Bild: Homag Group
Nestle Fenster setzt auf neuartige Hobelmaschinen

Homag präsentierte auf der Ligna 2017 erstmals in der Unternehmensgeschichte Hobelmaschinen und bietet seither die Möglichkeit, die Massivholzbearbeitung gesamtheitlich mit Maschinen aus einer Hand abzudecken. Der Anwender erhält die Hobelmaschinen inklusive der Bedienoberfläche powertouch, was bedeutet: Möglich sind jetzt Zellenlösungen mit aufeinander abgestimmter Steuerung für die Massivholz- wie auch die Holzwerkstoffbearbeitung.

 

Mut und Weitsicht lohnen sich


Das Unternehmen Nestle Fenster aus dem Waldachtal im Schwarzwald war eines der ersten, das sich für eine der neuen Hobelmaschinen entschieden hat. Seit Januar setzt das Unternehmen eine Homag LPP 305 (heute Mouldteq-M-300-Serie) mit fünf Spindeln ein. Was im letzten Jahr als Prototyp auf der Ligna vorgestellt worden war, soll nun zwei Fenstermaschinen des Typs powerprofiler (heute Centateq S-800) mit Material versorgen. Bisher arbeitete das Unternehmen mit einem Fünfspindler eines anderen Herstellers. Ausschlaggebend für die Neuinvestition waren für Geschäftsführer Jürgen Nestle vor allem zwei Gründe: „Zum einen die Steuerung der Maschine, wo wir das Prinzip der powertouch-Bedienung schon von unserem powerprofiler kennen. So ist die Maschine einfach zu bedienen und die Mitarbeiter können leichter an beiden Maschinen eingesetzt werden. Zum anderen wollten wir im Pfosten-Riegel-Bereich größere Dimensionen aushobeln, was für unser Produktspektrum nötig war.“


Dass Jürgen Nestle ein Vorreiter im Fensterbau ist, weiß man in der Region seit Jahrzehnten. Historie und Entwicklung des Unternehmens sind gleichermaßen beeindruckend. Nestle leitet das Unternehmen, das heute rund 70 Mitarbeiter zählt, in der elften Generation und setzt das, was Ulrich Nestle 1622 begann, erfolgreich fort. Wo früher klassisches Handwerk, Bleiverglasung und Kirchenfenster eine große Rolle spielten, sind heute pfiffige Produktideen, hohe Qualität und moderne handwerkliche Produktionstechnik entscheidend.

 

Früher Schritt in die CNC-Welt


Um sich von anderen Fensterbaubetrieben abzuheben, traf Nestle in den letzten Jahren verschiedene – wie sich im Nachhinein zeigte – richtige Entscheidungen. So setzte das Unternehmen im Jahr 2000 den Schritt in die Fensterfertigung mit CNC-Technik. „Dieser Schritt war für uns entscheidend. Hier waren wir regional einer der ersten Betriebe. Die Bearbeitungsqualität hat uns schon damals überzeugt. Wir sind den Schritt mit Homag gegangen, weil es aus unserer Sicht zu diesem Zeitpunkt keinen anderen gab, der uns eine adäquate Lösung bieten konnte. Ein positiver Nebeneffekt war zudem die räumliche Nähe zu den Ansprechpartnern.“


2011 investierte Nestle in eine dritte Homag-CNC und holte sich den ersten powerprofiler ins Haus, dem bald der zweite folgte. Mit diesen Maschinen fertigt Nestle heute Fenster in allen Variationen. „Vorrangig produzieren wir Holz-Alu-Fenster, Holzfenster und Pfosten-Riegel-Konstruktionen. Im Holzfensterbereich sind es vor allem Denkmalschutzfenster mit ihren speziellen Anforderungen. Zugleich haben wir uns mit immer größeren, komplexeren Elementen auseinanderzusetzen. Mit einer guten Arbeitsvorbereitung und qualifizierten Technikern sind wir jedoch in der Lage, individuelle Lösungen dafür zu schaffen. Vom Wunsch des Kunden und der Entwicklung des Produkts bis zur Montage und anschließenden Wartung bieten wir durchgängig alle Leistungen.“


Parallel zur Investition in moderne Maschinentechnik setzte Nestle auch bei der Infrastruktur Meilensteine. Dazu gehören der Bau eines neuen Werks in Hörschweiler im Jahr 2012 sowie der Bau einer neuen Lager- und Logistikhalle im Jahr 2015. Heute fertigt Nestle rund 15000 Fenstereinheiten auf einer Fläche von circa 5000 m². Als Nächstes soll die firmeneigene Ausstellung von Fenstern und Türen, die schon jetzt die größte in der Region ist, erweitert werden. Die Beständigkeit des Unternehmens über Jahrhunderte hinweg, aber auch der Weitblick und der Mut zu Neuem sind Nestles Erfolgsrezept – ein Rezept, das dem Unternehmen das Vertrauen der Kunden in der Region, aber auch der Schweiz, Frankreich, Irland oder Belgien beschert.

 

Fester Bestandteil der Fertigung


Ausgeruht hat sich Jürgen Nestle auf den Erfolgen nie. 2017 traf er die jüngste Entscheidung: die Investition in die neue Hobelmaschine. Ihren Platz fand die LPP 300 in der neuen Halle, gleich neben dem powerprofiler BMB 812. In den kommenden Wochen wird auch der zweite powerprofiler vom Standort Tumlingen in die neue Halle umziehen. Dann wird die LPP im Zentrum der Holz- und Holz-Alu-Fensterfertigung stehen und beide Maschinen mit gehobelten Teilen versorgen. Für Nestle ist das der entscheidende Schritt, um weiter zu wachsen. Eine wichtige Rolle spielt dabei sein Mitarbeiter Carsten Rosner, der sich über Wochen intensiv mit der neuen Maschine beschäftigt hat. Veränderungen sind für ihn bereits deutlich. „Die Oberflächen, die wir mit der LPP fertigen, sind viel besser. Rattermarken gibt es entweder gar nicht mehr oder sie sind kaum noch zu erkennen. Die Vorschubwalzen und Durchführung der Werkstücke durch die Maschine sind deutlich stabiler. Sie transportieren das Material auch viel leichter, und der Andruck der Maschine ist besser“, so der Produktionsleiter der Abteilung Holz.

 

Hobelmaschinen mit powertouch


Besonders positiv bewertet Rosner alles rund um die Bedienung der Maschine. Die Hobelmaschinen sind mit dem System powertouch ausgestattet, das Design und Funktion zu einer neuen Steuerungsgeneration vereint. Alles dreht sich dabei um einen 21,5“-Touchsreen im Breitbildformat. Speziell für die Hobelmaschinen wurde hier ein zusätzlicher Bedienkomfort entwickelt: Mittels Gestensteuerung wird dem Bediener eine intuitive Handhabung der Maschine ermöglicht. Mit wenigen Handgriffen kann er Bearbeitungsprogramme am touchfähigen Bildschirm laden und auswählen.


„Unsere Mitarbeiter sollen die beiden powerprofiler und auch den Hobel bedienen können. Mit der neuen Benutzeroberfläche ist das sehr einfach. Die Erstellung von Rezepturen oder der Werkzeugtausch sind deutlich einfacher zu erlernen, da wir alle das powertouch-System schon kennen. Man darf nicht vergessen, dass schon das Erlernen der Maschinenbedienung sehr einfach und intuitiv ist. Wir wollen, dass alle Mitarbeiter in der Produktion mit dem System klarkommen – und das ist gegeben“, so Rosner.

 

Variabler Vorschub


Neben der Bedienung hat sich Homag auch über die Maschinentechnik Gedanken gemacht. Das Ergebnis: variabler Vorschub, variable Spindeldrehzahl, transparentes Werkzeugmanagementsystem und eine Prolock-Spindelklemmung, die Rosner als „deutlich schneller und einfacher“ charakterisiert. Im Handumdrehen könne gerüstet werden. Außerdem verweist er auf den variablen Vorschub, der für seine Produktion sehr wichtig sei. Aktuell fährt er eine Vorschubgeschwindigkeit von 12 m/min – technisch wäre mehr möglich, wofür allerdings die Investition in eine Automatisierungslösung sinnvoll wäre. Vorschubgeschwindigkeit und Drehzahl der einzelnen Spindeln können auf das zu bearbeitende Material abgestimmt werden. Bei standardmäßiger Ausstattung sind eine variable Drehzahl von 4000 bis 8000 min-1 und eine Vorschubgeschwindigkeit von 4 bis 26 m/min möglich.

 

Die optimale Lösung


Unterm Strich ist Nestle mit seiner neuen Maschine sehr zufrieden: „Die Verbindung der Steuerung von der Hobelmaschine zu unserer CNC-Bearbeitung war uns sehr wichtig. Endlich haben wir einen einheitlichen Stand beim Programmieren und der Bedienung. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Homag war immer da. Mir gefällt, dass man stets nach Lösungen sucht, die beiden Seiten einen Vorteil bringen.“ Schaut man in die Zukunft, ist es für Nestle eine Option, den Fünfspindler durch eine sechsspindlige Maschine zu ersetzen. Diese verfügt über eine zweite obere Welle, durch die eine noch bessere Oberflächenqualität erzielt und die Werkzeugstandzeit verlängert werden kann. Über die Auswahl einer speziellen Fensterkonfiguration wäre es zusätzlich zu den Finishoberflächen oben und unten möglich, die Glasleisten schon im Hobel herauszutrennen. Die Leisten werden nach dem Hobel gesammelt und anschließend in einem Durchgang direkt auf der gleichen Anlage profiliert. Dies spart Zeit und schafft die Möglichkeit, die CNC zu entlasten.


www.homag.com


www.nestle-fenster.de

 

 

 

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