Konfektionierte Energieketten für die Holzbearbeitung

Manufakturen, handgefertigte Produkte und Premiumqualität - drei Attribute, die fast immer Einfluss auf das Preisniveau nehmen. Das Readychain-Konzept von Igus verhindert hohe Preise trotz weitgehender Maßfertigung. Für den Anwender rechnet sich das ab Stückzahl 1. Damit avanciert das Igus-Modell bereits ab Beginn des Produktlebenszyklus zu einer Entlastung der Maschinen- und Anlagenbauer: durch Reduktion der Fertigungskosten und möglicher Fehlerquellen.
„Unter dem Namen Readychain konstruieren und montieren wir bei Igus komplexe Energieführungssysteme für den direkten Anschluss an die Maschine“, Thomas Müller Produktionsleiter Readychain Montage.Bild: Igus GmbH

Das hohe Niveau der inhouse produzierten Readychains hält Igus durch ständige Verbesserung der Automatisierungsprozesse: Was ist nötig und was ist möglich, um Readychain zu dem Produktivitätsbeschleuniger für Maschinen- und Anlagenbauer zu machen?

Ein Produkt wie Readychain funktioniert unter anderem, weil Igus über die Jahre einen breiten Erfahrungsschatz industrieller Prozesse aufgebaut hat. Basierend darauf entstehen immer neue Konzepte für Energieführungen, die sich nahezu passgenau in eine Fertigungs- oder Produktionsstrecke integrieren lassen. Die technische Kreativität und der Wunsch, den Kunden individuelle Perfektion zu liefern, ist ein weiterer Baustein. Für Maschinenbauer zeigt sich dies in einem breit gefächerten Ketten- und Leitungsportfolio und einem attraktiven Preis-Leistungs-Niveau.

 Der Mix aus konfektionierten Energieketten und dem Readychain-Rack senkt Prozesskosten signifikant und vor allem nachhaltig.
Der Mix aus konfektionierten Energieketten und dem Readychain-Rack senkt Prozesskosten signifikant und vor allem nachhaltig.Bild: Igus GmbH

Manufakturarbeit, die nicht teurer ist

Die ersten wichtigen Stellschrauben: der Komponenteneinkauf und die Lagerhaltung. Dafür existiert bei Igus ein eigenes Areal, auf dem mehr als 150.000 Einzelkomponenten, über 1.300 kettentaugliche Leitungen und rund 5.000 Elektrokomponenten lagern. Der große Benefit neben Effizienz ab Stückzahl 1 ist zweifelsohne die kurze Lieferzeit. Denn Handarbeit steht bei Igus auch für den unmittelbaren Fertigungsstart einer Kette nach Bestellung durch den Anlagenbauer. Lieferzeiten von 3 bis 5 Tagen sorgen dafür, dass der Einbau der maßgefertigten Kette zeitnah an der Anlage beim Kunden erfolgen kann – die Produktivität wird deutlich beschleunigt.

Doch nicht nur ein zügiger Einbau der vorkonfektionierten Energiekette bedeutet für Maschinenbauer ein erkennbares Plus: Schlanke Lagerhaltung im eigenen Unternehmen meint auch immer mehr räumliche Kapazitäten in den eigenen Hallen. Und damit auch automatisch mehr Platz für die Vormontage neuer Maschinen oder für einen Factory-Acceptance-Test vor Auslieferung an den Endkunden. Spürbar wird die Ersparnis vorkonfektionierter Energieketten auch für den Einkauf: eine Kette, ein Vorgang, eine Aufgabe, eine Bestellnummer – all das wird auch außerhalb der Montage zu einem echten Produktivitätsbeschleuniger.Ein ganz wesentlicher Aspekt für den Erfolg von Readychain ist auch der Tatsache geschuldet, dass Anlagenbauer kein spezifisches Know-how rund um das Thema Energieführungen aufbauen oder aufrechterhalten müssen. Denn Energieführungen für dynamische Anwendungen zu projektieren und zu realisieren ist alles andere als trivial. Nicht selten sind es kleine konstruktive Hürden oder praktische Hemmnisse, die das Zusammenbringen von Leitung und Energieführung an der Schnittstelle erschweren. Dauert die Installation länger oder zeigen sich während der Inbetriebnahme Fehler, kann sich das schnell negativ auf das Gesamtbudget auswirken.

 Antriebsleitungen, Schläuche, Verschraubungen und Bleche werden zu einem Energiekettenmodul, der Igus-Readychain, montiert.
Antriebsleitungen, Schläuche, Verschraubungen und Bleche werden zu einem Energiekettenmodul, der Igus-Readychain, montiert.Bild: Igus GmbH

Zuverlässige E-Ketten und hochflexible Leitungen mit Garantie

Eine Readychain besteht aus zwei elementaren Komponenten: Die Chainflex-Leitungen und die E-Kette. Energieketten schützen die Leitungen vor Ausfall und Verschleiß. Ihr Einsatzgebiet ist universell, darunter auch Holzbearbeitungsmaschinen. Seit den 70er Jahren fertigt Igus aus Köln als eines der ersten Unternehmen Energiekettensysteme aus Kunststoff. Die Vorteile der Kunststofflösungen: Sie sind leichter, preiswerter, gleitfähig und korrosionsbeständig. Verbunden mit niedrigeren Baukosten sind sie vor allem wartungsfrei, da sie nicht geschmiert werden müssen. Gemäß der Igus Devise ‚meine-kette: Energieführen leicht gemacht‘ konfiguriert, produziert und montiert das Unternehmen heute nach den Wünschen des Kunden das jeweils passende Energiekettensystem. Im Laufe der Zeit sind immer vielseitigere Ketten für neue Anwendungsbereiche hinzugekommen: Die Anwender wünschten sich stabile Ketten für lange Verfahrwege, robuste Ausführungen für raue Umgebungsbedingungen oder torsionsfähige Varianten für 3D-Roboteranwendungen. Bei der Befüllung der Energieketten ist die Qualität der Leitungen besonders wichtig, denn sie müssen immer höheren Taktzahlen, Beschleunigungen und Geschwindigkeiten standhalten. Aus diesem Grund entwickelt Igus seine Leitungen seit dem Jahr 1989 unter dem Namen ‚Chainflex‘ selbst. Mit über 1.350 Typen bietet Igus das größte Programm an Leitungen für die Energiekette mit der weltweit umfangreichsten internationalen Zulassungsauswahl an. So können Anwender aus allen Branchen stets auf die technisch beste und kostengünstige Leitung für ihre Anlage zurückgreifen. Igus testet sein komplettes Sortiment an Leitungen im hauseigenen 3.800qm großen Testlabor in der Bewegung unter realen Bedingungen. Jährlich werden dort über zwei Milliarden Testzyklen an über 50 Versuchsanlagen absolviert. Mit diesem Wissen können die Kunststoffspezialisten bei Igus die Materialien von E-Ketten und Chainflex Leitungen noch präziser aufeinander abstimmen. Auf Basis der Daten aus dem Testlabor vergibt Igus als einziger Hersteller auf dem Markt eine Garantie von 36 Monaten auf sein komplettes Leitungssortiment. Und auch für Energieketten gilt eine 36 Monate Garantie auf alle verschleißbedingt ausgefallenen E-Ketten-Komponenten.

Intuitives Handling macht alles leichter

Wer mit Readychain plant, kann sofort funktionsfähige Einheiten aus Leitung und Steckverbinder – perfekt auf die Kette abgestimmt – an seiner Anlage verbauen. Schnell, denn eine ’sprechende‘ Beschriftung macht die Installation an der Maschine zu einer intuitiven Handlung. Gerade hier profitieren Elektriker und Mechaniker enorm, denn im Zweifel kann auch jemand Fachfremdes den Anschluss erledigen. Ganz anders bei Eigenkonstruktionen von Energieführungen, bei denen nicht selten bei der Installation von Steckerleitungsverbindungen Gefahren lauern. Wichtigstes Kriterium im Anlagenbau der Gegenwart ist u.a. die Zeit. Und die Installation von Leitungen in Energieketten kann davon eine Menge kosten. Die Konfektionierung ist nur eine Stellschraube, mit der Igus diese Probleme löst.

Modulare Gestelle: passgenaues Arbeiten an der Schnittstelle

Noch effizienter gestalten Kunden ihre Prozesse, wenn sie ihre Energieketten unter Nutzung eines sogenannten Readychain Rack, dem Transport- und Montagegestell, an einer Maschine installieren. Das modulare Rack bewegt über Verfahreinheiten die konfektionierten Energieführungssysteme millimetergenau und unkompliziert an die entsprechende Schnittstelle. Das individuelle Konzept steht parallel für noch mehr Kostenbewusstsein: Der Einsatz eines solchen Gestells rechnet sich schon ab wenigen Maschinen – für Unternehmen mit Kleinserienfertigung ein starkes Argument. Im Schnitt beendet ein Techniker unter Zuhilfenahme des Readychain Racks innerhalb eines Tages die Installation der konfektionierten Energiekette. Die teleskopierbare Bauweise macht das Rack vor allem für jene Unternehmen unverzichtbar, die bei den Kettenlängen flexibel bleiben möchten. Mit wenigen Handgriffen kann das Transport- und Montagegestell auf die neue Kettenlänge eingestellt werden. Der Mix aus konfektionierten Ketten und dem Readychain-Rack senkt Prozesskosten signifikant und vor allem nachhaltig. Auch, weil die modulare Bauweise des Transportgestells jederzeit Anpassungen an neue Gegebenheiten ermöglicht – die Wiederverwendbarkeit schont so nicht nur das Projektbudget, sondern auch Ressourcen und Umwelt.

Können Unternehmen die Installation einer konfektionierten Kette an ihrer Anlage aus kapazitativen Gründen nicht selbst realisieren, treffen sie mit dem Montageservice von Igus eine gute Entscheidung. Der Einsatz geschulter und erfahrener Montageexperten sichert den zeitnahen und korrekten Einbau und garantiert so das Halten wichtiger Meilensteine. Auch in Zeiten personeller Engpässe und Auftragsspitzen. Garant anderer Art ist die sogenannte Systemgarantie, die das Unternehmen allen Kunden bietet und die zudem über den Qualitätsstandard DIN EN ISO9001:2015 offiziell bestätigt ist. Der Standard ist eine allgemeine Qualitätsnorm für die Entwicklung und den Umgang mit Produkten in einem produzierenden Unternehmen. Von der ersten Idee, über die Produktentwicklung, die Freigabe bis hin zum kompletten Produktionsprozess, Montage, Verpackung und Versand. Ein weiterer wichtiger Faktor für den Qualitätsstandard DIN EN ISO9001:2015 ist ein zuverlässiges Qualitätssicherungssystem, nach dem gelebt, gehandelt und das durch regelmäßige Audits kontinuierlich verbessert wird. So auch in der finalen Abnahme eines Readychains-Systems.

Basis der Qualitätsgarantie ist das Streben nach technisch neuen Errungenschaften und der ständigen Optimierung geprüfter und zertifizierter Qualitätsstandards bei der Herstellung kompletter Systeme – mit dem Ziel, der beste Dienstleister mit der höchsten Qualität zu sein, sowohl technisch als auch in der Kundenbetreuung. Unzählige spezifische und produktübergreifende Zertifikate, Prüf- und Gütesiegel oder auch Zulassungen verdeutlichen, dass Igus sein Qualitätsversprechen lebt. Sollte dennoch wider Erwarten die Qualität einer konfektionierten Kette nicht den Kundenwünschen entsprechen, steht ein Serviceteam für die unkomplizierte und zeitnahe Instandsetzung zur Verfügung.

Die sinnvolle Kombination aus Handarbeit und Teilautomation in der Kettenfertigung, der individuelle Service beim Kunden und nicht zuletzt schnelle Reaktionszeiten stehen beispielhaft für jene Effizienz und Produktivitätsbeschleunigung, die Igus seinen Kunden durch das Readychain-Konzept ermöglicht. Und das nicht nur auf Deutschland beschränkt: Readychain-Stützpunkte an den verschiedenen Produktionshotspots der Welt – in China, den USA, Taiwan, Brasilien, Indien, Japan und Südkorea ebenso wie in Südafrika, Großbritannien, Polen, Italien und Spanien – garantieren eine gleichbleibend hohe Qualität, schnelle Verfügbarkeit und außerdem einheitliche Stücklisten. Was für Kunden auf der ganzen Welt und vor allem für global agierende Unternehmen sowohl die Montagezeit als auch den Logistikaufwand und den Beschaffungsprozess optimiert.

Sicherer Schutz an Holzbearbeitungsmaschinen

Weltweit im Einsatz finden sich Readychains zum Beispiel in der Holzbearbeitungsindustrie. Die vibrationsarmen und späneresistenten Energieketten und hochflexiblen Chainflex-Leitungen erhöhen in diesem Industriezweig nicht nur die Sicherheit und senken die Kosten, sondern halten auch unterschiedlichsten Herausforderungen wie schweren Lasten und langen Wegen Stand. Die Ketten aus speziellen Hochleistungskunststoffen verfügen über ein geringes Eigengewicht, das häufig um ein Vielfaches unter denen vergleichbarer Metalllösungen liegt. Das macht sie hochdynamisch und spart im laufenden Betrieb Energie. Sie sind im Gegensatz zu Varianten aus Stahl frei von Korrosion und unempfindlich gegenüber Wasser, Chemikalien und Temperaturen. Das Material der E-Ketten ist selbstschmierend und benötigt von daher kein Fett oder Öl auf die Gelenke. Durch die Schmutzunempfindlichkeit der Energieketten von Igus wird die Notwendigkeit routinemäßiger Wartungen drastisch reduziert. Vor allem der Schutz vor Spänen spielt in der Holzbearbeitung eine besondere Rolle. Speziell für solche Anwendungen hat Igus unter dem Namen R2.1 E-Rohre entwickelt die Leitungen vor den Spänen schützen.

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