereitschaft im Wohnbau wächst kontinuierlich. Wir erwarten hier einen Anstieg von 6,9Mio. FE im Jahr 2019 auf 7,6Mio. FE in 2022. Diese Entwicklung muss durch verstetigte Förderungen in der energetischen Sanierung weiter gestärkt werden“, betonte VFF-Geschäftsführer Frank Lange.

Im Neubaubereich beim Wohnbau und Nichtwohnbau werden ca. 75% der FE mit 3-fach Verglasung ausgeführt, so die Studie. „Die weitere Detailierung der Heinze-Daten auch bzgl. Glasqualitäten bestätigten unsere Markteinschätzung“, ergänzte BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs. „Die vermehrte Ausführung von 3-fach Verglasung gerade im Neubau ist ein wichtiger Beitrag zur Energieeffizienz, der im Sanierungsbereich noch besser werden muss.“

Holger Lipp, Obmann des Ausschusses Statistik und Markt im VFF, betont mit Blick auf das neue Studiendesign: „Wir haben durch ein angepasstes detailliertes Phasenmodel von Baugenehmigungen, deren baulicher Umsetzung und durch eine repräsentative ergänzende Befragung die Datenqualität deutlich verbessert.“

Zukünftig werden die Daten nach Sicherheitsqualitäten, Öffnungsarten und Flügelanzahl differenziert. „Die weitere Qualifizierung der Marktentwicklung, getrennt nach Wohn- und Nichtwohnbau sowie Sanierung und Neubau, ist eine wirkliche Weiterentwicklung der Studie und korreliert somit auch mit unseren Datenerhebungen“, so Holger Koch vom FVSB.

Ralf Olsen, Geschäftsführer pro-K, ergänzt abschließend, dass die seit vielen Jahren laufende Studie in ihrer Datenerhebung immer besser geworden ist. „Bezüglich Rahmenneutralität und objektiver Datenerhebung gibt es keine bessere Fenster- und Türenmarktdaten. Durch die weitere Differenzierung gewinnt die Studie zusätzlich Qualität“, so Ralf Olsen. „Da die Daten preisbereinigt Aussagen über die mengenmäßige Marktentwicklung sowohl für die Vergangenheit als auch die Zukunft erlauben, können hier sehr gut langfriste Marktentwicklung verfolgt werden, die nicht durch temporäre Preisentwicklungen verzerrt werden.“

Zur Branche: In Deutschland gibt es laut einer Studie des VFF aus dem Jahr 2016 rund 6.400 Fensterbaubetriebe mit etwa 100.500 Beschäftigten. Die Unternehmen erwirtschaften danach pro Jahr etwa 10,9Mrd.€. Dazu kommen noch die vielen Betriebe und Mitarbeiter der Zulieferindustrie aus den Bereichen Schlösser und Beschläge, Kunststoff- und Metallprofile, Holz, Glas, Dichtungen sowie weiteres Zubehör: Inklusive aller wesentlichen vor- und nachgelagerten Industriezweige arbeiten rund 300.000 Mitarbeiter in rund 58.000 Betrieben in der deutschen Fenster- und Fassadenbranche. Sie erwirtschaften pro Jahr insgesamt rund 34Mrd.€.

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